Rochus Landgraf, Webguerillas, zum Wettlauf zwischen Google und Facebook.
Rochus Landgraf, Webguerillas, zum Wettlauf zwischen Google und Facebook. © Foto:Pressefoto

Google + | | von Annette Mattgey

Hat Google+ beim Handel tatsächlich die Nase vorn?

Zwischen den sozialen Netzwerken von Google und Facebook entspinnt sich ein Wettlauf um die Beliebtheit beim Einzelhandel. Nachdem die Suchmaschinen-Suche überragend zu den Klickraten und zum Umsatz beiträgt, ist die Neigung, den G+1-Button zu installieren, hoch. Zumindest in den USA. Darren Hermann, der als Chief Digital Officer für die Media-Agentur The Media Kitchen arbeitet,analysierte die Drittanbieter-Tags auf beliebten Seiten des Einzelhandels. Wenig überraschend, dass sich unter den Top Ten Google Analytics, Omniture und Doubleclick finden. Bei der Zählung kam auch heraus, dass Google+, obwohl kürzer am Markt, häufiger eingesetzt wird als Facebook oder Twitter. Hermann vermutet dahinter die Absicht, auf diese Weise auch sein Erscheinen in der Ergebnisliste von Google verbessern zu können. Unter den 20 untersuchten Seiten sind BestBuy, Gap, Old Navy, Disney, Walmart und Amazon. Bei 45 Prozent ist der Google+1-Button installiert, bei 40 Prozent der Like-Button und 15 Prozent kann man via Twitter folgen.

In Deutschland sind die Händler noch nicht ganz so weit. Ein zugegeben subjektiver Streifzug zeigt: Das Versandhandelsunternehmen Otto setzt auf Facebook und Twitter, H&M auf Facebook, Twitter und Youtube, die Baumarktkette Obi belässt es bei Facebook und am fleißigsten ist die Drogerie dm: Ihr kann man via Facebook, Twitter, Myspace und StudiVZ folgen.Google+-Präsenzen haben etwa Allianz, McDonald's und Burger King. Google selbst gibt keine Zahlen heraus, ist aber mit dem Interesse der Geschäftsleute seit dem Start am 7.November sehr zufrieden. Experten sehen durchaus gute Chancen für Google+. "Auf Facebook gibt es in der Tat noch keine wirklich erfolgreichen Online-Stores – in der Breite betrachtet", konstatiert Rochus Landgraf, Social Media Manager bei Webguerillas. "G+ ist im Moment in der Tat noch schwer zu beurteilen, vor allem da viele Unternehmen hier nur ihre Facebook-Fanseite 1:1 kopieren." Den Charme von Google+ sieht aber auch er in den Auswirkungen aufs Suchergebnis. Der Antrieb komme also "mehr aus Performance-Marketing-Sicht, statt aus Social-Sicht, sozusagen als Sozialisierungs-Zwang für Unternehmen." SEM/SEO-Fachmann Niels Dörje, Tandler.Dörje.Partner, sieht Facebook in seiner Bedeutung für den E-Commerce kritisch: "Momentan wird relativ wenig Umsatz im Retail-Bereich auf Facebook umgesetzt." Die Sympathie der Händler für den Google-Button kann Dörje daher gut verstehen. Aus strategischer Sicht rät Dörje jedoch zu weiteren Aktivitäten: "Es kommt darauf an, nicht nur Social Signals zu senden, sondern Social Informationen auf den verschiedenen Plattformen zu generieren und diese am besten über Facebook oder eigene Kanäle zu verbreiten"

Hat Google+ beim Handel tatsächlich die Nase vorn?

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