Investitionen | | von Annette Mattgey

Social Media bestimmt, wohin das Geld fließt

Unternehmensdaten aus erster Hand bleiben zwar die wichtigste Informationsquelle professioneller Anleger, 70 Prozent glaubt jedoch an die zunehmende Rolle von Social Media bei Investmententscheidungen. Das zeigt die aktuelle Ausgabe des "Brunswick Global Investor Survey". Brunswick Group, eine internationale Beratung für Unternehmens- und Finanzkommunikation,ließ 500 institutionelle Investoren und Sell-Side-Analysten in den USA, Europa und Asien zu Wort kommen. Die Studie untersucht den Einfluss unterschiedlicher Faktoren auf Anlageempfehlungen und -entscheidungen und dokumentiert Veränderungen seit der ersten Erhebung im Jahre 2009.

Danach setzt sich der Trend fort, dass die Interaktion institutioneller Investoren und Analysten mit Social Media in fast allen Kategorien zugenommen hat. Investmententscheidungen werden zudem vermehrt von Informationen aus Social Media-Kanälen beeinflusst. Nach wie vor werden die direkten Informationen von Unternehmen jedoch als wichtigste Informationsquelle gesehen. Die Befragten gaben an, dass die Online-Angebote traditioneller Finanz- und Wirtschaftsmedien an Bedeutung verloren hätten. Echtzeit-Informationsdienste und Blogs hingegen hätten an Stellenwert dazugewonnen.

"Investoren und Analysten nutzen verstärkt Social Media-Plattformen, um Informationen über Unternehmen und Märkte zu sammeln, auf deren Basis sie dann Anlageentscheidungen und Empfehlungen treffen", fasst Jason Golz, Partner der Brunswick Group, die Ergebnisse der Studie zusammen. "In diesem Jahr gaben 58 Prozent  der Befragten an, dass sie zunächst in Blogs auf interessante Informationen und Targets aufmerksam geworden seien. Und 27 Prozent der Befragten sagten,  sie hätten eine Investmententscheidung auf der Grundlage von Informationen aus Blogs getroffen."

"Obgleich Investoren und Analysten Informationen und Daten aus erster Hand, also von den Unternehmen selbst, weiterhin als wichtigste Informationsquelle betrachten, gewinnen Informationen aus zweiter Hand, die schnell geliefert werden und gute Einblicke bieten, immer mehr an Bedeutung. Dazu gehören Quellen wie Echtzeit-Informationsdienste, Rechercheplattformen für Analysten und Social Media Kanäle", erklärt Golz.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

Die Bedeutung pro Quelle wird via Skala von 1 bis 7 gemessen, wobei 1 als "sehr wichtig" und 7 als "unwichtig" gewertet wird.

- 70 Prozent der Investoren sind überzeugt, dass Social Media-Plattformen in Zukunft eine immer größere Rolle beim Einfluss von Investmententscheidungen spielen werden.

- 29 Prozent der Befragten gaben an, proaktiv Hinweise zu verfolgen, auf die sie zuerst auf Micro-Blogging-Diensten wie Twitter aufmerksam wurden.

- Der Einfluss von Twitter nimmt zu, wird aber möglicherweise bei der Erfassung unterbewertet, weil Twitter nicht nur direkt, sondern auch über andere Plattformen wie beispielsweise Bloomberg empfangen werden kann.

- Bei den Angaben zu den wichtigsten Informationsquellen bewerteten die Befragten Daten aus erster Hand, also direkt von den Unternehmen stammend, mit einem durchschnittlichen Rating von 1,9 und damit höher als alle anderen Quellen.

- 35 Prozent der Befragten (Vorjahr: 22 Prozent) gaben an, dass Echtzeit-Informationsdienste wie beispielsweise Bloomberg immer  wichtiger für sie werden.

- Die gedruckte Finanz- und Wirtschaftspresse wurden in ihrem Stellenwert mit einem Ranking von 5,3 verglichen mit 5,1 im Vorjahr niedriger bewertet.

- Die Bedeutung von primärer Marktforschung über Märkte und Unternehmen nahm mit einem Ranking von 3,9 (nach 3,6 im Vorjahr)  ebenfalls ab.

- Bei der Beurteilung von Informationen aus erster Hand bewerteten die Befragten den direkten Kontakt zum Management deutlich am höchsten. Das Internetangebot der Unternehmen hat hingegen bislang den geringsten Einfluss.

Die Umfrage wurde von Brunswick Insight im November 2013 an mehrere tausend Buy-Side-Investoren und Sell-Side-Analysten in den USA, Europa und Asien verschickt. Insgesamt nahmen 472 Analysten und Investoren an der Umfrage teil. Die Aufteilung zwischen Analysten und Investoren lag mit 48 Prozent zu 52 Prozent fast gleich auf. Dabei waren die USA mit 40 Prozent , Europa ebenfalls mit 40 Prozent und Asien mit 20 Prozent vertreten.

Social Media bestimmt, wohin das Geld fließt

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