Die persönliche Ansprache von Bloggern sollten Unternehmen wählen, wenn sie eine langfristige und exklusive Zusammenarbeit anstreben, rät Fabian Held, Inpromo.
Die persönliche Ansprache von Bloggern sollten Unternehmen wählen, wenn sie eine langfristige und exklusive Zusammenarbeit anstreben, rät Fabian Held, Inpromo. © Foto:Unternehmen

Influencer Marketing | | von einem Gastautor

Online-Dating mit Bloggern: Das bieten Influencer-Plattformen

Der Boom des Influencer Marketings hat eine neue Spezies hervorgebracht: Influencer-Plattformen. Hier tummeln sich Blogger auf der Suche nach passenden Sponsoren und Unternehmen, die ihre Zielgruppe via Youtube, Instagram oder Blog erreichen wollen. Fabian Held* von der Digitalagentur Inpromo hat die Vor- und Nachteile dieser Angebote aufgelistet.

"Influencer Marketing" ist eines der am häufigsten verwendeten Buzz Words 2015. Bei Google Trends macht sich dies durch eine Verdopplung der Suchanfragen binnen weniger Monate bemerkbar.

Aus dem Augure Influencer Report 2015 geht hervor, dass 84 Prozent der befragten Marken in diesem Jahr eigene Influencer-Marketing-Kampagnen planen. Am Markt entstehen aufgrund dieser Entwicklung inzwischen Influencer-Plattformen, auf denen Influencer und Marken zusammengeführt werden. Sie bieten eine Alternative zur klassischen One-to-One Kommunikation. Aber welches Verfahren ist das Beste für eine Marke?

Die persönliche Ansprache

Die Identifikation und erste Kontaktaufnahme mit Influencern stellt für eine Marke eine große Herausforderung dar. Es gilt auf die Bedürfnisse des einzelnen Influencers genau einzugehen, Vertrauen aufzubauen und eine dauerhafte Bindung zu schaffen.

Und gerade weil die erste Kontaktaufnahme viel Fingerspitzengefühl in der Kommunikation bedarf, ist die persönliche und individuelle Ansprache ein Muss - sei es per Mail oder über ein im Influencerkanal integriertes Kontaktformular. Dazu ist es wichtig, die Inhalte und verschiedenen Plattformen des Influencers zu prüfen, um eine sorgfältige und zielgruppengerechte Auswahl treffen zu können.

Eine Eins-zu-Eins-Ansprache bietet daher den Vorteil, sich mit dem richtigen Thema beim passenden Influencer zu melden und weitere Bestandteile einer Zusammenarbeit individuell abstimmen zu können. Ist die Kontaktaufnahme entsprechend persönlich und auf den jeweiligen Influencer maßgeschneidert, kommt erst gar kein Gefühl des Gießkannen-Prinzips auf, das noch von einigen Agenturen und Unternehmen bei der Influencer-Ansprache eingesetzt wird. Die Eins-zu-Eins-Kommunikation bietet den Influencern einen festgelegten Ansprechpartner, dem sie vertrauen und im besten Fall auch persönlich kennen.

Die persönliche Ansprache eignet sich immer dann, wenn eine langfristige und enge, möglicherweise auch exklusive Zusammenarbeit das Ziel ist, die über einen Kampagnenzeitraum hinausgeht. Viele Marken und Unternehmen konzentrieren ihr Influencer-Marketing daher bewusst auf einige wenige Repräsentanten. Der Vorteil für den Influencer besteht darin, dass er in diesem Fall die Zusammenarbeit aktiv mitgestalten kann und an der Ausgestaltung einer Kampagne mitwirkt.

All dies setzt ein hohes Maß an Kommunikationstalent und Zeit voraus. Die individuelle Kommunikation und die Auswahl der richtigen Meinungsmacher erfordert ein fundiertes Kenntnis der Szene, Fingerspitzengefühl und Zeit. Die Masse an Meinungsmachern lässt sich nicht durch die Eins-zu-Eins-Kommunikation erreichen. Daher ist sie für einmalige und an eine breitere Gruppe gerichtete Kampagnen eher zu aufwendig. Ebenso berücksichtigt diese Kommunikationsstrategie nicht die Größe und hohe Dynamik der Influencer-Szene. Wer heute "big" und "trendy" ist, kann morgen schon "out" und "off-topic" sein. Andersherum verhält es sich genauso.

Online-Dating mit Influencern

Influencer-Plattformen lösen das Problem, die hoch dynamische und diverse Influencer-Szene zu erfassen, über ein Selbstregistrierungs-Tool. Innerhalb von sieben Monaten nutzen mehr als 1.000 User mit relevanten Kanälen auf Youtube, Instagram usw. die Chance allein auf hashtaglove.de - eine von mehreren Websites, die sich auf das Matching von Bloggern und Marken spezialisiert hat. Andere Beispiele sind Nqyer, Pulse Advertising und HitchOn.de.

Der Ansatz einer solchen Plattform ist es, die sehr unterschiedliche Influencer-Szene zu einer Community zusammenzuführen, die regelmäßig Zugriff auf neue Kampagnen hat. Auf einem "Marktplatz" können sich Influencer für Kampagnen bewerben und sich die Chance auf exklusiven Content, Produktmuster und weitere Goodies sichern - ganz gleich, in welchem sozialen Netzwerk sie unterwegs sind. Im Gegenzug berichten sie über das Produkt unter Einsatz eines Aktions-Hashtags auf ihren Social-Media-Kanälen.

Der Influencer ist somit Teil einer Community und es besteht ein grundlegendes Vertrauensverhältnis zur Plattform und zu den Marken, mit denen er über die Plattform in Kontakt gebracht wird. Der größte Vorteil: Da der Influencer für sich relevante Produkte selbst auswählt, ist jeder Erstkontakt ein positives Erlebnis für ihn - die werbenden Unternehmen werden nicht mit irrelevanten oder unpassenden Kooperationsmails in Verbindung gebracht, sondern nur mit Kampagnen, die ihn wirklich begeistern.

Für das Unternehmen entfällt die aufwändige Recherche, die Anbahnung der Kontakte und das Führen der Relations zu den Influencern, da diese Aufgaben die Plattform und sein Betreiber übernehmen. Ebenso liegt es beim Betreiber, die Qualität der Community zu sichern und bei der Auswahl der Influencer für einzelne Kampagnen entsprechend sorgfältig vorzugehen.

Aus technischer Sicht bietet der Plattformansatz wertvolle Automatisierungsmöglichkeiten für den Launch, das Measurement und Reporting von Kampagnen. Dieses zahlt auf die Effizienz und Skalierbarkeit des gesamten Prozesses ein.

Kampagnen und Marken auf solchen Plattformen profitieren auch vom Bekanntheitsgrad der Plattform selbst. Wird die Plattform gut geführt, so ergibt sich nicht selten ein viraler Effekt. Die Mitglieder beginnen die Plattform als Ganzes zu empfehlen, was Marken und Kampagnen eine höhere Sichtbarkeit verschafft.

*Fabian Held ist seit vielen Jahren bei der Hamburger Digital-Agentur Inpromo für Kreation und Strategie verantwortlich. Ein Innovations-Projekt der Agentur ist die  Influencer-Plattform Hashtaglove.de. Für Fabian Held ist hashtaglove.de sein Lieblingsprojekt und eigentlich wollte er in diesem Artikel über seinen täglichen Kontakt mit Influencern schreiben - aber das kommt dann vielleicht beim nächsten Mal.

Online-Dating mit Bloggern: Das bieten Influencer-Plattformen

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