TU Darmstadt | | von Annette Mattgey

Facebook löst Twitter als Nachrichtenschleuder ab

Internetnutzer empfehlen Links zu Nachrichten immer häufiger über das Online-Netzwerk Facebook und nicht mehr über den Konkurrenten Twitter. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Technischen Universitäten Darmstadt und Dresden. Berücksichtigt wurden dabei  Artikel aus den beliebtesten 15 Internetportalen. 2014 gaben die Leser 476.000 Beiträge insgesamt 75,4 Millionen Mal über Likes auf Facebook weiter. Das entspricht 91 Prozent aller empfohlenen Nachrichten (2013: 84,8 Prozent). Für Twitter entschieden sich nur noch 6,9 Prozent (2013: 12,4 Prozent). Konstant hält sich Google+ mit einem Anteil von 2,6 Prozent (2013: 2,8 Prozent).

"Twitter hat bei der Nachrichtenweitergabe an Boden verloren, während Facebook seinen Marktanteil ausbauen konnte», sagte Professor Thorsten Strufe von der Fakultät Informatik der TU Dresden. "Diese Entwicklung könnte zu einem Monopol für Facebook bei der Nachrichtenweitergabe in Sozialen Netzen führen", sagte Professor Oliver Hinz, Fachgebietsleiter im Bereich Electronic Markets an der TU Darmstadt.

Insgesamt ging die Zahl der Empfehlungen 2014 im Vergleich zum Jahr davor steil nach oben - von knapp 40 Millionen auf rund 83 Millionen. Beliebteste Quelle war nach Angaben der beiden Hochschulen bild.de (19,3 Millionen) gefolgt von Spiegel Online (17 Millionen), Zeit.de (8,7 Mio.), Focus Online (8,1 Mio.) und Welt.de (7,6 Mio.). Obwohl Spiegel Online seinen Spitzenplatz einbüßte, ist die Seite in der Ressortauswertung bei drei von fünf Kategorien weiter vorn: Geht es um Nachrichten aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, verbreiten Nutzerinnen und Nutzer am liebsten Meldungen von Spiegel Online. Bild.de ist führend im Bereich Sport, im Ressort Technik behauptete Heise.de seine Marktführerschaft aus dem Vorjahr.

Je nach Thema haben Nutzerinnen und Nutzer nicht nur ihre Lieblingsquellen für Nachrichten, die sie teilen, sondern auch starke Vorlieben für die gewählte Social-Media-Plattform, über die sie dies tun. Unter den am meisten über Facebook geteilten Berichten fanden sich vergleichsweise viele über Gewalttaten und Verbrechen; politische Themen liefen verstärkt über den Kurznachrichtendienst Twitter.

 

 

Die kontinuierliche Datensammlung zur Studie"Development of the Social Network Usage in Germany since 2012" begann Anfang 2012. Den Forschern der TU Darmstadt und der TU Dresden geht es vor allem darum, verlässliche Zahlen für die Nutzung der Sozialen Netzwerke zu gewinnen. Die reinen Nutzer-Statistiken seien wenig aussagekräftig, da viele User beispielsweise mehrere Accounts anlegten. Die wirkliche Nutzungs-Aktivität, die sich zum Beispiel am Teilen von Nachrichtenartikeln festmachen lasse, sei dagegen verlässlicher, so Oliver Hinz.

(dpa/am)

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