Schauspieler Ashton Kutcher auf der Dreamforce in San Francisco
Schauspieler Ashton Kutcher auf der Dreamforce in San Francisco © Foto:Irmela Schwab

Dreamforce | | von Irmela Schwab

Salesforce-Konferenz: Wie Technologie die Welt verbessern soll

Union Square, San Francisco: Vor den Sightseeing-Bussen hat sich eine kleine Menschentraube formiert. Zwei Ticket-Verkäufer wetteifern um ihre Gunst: Der ganz in Rot Gekleidete zählt gerade die Route auf, die sein Bus nimmt. Da fällt ihm der Konkurrent in Blau ins Wort. “Ich habe den besseren Preis und die schönere Route durch die Stadt”, ruft er. Dann stellt er sich vor den Roten: “Hey, ihr solltet nicht auf den da hören!” 

Handeln, Verkaufen, Werben - niemand hat das so gut drauf wie die Amerikaner. Daher sind auch in diesem Jahr wieder rund 170.000 nach San Francisco gereist, um sich über die neuesten Strategien und Tools im Sales und Marketing zu informieren: Die weltweit größte Software-Konferenz Dreamforce bietet dafür ein Programm an, das sich über vier Tage erstreckt und Keynotes von Marc Benioff, CEO und Gründer von Salesforce und Veranstalter der Dreamforce, bis hin zu Promis wie Nathalie Portman und Michelle Obama anbietet. Der Tenor: Nur wer aktiv wird und andere involviert, hat Erfolg. 

Auch Ashton Kutcher ist gekommen. Aber nicht in seiner Rolle als Schauspieler - sondern der des Tech-Unternehmers. Gemeinsam mit Ex-Partnerin Demi Moore hat er Thorn Technology Task Force gegründet. Er hat dieselbe Botschaft: Die Welt geht euch alle an. Macht einen Unterschied. Sein Startup arbeitet mit anderen Tech-Dienstleistern, Regierungen und NGOs zusammen, um gemeinsam gegen Kindesmissbrauch vorzugehen. Auf der Bühne im Yerba Buena Theater erzählt Kutcher eine Geschichte. Von einem vierjährigen Mädchen, das von einem Freund der Eltern missbraucht wird. Ein klassischer Fall, wie es ihn überall auf der Welt gibt. Technologie kann dabei helfen, über Daten, Community und Kollaboration, Gesichts- und Spracherkennung, die Vorkommnisse zu reduzieren. 

Unter den Tech-Partnern sind Unternehmen wie Google, Microsoft, Pinterest und natürlich Salesforce, die Manpower und Software zur Verfügung stellen. Mit den Tools soll letztlich die gesamte Welt verbessert werden. Kutcher: “Wir verteufeln gerne die Technologie, aber Technologie ist keine gute oder böse Kraft - sie ist nur ein Werkzeug. Ihr seid die Kraft für Gut oder Böse.”

Technologie ist eben nur ein Möglichmacher. Das wichtigste Asset eines jeden Unternehmens ist der Kunde: Er steht im Zentrum aller Anstrengungen. In einem Use Case zeigt Adidas wie das gelingt: Die neue App hat das Motto “To you, for you, with you”. Die neue App greift dabei auf die Salesforce Technologien Commerce Cloud, Marketing Cloud und Service Cloud zurück. Bisher gibt es sie nur in den USA und UK.

Das Besondere: Konsumenten erhalten eine individuell auf sie zugeschnittene Produktauswahl, in passender Größe sowie Produkt-Empfehlungen. Dazu gibt es die passenden Artikel, Blog Posts, Videos und Echtzeit-Updates zu Sport und den Produkten, die den einzelnen interessieren. Die App lernt dabei durch das Verhalten und die Interaktionen der Konsumenten über alle digitalen Kanäle hinweg.

Gekauft werden kann direkt in der App mit Apple Pay oder Android Pay. Wer Service benötigt, kann den brandneuen Adibot aktivieren: Adidas greift dabei auf Salesforce Artificial Intelligence Einstein zurück. Im letzten Jahr gelauncht haben sich Einsteins Superkräfte natürlich weiter verbessert. Über Einstein wird die Wahrscheinlichkeit berechnet werden, welcher Kunde wann konvertiert. Die Bots - ebenfalls auf Einsteins Basis - sind in den Service-Workflow integriert und mit historischen und aktuellen Daten trainiert. Über Natural Language Processing können sie direkt mit Kunden kommunizieren. So entlasten sie die Mitarbeiter im Kundenservice von wiederkehrenden Fragen und Routineaufgaben, damit diese sich auf komplexere Anfragen konzentrieren können. 

Dass intelligente Maschinen den Menschen die Jobs wegnehmen, ist also eine unbegründete Angst. Beim Panel "Digital Transformation" wies Henrik Ehrenrooth, President & CEO beim Aufzug-Fabrikant Kone, dass ein Mehr an Automatisierung und Robotics letztlich mehr Arbeitskräfte erfordern, weil sich noch viel mehr bisher ungekannte Gelegenheiten eröffnen.

Technologie - so erkennt man schon nach zwei Konferenztagen - könnte die Welt tatsächlich verbessern. Auch die Verkaufsgespräche werden dadurch erleichtert: Hätte der Ticketverkäufer in Blau das gewusst, hätte er seinen Trumpf sofort ausspielen können. Denn nur sein Touristenbus fuhr von San Francisco über die Golden Gate-Brücke nach Sausalito. Genau dort, in das Städtchen direkt an der Bucht, wollten die Besucher auch hin.

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