Piraten und SPD formulieren Forderungen zum Urheberrecht
© Foto:

Piratenpartei | | von Annette Mattgey

Piraten und SPD formulieren Forderungen zum Urheberrecht

Neverending Story: Diesmal scheint es aber voranzugehen beim Thema Urheberrecht. Die Piraten laden nun √∂ffentlich dazu ein, ihre 10 Forderungen zur Reform des Urheberrechts zu diskutieren. Nachdem am Wochenende im Deutschlandradio Kultur recht differenziert √ľber das Thema gesprochen wurde, scheint nun auch in die politische Debatte Vernunft einzukehren. Die Piratenpartei l√§dt Kulturschaffende, Rechteinhaber und Nutzer zu einem "produktiven Dialog" ein. Ihre Schwerpunkte sind die Bereiche Gema, Rock- und Popkultur, klassische Musik, Autoren/Journalisten, Filmschaffende, Software und Bildung/Schule. "Wir nehmen die Sorgen und Bef√ľrchtungen der Urheber sehr ernst, wenn wir eine Neuausrichtung und Neugestaltung ihrer Rechte diskutieren", sagt Daniel  Neumann, einer der Verfasser des Urheberrechtsprogramms.

Die offene Diskussion soll bis zum 27. Mai  in mehreren frei zug√§nglichen Online-Textdokumenten erfolgen. Im Juni sind dann "runde Tische" als Diskussionsforen in Berlin geplant. Ziel sei ein "zukunftssicheres, freies und eigenst√§ndiges Urheberrecht", das zugleich den Nutzern eine "umfangreiche Teilhabe" sichere. "K√ľnstler und Kulturschaffende sollen auch in Zukunft von ihren Produkten und Erzeugnissen leben k√∂nnen", hatte der Vorsitzende der Piraten Bernd Schl√∂mer (Foto) in einem Interview am Wochenende betont. Zu ihren Forderungen z√§hlt unter anderem eine Verk√ľrzung der Schutzfristen von bisher 70 auf 10 Jahre nach dem Tod des Urhebers. √Ėffentliche Bildungseinrichtungen sollen Werke frei von weiteren Urheberrechtsabgaben jenseits der regul√§ren Anschaffung nutzen k√∂nnen. Das Recht auf Privatkopie soll festgeschrieben sowie die Erstellung von Remixes und  Mashups erleichtert werden.

Nicht nur bei den Piraten macht man sich Gedanken √ľbers Urheberrecht. Auch die SPD ver√∂ffentlichte heute ein Papier, sie schafft es immerhin auf 12 Thesen zum Urheberrecht (hier in voller L√§nge). An der Ausarbeitung beteiligt war die ehemalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries. Selbstkritisch r√§umt sie im Interview ein: "Die SPD ist zwar eine Partei, die eine Menge Fantasie hat, aber Eier des Kolumbus finden wir eben auch nicht." Die SPD will den Urheber in seiner Rechtsposition gegen√ľber dem Verwerter st√§rken, sie lehnt eine Kultur-Flatrate ab und mahnt verh√§ltnism√§√üige L√∂sungen an. Fl√§chendeckende Inhaltefilterung des Datenstroms oder eine Sperrung des Internetzugangs seien unzul√§ssige Eingriffe in Grundrechte.

dpa/am

Piraten und SPD formulieren Forderungen zum Urheberrecht

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns √ľber Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht