Irmela Schwab, Autorin von LEAD digital, blickt auf die Woche zurück.
Irmela Schwab, Autorin von LEAD digital, blickt auf die Woche zurück. © Foto:privat

Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Facebook und Kreative werben für Liebe

David gegen Goliath. Liebe gegen Hass. Das sind emotionsgeladenen Gegenpole, der Stoff aus dem Kriege und Siege sind. Eine neue Paarung lautet: Das Silicon Valley gegen die US-Regierung, in aktueller personenbezogener Aufstellung sind es Mark Zuckerberg gegen Donald Trump

Der Facebook-Chef träumt davon, den sozialen Gedanken, der seinem Netzwerk zugrunde liegt, zur Rettung der Welt zu verwenden. Nicht nur Freunde oder Familien sollen verbunden werden, sondern alle. Über diese "soziale Infrastruktur" soll die Weltgemeinschaft näher zusammenwachsen. So schildert es Zuckerberg aus dem technologie-getriebenen Silicon Valley in einem 5800 Wörter langen Manifest. "In den vergangenen zehn Jahren war Facebook darauf ausgerichtet, Freunde und Familien zu verbinden. Auf dieser Basis wird unser nächster Fokus sein, eine soziale Infrastruktur für die Gemeinschaft zu entwickeln", schreibt der 32-Jährige. Der Fortschritt erfordere, dass die Menschheit zusammenkomme, nicht nur in Städten oder Ländern, sondern in der globalen Gemeinschaft. 

Das klingt schwer nach einem Masterplan der Liebe. Zuckerberg, der Freiheitskämpfer. Indes baut Republikaner Trump an einem eigenen Wolkenschluss: eine Mauer, die die USA gegen Mexiko abgrenzt. Reich gegen arm. Weiß- gegen dunkelhäutig. Eine Welt voller Schablonen und Cluster. So lässt sie sich einfacher strukturieren. Der vermeintliche Feind lässt sich auf den ersten Blick erkennen.

Raster und Cluster will man aber weder in der Tech- noch in der Kreativ-Szene. Die modernen Dichter und Denker aus den USA denken in Fortschritt, wollen mit Brands, Produkte und Technologien einen Mehrwert bescheren. Gute Gefühle inklusive. 

Die Mauer gibt da viel Stoff für emotionsgeladene Botschaften her. Marken können sich über das Thema eindeutig positionieren, dafür oder dagegen. Hass oder Liebe, wie Diesel: “Make love not walls” ist die Flower-Power-Botschaft der Frühlingskampagne 2017. Zu sehen ist ein wilder Mix an Rassen, Religionen, Männern und Frauen, die sich umarmen und küssen. Für ein Miteinander der Welt, Gesellschaftsschichten, Ethnien und Geschlechter haben sich auch Super-Bowl-Spots von Anheuser-Busch und Audi stark gemacht, die in den sozialen Medien millionenfach geliked und geteilt wurden. Der digitale Wandel bringt damit auch den sozialen Wandel.

Facebook und Kreative werben für Liebe

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