Musically, YouNow & Co: Was die jungen Plattformen für Marketer bedeuten
© Foto:Christian Chyzyk ist CEO und Gründer der Influencer-Marketing-Agentur ReachHero.

Social Video | | von Irmela Schwab

Musically, YouNow & Co: Was die jungen Plattformen für Marketer bedeuten

Musically bis hin zu YouNow und Giphy liegen derzeit voll im Trend - für Christian Chyzyk, Gründer und CEO der Influencer-Marketing-Agentur ReachHero, zeigt das eins: Das Miteinander und das gemeinsame Erstellen von Inhalten nimmt stark an Bedeutung zu. Im Interview mit LEAD digital Online ordnet er den Trend ein und analysiert die Chancen fürs Marketing.

Vor einem Jahr war Snapchat noch der neue Stern am Firmament – dieses Jahr sind Musical.ly, Live.ly, YouNow und Giphy mit ihren  Video-Snippets angesagt. Werden die Trends immer kurzlebiger? 

Gerade anhand des sich ständig ändernden Facebook-Algorithmus ist gut zu erkennen, wie Facebook immer wieder den Newsfeed anhand der Verhaltensweisen der Nutzer anpasst, um maximale Aufmerksamkeit und Verweildauer zu generieren. Ein Mechanismus, um die Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer zu erhöhen, die nicht selten Posts nur noch überfliegen, um der Flut an Informationen gerecht werden zu können. Bei der Content-Kreation wird es also immer wichtiger, Aufmerksamkeit zu generieren und den Nutzern einen Mehrwert zu generieren. Die besagten Apps haben dabei schlicht die Zeichen der Zeit erkannt und perfekt umgesetzt. Sie bedienen aktuell die Wünsche und Bedürfnisse der Nutzer im Bereich Live-Interaktion einfach noch wesentlich innovativer, als es die etablierten Plattformen bisher können und erzeugen dabei genau den Mehrwert, nach dem Nutzer aktuell suchen.

Was ist neu an der aktuellen Generation an Video-Portalen: Was machen sie anders? Was zeichnet sie aus?

Die Portale setzen noch stärker auf den Community-Aspekt, als es die etablierten Social-Media-Kanäle bisher tun. Hier steht ganz klar das Miteinander im Vordergrund: Die Nutzer spielen zusammen, singen zusammen oder chatten zusammen. Jeder ist live dabei und alles ist 100 Prozent authentisch. Dieser Trend lässt sich gut unter dem Schlagwort Social Video zusammenfassen. Den Nutzern reicht es eben nicht mehr, nur Content online zu stellen und darauf zu warten, dass dieser geliked wird. Vielmehr hat das Miteinander, das gemeinschaftliche Interagieren und das gemeinsame Erstellen von Inhalten in der jüngsten Vergangenheit stark an Bedeutung zugenommen. Die Nachfrage bietet den Live-Video- und Live-Streaming-Apps aktuell einen extrem guten Nährboden zum Wachsen und lässt die Nutzerzahlen in die Höhe steigen.  

An welche Zielgruppen richten sich die Portale?

Die Hauptzielgruppe der Portale liegt naturgemäß bei Jugendlichen und Teenagern, wobei neuste Zahlen aus den USA zeigen, dass das Interesse an Online-Live-Inhalten durchaus auch bei Nutzern jenseits der Zwanziger deutlich vorhanden ist. Demnach konsumieren die Hälfte der 13- bis 17-jährigen, zwei Drittel der 18- bis 34-jährigen und sogar noch ein Drittel der 35- bis 54-jährigen regelmäßig online Live-Video-Beiträge. Mit Ansteigen der Nutzerzahlen der neuen Live-Streaming-Apps sowie der Nachfrage nach Live-Content, könnten auch in Deutschland bald ähnliche Zahlen erreicht werden.

Was bedeutet das fürs Marketing: Wie können Marken die Portale für sich einspannen?

Die neuen Video-Portale bedienen beim Zuschauer den Wunsch nach maximaler Authentizität und triggern die Aufmerksamkeit. Wenn Marken mutig genug sind, sich jenseits von durchgetakteten Drehplänen oder durchgeplanten Markenauftritten, darauf einzulassen, können sie hier mit hohen Engagement-Zahlen sowie großen Zugewinnen in der Markenwahrnehmung rechnen. Zudem werden über die neue Portale potentiell noch einmal ganz neue Zielgruppen erreicht, die den alteingesessenen Social-Media-Kanälen eventuell schon wieder den Rücken gekehrt haben. Die direkte Interaktion mit den Nutzern erzeugt zudem eine besonders starke Marken-Fan- oder Influencer-Fan-Bindung. Um zielgruppenübergreifendes Influencer-Marketing zu betreiben, kann hier ein kluger Marketing-Mix genutzt werden, um plattformübergreifend über verschiedene Social-Media-Kanäle hinweg das Engagement der Nutzer nach oben zu treiben und die Marke im richtigen Licht zu positionieren.

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