Anregende Wirkung.
Anregende Wirkung. © Foto:Yougov

Influencer-Marketing | | von Annette Mattgey

Nutzer schätzen gesponserte Inhalte - und handeln danach

Wer sich auf Blogs oder Video-Plattformen bewegt, weiß, dass er dort auf Sponsoring trifft. Das gaben drei Viertel aller Befragten in einer aktuellen Yougov-Untersuchung (YouGov Profiles) an. Das hält sie jedoch nicht davon ab, sich weiter zu informieren oder die Markenwebsite zu besuchen.

Die Landschaft der Influencer ist vielfältig, sie sind besonders bei jüngeren Zielgruppen beliebt. Ihre Inhalte sind eine Mischung aus inszeniertem Privatleben und von Unternehmen gesponserten Inhalten. Deswegen wird Influencer-Marketing als Dispziplin zunehmend wichtig - auch wenn es noch in einigen Punkten Nachholbedarf gibt. Manche Influencer sind schon vorher bekannt als Schauspieler oder Musiker, viele werden jedoch erst durch ihre Instagram-Posts oder Youtube-Videos zum Star. So wie beispielsweise die modebewusste Caro Daur, die ihren über 1,1 Millionen Followern ihren Fashion- und Lifestyle präsentiert.

Welche Produkte ins rechte Licht gerückt werden, bestimmen häufig Kooperationen. Dass es sich hierbei oft um Beiträge handelt, für die die Influencer von Markenunternehmen bezahlt werden, ist den Nutzern meist klar. So sind sich zwei von drei Blog- oder Vlognutzern (76 Prozent) bewusst, dass sie gesponserte Inhalte betrachten. Nur 6 Prozent sind sich dessen nicht bewusst.

 

Yougov-Zahlen

Trotzdem folgen auf das Konsumieren dieser Inhalte auf Blogs oder Vlogs positive Reaktionen. So holen sich ein Viertel (24 Prozent) mehr Informationen über das beworbene Produkt und besuchen zum Beispiel die Unternehmenswebseite. Jeder Fünfte (19 Prozent) fängt an, sich mit der Art des Produkts zu beschäftigen und sich Konkurrenzprodukte und Vergleichsportale anzuschauen. Und immerhin jeder Zehnte der Blognutzer (11 Prozent) redet mit Freunden und Familie über das Produkt. Zum Kauf offline (8 Prozent) und online (6 Prozent) entschließen sich nur wenige.

Wenn sich Unternehmen für Influencer-Marketing entscheiden, sollten sie genau überlegen, welchen Content sie erstellen wollen. Dieser sollte im Idealfall für jede Plattform speziell entworfen werden und die richtigen Personen ansprechen. Denn jedes soziale Netzwerk hat eigene Charakteristika.

Das spiegelt sich beispielsweise in den unterschiedlichen Nutzungsgründen wieder. Die User von Instagram, Facebook und Snapchat setzen unterschiedliche Schwerpunkte. So wird Facebook von seinen Nutzern am häufigsten genutzt, um sich auf dem Laufenden zu halten und mit Freunden in Kontakt zu bleiben.

Instagrammern ist der Kontakt zu Freunden ebenfalls sehr wichtig. Jedoch sind weitere Hauptmotivationen das Folgen von interessanten Persönlichkeiten und Lieblingsstars. Snapchat wiederum wird zum einen genutzt, um in Kontakt mit Freunden zu bleiben, zum anderen ist hier im Vergleich zu Instagram und Facebook auch wichtig zu posten, was man selbst gerade macht.

Sind Unternehmen explizit als Absender im Social Web erkennbar, liegt es an der Plattform, als wie glaubwürdig der Inhalt erscheint. Sehr gut sind die Werte für Xing und Linkedin. Das zeigt der aktuelle, repräsentative Social-Media-Atlas der Hamburger Kommunikationsberatung Faktenkontor und des Marktforschers Toluna.

62 Prozent der Xing-User haben hohes Vertrauen in Informationen kommerzieller Anbieter, die sie über das Berufs-Netzwerk erhalten. Damit schlägt Xing als einziges Soziales Medium sogar die klassischen Medien Radio, Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehen.

Dicht verfolgt wird Xing in der Vertrauensfrage von seinem direkten Konkurrenten Linkedin. 56 Prozent der Linkedin-Nutzer begegnen kommerziellen Anbietern dort mit hohem Vertrauen. 14 Prozent qualifizieren dieses Vertrauen als "sehr hoch", 42 Prozent als "eher hoch".

Bei Google+ und Blogs halten sich Vertrauen und Skepsis die Waage: Je die Hälfte der User begegnen hier Informationen von Unternehmen und Organisationen mit hohem und geringen Vertrauen.

Auf allen anderen untersuchten Social-Media-Kanälen sind die Skeptiker in der Mehrheit. Mal knapp, zum Beispiel bei Internet-Foren: Hier begegnen 51 Prozent der Nutzer Informationen kommerzieller Anbieter mit geringem Vertrauen. Und mal deutlicher - wie bei Snapchat mit 59 Prozent. Oder eben Facebook mit 60 Prozent.

Nutzer schätzen gesponserte Inhalte - und handeln danach

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