Anna Maria Zahn | | von Anna-Maria Zahn

Social Media Monitoring: Was bleibt, was kommt

Wir haben dieses Jahr sehr viel Veränderungen im Social-Media-Tool-Markt gesehen und die Zeichen stehen auch für 2015 auf Weiterentwicklung. Obwohl einige Anbieter bereits mehr als zehn Jahre am Markt sind, tauchten 2014 immer noch neue Unternehmen auf, die ebenfalls eine Social-Media-Monitoring-, Social-Media-Engagement- oder Analytics-Lösung anbieten. Der Technologie-Anbieter Smartmunk ist nur ein Beispiel dafür. Das macht den Job als Marktbeobachter natürlich umso spannender.

Zudem entwickeln die etablierten Anbieter ihre Lösungen kontinuierlich weiter. So haben beispielsweise Anbieter wie Vico oder Talkwalker ihre Lösungen komplett überarbeitet bzw. wesentliche neue Module hinzugefügt, wodurch sie aus unserer Sicht einen enormen Schritt nach vorne getan haben. Andere Anbieter wie Ethority haben ihre Lösungen komplett neu aufgestellt. Und wieder andere stehen wie B.I.G. kurz vor einem großen Relaunch.

Ausbau der Funktionalitäten

Generell können wir in unseren Tool-Evaluationen viele Fortschritte entdecken, die sich auf die Reporting-Fähigkeit, Flexibilisierung der Dashboards oder die Integration von Quellensets konzentrieren.

Hohe Dynamik im Anbietermarkt

Ein weiterer Trend des Jahres 2014, der sich auch 2015 fortsetzen wird, ist die zunehmende Markterschließung durch Anbieter aus den europäischen Nachbarländern sowie dem amerikanischen Raum. So wächst die Konkurrenz für die am deutschen Markt bestehenden Anbietern weiter. Beispielsweise sind die beiden französischen Anbieter Synthesio und Digimind dieses Jahr auf dem deutschen Markt sehr aktiv geworden. Medallia, Falcon Social, Sprinklr oder Sprout Social sind weitere Beispiel für Akteure, die ihre Vertriebsaktivitäten verstärkt in Deutschland ausbauen. Aber auch deutsche Anbieter mischen den Social-Media-Tool-Markt gehörig auf wie beispielsweise die Hamburger Firma Facelift.

Ausweitung auf neue Einsatzgebiete

Inhaltlich lässt sich festhalten, dass gerade die Anwendungsfelder Personalmarketing, Content Marketing und KPI-Messung in den Fokus der Social-Media-Monitoring-Anwender gerückt sind. Das Amazon-Tracking bzw. die Erweiterung des Monitoring-Gedanken auf andere Datenquellen (z.B. Tracking der Veränderung auf statischen Seiten) sind weitere Trends, die 2014 an Fahrt gewonnen haben, und von denen man nächstes Jahr noch viele spannende Entwicklungen erwarten darf. So arbeiten eine Handvoll Anbieter sehr intensiv an der Professionalisierung des Amazon-Review-Monitorings sowie dessen sinnvoller Visualisierung.

Innovative Monitoring-Ideen wie 10.000FliesPro zeigen, dass Social Media Monitoring & Analytics über die Beantwortung der typischen Fragen nach "wer was wie wo" hinausgeht.

Fazit des Jahres 2014: Der Markt ist dynamischer denn je. Daher sollte man sich entweder einen Tool-Anbieter bzw. Dienstleister auswählen, der mit den eigenen Ansprüchen wachsen kann und hierzu auch bereit ist. Oder man verzichtet auf lange Laufzeiten und beobachtet den Markt gut, um im Fall der Fälle das Tool wechseln zu können.

Trends für 2015

Neben den bereits angesprochenen Fortentwicklungen der Trends aus 2014 erwarten wir für das nächste Jahr weitere Neuerungen. So sind  wir schon heute gespannt, wie die Branche auf die von Facebook angekündigte Umstellung der Suchwort-API reagiert. Hier sollte jeder Kunde einer Social-Media-Monitoring-Lösung genau hinschauen, was sich durch diese Umstellung in seinen Daten ändert. Gerade wenn auf deren Basis kontinuierlich strategisch relevante KPIs reportet werden, ist ein genauer Check der Datenkonsistenz an dieser Stelle unabdingbar.

Echtzeit-Monitoring & Engagement

Unsere Gespräche mit den Anbietern vpn Social-Media-Monitoring-Tools zeigen, dass auch das Thema Social Media Command Center noch längst nicht seinen Höhepunkt erreicht hat. Auch hier dürfen wir auf neue Lösungen diverser deutscher und internationaler Anbieter gespannt sein.

Das Thema Social Media Engagement steht bereits seit langem auf der Entwicklungsagenda der Tool-Anbieter. Auch hier wird es 2015 einige Neuigkeiten geben. Nach dem sich Anbieter wie Talkwalker komplett dagegen entschieden haben, bauen andere Anbieter diese Funktion weiter aus.

Flexibilisierung der Dashboards

Nur wer schnell die Informationen sieht, die einen wirklich interessieren, wird mit seiner Social-Media-Monitoring-Lösung nachhaltig zufrieden sein. Da je nach Abteilung und Aufgabenbereich diese Informationsbedürfnisse jedoch sehr unterschiedlich sind, stößt man mit statischen Analyse-Ansichten schnell an die Grenzen solcher Anforderungen. Daher freut es uns, dass neben den Anbietern, die bereits von Anfang an flexible Dashboards anbieten (z.B. Radian6, Engagor, Brandwatch) nun auch andere Anbieter (z.B. Vico oder Talkwalker) diese Notwendigkeit erkannt haben und dem Nutzer die Freiheit geben, selbst zu entscheiden, was er wo und wie in seinem Dashboard fixieren möchte.

Während Twitter für die meisten Social Media Monitoring Tools sehr leicht zu beobachten ist, stellen aktuell die boomenden Social Media-Plattformen wie Pinterest, Instagram aber auch Youtube weiterhin eine große Baustelle dar. Noch immer können viele Tools eine vollständige suchwortbasierte Erfassung der Beiträge und Kommentare nicht gewährleisten. Wer demnach Kampagnen bzw. Forschungsaktivitäten auf diesen Plattformen plant, sollte in jedem Fall sehr genau auf die Güte der Datenerfassung achten. Aus den Gesprächen mit den Tool-Anbietern wissen wir, dass es auch hier zu Verbesserungen kommen wird. Allerdings sind die Anbieter in diesem Punkt von den Tracking-Möglichkeiten, die ihnen die Plattform-Betreiber einräumen, abhängig und können nicht alles zu 100 Prozent beeinflussen.

Weitere Verbesserungen werden wir 2015 in folgenden Bereichen sehen:

- Erweiterung der bisher verfügbaren Analytics-Module/ Brand Channel Messmöglichkeiten

- KPI-Driven-Monitoring-Dashboards

- Integration anderer Datenquellen wie Google Keyword-Analysen oder Google-Analytics-Daten

Aber auch auf Anwenderseite hat sich bereits viel getan und wird sich in 2015 noch viel tun. So sind ein deutlicher Trend hin zur globalen Ausweitung des laufenden Monitorings und der Wunsch nach Vereinheitlichung der Monitorings in internationalen Konzernen erkennbar. Zudem freuen wir uns in den Gesprächen mit den Anwendern von Social-Media-Monitoring-Lösungen zu sehen, dass die voranschreitende Professionalisierung der Monitoring-Branche auch in den Unternehmen angekommen ist. So muss man heute nicht mehr erklären, was Monitoring ist und wie es funktioniert, sondern eher wie das bestehende Monitoring auf den konkreten Nutzen der Abteilung bzw. des Unternehmens ausgerichtet werden kann.

So liegt ein bewegtes Jahr hinter uns und ein spannendes Jahr vor uns!

Anna-Maria Zahn ist einer der "Digital Leader", eine feste Gruppe von Bloggern, die ihre Meinungen und Kommentare via LEAD digital verbreitet. Mehr zum Autor und den weiteren Mitgliedern der "Digital Leader" lesen Sie hier auf der Übersichtsseite.

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