Kennzeichnungspflicht für eine ehrliche Kundenbeziehung
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Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

Kennzeichnungspflicht für eine ehrliche Kundenbeziehung

Mit der Digitalisierung bekommt das Wort Transparenz eine immer größere Aufmerksamkeit. Stichwort Influencer: Instagram ist einer der beliebtesten Influencer-Tummelplätze. Doch eine Kennzeichnung von gesponsorten Posts findet man eher selten. Manchmal preschen die Unternehmen sogar selbst vor und schreiben ihren Influencern vor, wie der Post gekennzeichnet zu sein hat. Der Gaming-Anbieter Electronic Arts (EA) beispielsweise verlangt ein Kennzeichnungssystem. Wer keins hat,  dem stellt EA die Hashtags #supportedbyEA und #advertisement zur Verfügung. Damit ist die Sache klar.

Kennzeichnung hat Vorteile

Und die Kennzeichnung ist ja auch nicht ganz uneigennütz, wenn wir mal ganz ehrlich sind – bietet der Hashtag doch gleich einen Touchpoint mehr. Und zur Erfolgskontrolle eignet sich die Kennzeichnung ebenfalls. Instagram hat wohl auch die Notwendigkeit der Kennzeichnung eingesehen und stellt nun eine Kennzeichnungsoption bereit. "bezahlte Partnerschaft mit ..." lautet das Zauberwort. So können Influencer gesponsorte Beiträge von Unternehmen direkt unter ihren Beiträgen verlinken. Um das den Inlfuencern schmackhaft zu machen –  eigentlich erstaunlich, dass viele Influencer, die Einfluss ausüben, hier nicht die moralisch erwartbare Stärke haben, zu ihren bezahlten Posts zu stehen – bringt der Link Vorteile für Influencer und werbetreibendem Unternehmen gleichermaßen: Influencer und Unternehmen bekommen über den Link alle Daten. So weit so schön. Schließlich macht es einen Unterschied, ob mir mein Lieblingsinfluencer etwas sagt, das von Herzen kommt, oder etwas sagt, das von Herzen kommt, dem Herzen aber ein klitzeklein wenig mit Geld nachgeholfen wurde.

Kennzeichnungspflicht für KI im Kundenservice

Doch die sozialen Medien sind ja nicht das einzige Problemfeld, wo Blogger und Influencer schlampen. Es tut sich ein neues Feld auf: der Kundenservice, gesteuert mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz. 91 Prozent der Kunden wollen darüber informiert werden, ob sie im Chat oder am Telefon einem virtuellen Assistenten oder einer echten Person gegenübersitzen. Das besagen Zahlen aus der Umfrage „KI im Kundenservice“ von Pegasystems unter 6.000 Verbrauchern in sechs Ländern. Denn - Achtung, interessanter Wert - 46 Prozent glauben, dass sie in einem Chat den Unterschied zwischen Mensch und Maschine nicht feststellen können.

Wie auch immer: Schon kleinen Kindern bringt man bei, dass sie nicht lügen sollen. In einer Partnerschaft wird vieles verziehen, doch den Partner zu hintergehen werten die meisten Menschen als unverzeihlich. Und was privat gilt, sollte auch in der Geschäftswelt gelten. Wer anderer Meinung ist, werfe den ersten Stein.

Kennzeichnungspflicht für eine ehrliche Kundenbeziehung

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