Groupons Börsengang | | von Irmela Schwab

Diversifizierung sticht Spezialisierung

Facebook hat vor kurzem den Musik-Streaming-Service Spotify integriert. Google launcht nun für sein soziales Netzwerk Google+ einen ebensolchen Dienst. Hat außerdem erst Zagat gekauft, das Online-Reservierungstool für Restaurants, und einen eigenen Schnäppchen-Service Deal of the Day nach Vorbild von Groupon gegründet. Muss das kalifornische Unternehmen denn wirklich überall dabei sein?

Ja, es muss. Der bevorstehende Börsengang von Groupon zeigt deutlich, dass eine einzige - vermeintlich super gute - Geschäftsidee oft nicht ausreicht, um sich gegen die kampfeslustige Konkurrenz abzusetzen - und den Abstand auch zu halten. Wenn die Idee mit High-Tech-Technologie wie Apples iPad zu tun hat, mag das etwas anderes sein (und selbst in dem Bereich wird rasch kopiert). Doch wenn die Idee so simpel ist wie im Fall Groupon, nämlich Gruppen-Rabatte anzubieten, ist Spezialistentum sicherlich fehlplatziert: Auch der neue Service Groupon Mobile, der Menschen unterwegs zeigt, welche Schnäppchen er aktuell und vor Ort gerade machen kann, wird nicht ausreichen, um die Marktführerschaft dauerhaft zu festigen.

Immerhin hat das Unternehmen aus Chicago seine finanzielle Lage kurz vor seinem IPO am 4. November verbessert: Dank eingesparter Marketingkosten betrugen die Verluste im dritten Quartal nurmehr 10,6 Millionen Dollar - im Vergleich zu 101,2 Millionen Dollar im Vorquartal. Die eingesparten Kosten sollte Groupon nun in neue Social-Media-Produkte stecken, die sich ins bestehende Portfolio einfügen.

Schließlich haben auch Online-Giganten wie Microsoft, Adobe, Yahoo und AOL schmerzlich erfahren: Wer sich auf dem Siegerpfad sicher fühlt, hat bereits verloren.

Diversifizierung sticht Spezialisierung

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