Daniel Weissleder | | von einem Gastautor

Die müssen Sie kennen: Fünf Instagrammer von fünf Kontinenten

Instagram hat Ende vergangenen Jahres bekannt gegeben, dass das Netzwerk inzwischen jeden Monat von mehr als 300 Millionen aktiven Usern besucht wird. Allein 100 Millionen Nutzer konnte Instagram innerhalb der letzten neun Monate hinzugewinnen. Rund 70 Millionen Fotos werden mittlerweile Tag für Tag von der Community hochgeladen.

Instagram wächst nicht nur stark, es weist auch aktuell die höchsten Interaktionsraten der großen sozialen Netzwerke auf und wird dabei überwiegend mobil genutzt. Unternehmen nutzen das Netzwerk intensiv für ihre Marketing-Aktivitäten – Nike, Netflix oder Mercedes sind nur einige Beispiele für Unternehmen, die auf Instagram bereits eigene Kampagnen lanciert haben, viel Arbeit in die Pflege eigener Accounts stecken oder mit bekannten Instagrammern kooperieren. Daniel Weissleder von Oliver Schrott Kommunikation hat mit fünf meinungsbildenden Instagrammern von fünf Kontinenten gesprochen, um herauszufinden, warum Instagram weltweit so erfolgreich ist und was Unternehmen bei der Zusammenarbeit mit den Influencern beachten sollten.

Pei Ketron, USA

Pei Ketron ist eine Vertreterin der überaus aktiven Instagram-Community in den USA. Die Fotografin wurde in Taiwan geboren, wuchs als Teil einer multikulturellen Familie in der Navajo Nation, Arizona, auf und lebt heute in San Francisco. Auf Instagram postet sie ausschließlich mit dem Smartphone erstellte Fotos. Alle anderen Bilder und Videos, die sie mit ihrer DSLR-Kamera aufgenommen hat, zeigt sie auf ihrer Website, auf Tumblr und auf Facebook. Dennoch ist Instagram für sie aktuell die wichtigste Plattform zur Darstellung ihrer Arbeit, mehr als 800.000 Menschen folgen ihr dort.

Dennoch sieht sie sich selbst nicht als Instagrammerin. Ketron: "Instagram ist einfach die Plattform, auf der mein Publikum aktiv ist, und darüber hinaus auch für Marken ein sehr interessanter Markt. Deshalb widme ich Instagram viel Aufmerksamkeit. Ich mag das Netzwerk, weil es dafür gesorgt hat, dass sich so viele Fotografen untereinander kennenlernen und vernetzen konnten und auch viele Anfänger mit dem Fotografieren begonnen haben. Instagram hat bewirkt, dass viele Menschen heute einfach rausgehen und ihre Umgebung erkunden – es hat die Aufmerksamkeit geschärft für die Dinge, die um uns herum passieren und es wert sind, dokumentiert zu werden."

Für die Amerikanerin ist es trotzdem wichtig, neben Instagram auch auf anderen Social-Media-Kanälen präsent zu sein. Selbst dann, wenn sie mit der Pflege ihrer diversen Accounts kaum noch hinterherkommt. Die starke Präsenz in den sozialen Medien sei für sie gleichzeitig eine essenzielle Legitimation für ihren Status, so Ketron. Es sei ihr außerdem wichtig, kontinuierlich an dem Diskurs rund um das Thema Fotografie mitzuwirken. Nicht zuletzt würden natürlich auch potenzielle Kunden zunächst googeln, mit wem sie es zu tun haben, und sich eher für jemanden entscheiden, der als Fotograf wirklich einen Beitrag leistet für seine Community, dort bekannt ist und respektiert wird.

Ketron hat auch schon Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Unternehmen gesammelt: "Es macht mir Spaß, in eine große Kampagne eingebunden zu sein und den Ablauf, bevor ein Shooting überhaupt stattfindet, Schritt für Schritt mitzubekommen – das ist eine tolle Lernerfahrung. Oft entwickelt sich auch ein richtiger Kameradschaftsgeist unter den beteiligten Fotografen, dann macht es natürlich umso mehr Spaß." Zu den Instagram-Profilen, die ihr in letzter Zeit besonders positiv aufgefallen sind, gehören unter anderem NYonAir, die ihr Produkt "Luftaufnahmen aus New York" über das Foto-Netzwerk vermarkten. Ihr Favorit sind momentan die Kampagnen von General Electric: "GE ermöglicht Fotografen und Instagrammern den Zugang zu unglaublichen Orten und riesigen Maschinen, um der Welt zu zeigen, was das Unternehmen eigentlich macht. Die Fotos, die aus diesen Produktionen entstanden sind, waren für mich oft eine Augenweide. Daher würde ich gerne einmal mit GE arbeiten. Ansonsten möchte ich weiterhin an Kampagnen zum Thema Reisen und an Kampagnen für gemeinnützige Organisationen mitwirken."

Gareth Pon, Südafrika

Auch außerhalb der USA kommen Instagrammer mittlerweile auf bemerkenswerte Reichweiten: Gareth Pon aus Johannesburg, Südafrika, folgen rund 220.000 Menschen über Instagram. "Ich sehe mich eigentlich selbst nicht als Instagrammer, sondern eher als Filmproduzenten und Fotografen, der eine große Anhängerschaft auf Instagram hat. Aber die Bezeichnung ‚Instagrammer‘ wird mehr und mehr anerkannt und als Beruf wahrgenommen. Instagram ist für mich definitiv zum wichtigsten Kanal geworden, um meine Arbeit zu zeigen. Ich nutze die App täglich und bekomme tolles Feedback von vielen Fans", erklärt Pon.

Die Plattform lebe vor allem vom regen Austausch der Community untereinander – die hohen Interaktionsraten unterscheiden sich deutlich von denen anderer großer Social Networks. "An Instagram gefällt mir, dass die Plattform stark durch die Community getrieben wird. Ich habe dort so viele großartige Leute und Fotografen kennengelernt, die das Thema Fotografie mit ihrer Arbeit jeden Tag weiter voranbringen. Da Instagram visuell so stark ist, ist es für mich einfach die Plattform, die mich am meisten anspricht", sagt Pon. Auch für ihn ist die Nutzung weiterer Social-Media-Kanäle unabdingbar, um sich im Gespräch zu halten und mit der Community auszutauschen. Pon: "Über Facebook stelle ich überwiegend Fragen an meine Fans. Twitter nutze ich, um interessante Artikel zu posten oder inspirierende Zitate und Fragen zu teilen. Auf meinem Blog poste ich eher Foto-Sets, wann immer ich dazu komme. Über Vimeo stelle ich meine Arbeit im Bereich Video dar."

Pon ist ständig auf der Suche nach Gelegenheiten, um Fotos zu schießen und damit Geschichten zu erzählen. Zudem hat er die Community "Instagrammers South Africa" gegründet, um die Instagram-Gemeinde in Südafrika zusammenzubringen. Mit Unternehmen hat Gareth Pon bereits mehrfach kooperiert: "Die Zusammenarbeit mit Unternehmen ist immer interessant, jede Kampagne ist anders und betritt neues, unbekanntes Terrain in der Welt von Instagram. Teil von Kampagnen zu sein macht immer auch Spaß, denn es geht nicht nur ums Fotografieren, sondern auch darum, den Unternehmen Orientierung und Beratung rund um Instagram als Plattform zu geben. Instagram ist wirklich ein dynamisches Medium, und viele Marken sind immer noch dabei, die Möglichkeiten auszutesten. Es ist toll, hier einen zusätzlichen Service als kreativer Berater anbieten zu können." Gareth Pon hat unter anderem bereits mit Nike zusammengearbeitet. Die Marke biete aus seiner Sicht die überzeugendsten Bilder und habe mit die besten Geschichten zu erzählen. In letzter Zeit ist ihm vor allem die US-Kampagne #GLApacked von Mercedes positiv aufgefallen. Für seine zukünftige Arbeit hat er klare Vorstellungen: "Ich würde gerne noch häufiger mit Marken arbeiten, die die Kraft des Storytellings wirklich verstehen, die Grenzen der mobilen Fotografie weiter verschieben sowie einzigartige Orte und Locations erkunden wollen."

Christoffer Collin, Schweden

Christoffer Collin aus Karlskoga in Schweden – bei Instagram besser bekannt als Wisslaren – hat mehr als 800.000 Follower auf dem Foto-Netzwerk. Seinen heutigen Status hat er sich hart erarbeitet. Er war schon sehr früh bei Instagram dabei und gleichzeitig sehr aktiv, hat sich mit anderen Usern vernetzt und ausgetauscht, konsequent Hashtags im Zusammenhang mit seinen Bildern verwendet. Irgendwann landete er auf der sogenannten. „Search & Explore-Page“ bei Instagram – hier werden bestimmte User und Bilder-Postings der Instagram-Community auf Grundlage eines speziellen Algorithmus prominent empfohlen.

Mit der Bezeichnung Instagrammer hat er kein Problem: "Ich würde mich auf jeden Fall als Instagrammer bezeichnen, aber das hat nichts damit zu tun, dass ich viele Follower habe, sondern wie ich die Plattform nutze. Wenn man Spaß daran hat, Fotos zu schießen, Freunde zu finden und sich über die Plattform mit anderen Leuten zu verbinden, dann ist man für mich ein Instagrammer." Die Plattform habe seine Augen für die Welt der Fotografie erst richtig geöffnet, sagt Collin, denn vorher habe er damit weder Erfahrungen gesammelt, noch habe er einen Bezug dazu gehabt. Doch obwohl Instagram aktuell der wichtigste Kanal für ihn ist, möchte Collin gerne aus der "Blase" herauswachsen und auch abseits der Plattform neue Projekte an Land ziehen. Auf anderen Social-Media-Netzwerken ist er zwar registriert, nutzt diese aber kaum – mit Instagram hat er aktuell auch genug zu tun.

Auch wenn er nicht für Kampagnen unterwegs ist, schaut er sich jeden Tag den Wetterbericht an, um keine Gelegenheit für einen schönen Sonnenauf- oder -untergang zu verpassen oder sogar Fotos bei Nebel und Regen zu schießen. Auf Reisen für Kampagnen ist der Tag oft durchgeplant mit Locations, die zu einer bestimmten Zeit besucht und fotografiert werden müssen. Anschließend geht es zurück an den Computer, um die Bilder zu bearbeiten, sie auf Instagram zu posten und mit Bezug auf den Kunden und die Location zu beschriften. Die weniger glamouröse Seite des Daseins als Instagrammer bedeutet oft, viel Zeit in Flugzeugen, an Flughäfen sowie in Bus und Bahn zu verbringen, aber am Ende des Tages nimmt Collin das gerne in Kauf.

Was die Arbeit mit Unternehmen und Marken angeht, ist er wählerisch: "Mir ist es wichtig, dass ich eine authentische und wahrhaftige Bindung zu meinen Followern aufrecht erhalte und nicht so wirke, als ob ich mich verkaufen würde. Wenn ein Unternehmen auf mich zukommt und ich das Gefühl habe, dass ich es auf glaubwürdige und schöne Art und Weise in meine Seite integrieren kann, dann bin ich gerne dabei. Generell denke ich, es ist viel glaubwürdiger und ansprechender, wenn Unternehmen bei ihren Kampagnen auf ‚weniger ist mehr‘ setzen, anstatt der Community ihre Marke unter die Nase zu reiben. Instagram ist eine visuelle Plattform, und die Integrität der Künstler ist ein integraler Bestandteil. Wird eine Kampagne zu weit getrieben und die Posts sind faktisch Werbung statt das Ergebnis einer Zusammenarbeit, dann glaube ich, dass es bei den Followern einen sehr faden Beigeschmack hinterlässt", gibt Collin zu bedenken.

Lauren Bath, Australien

 

Lauren Bath aus Australien arbeitete früher als Köchin, bevor sie vor zwei Jahren ihren Job aufgab und sich auf die Foto-Plattform konzentrierte. Sie gehörte zu den ersten professionellen Instagrammern weltweit und war mutmaßlich die erste in "Down Under". Heute hat sie mehr als 350.000 Follower. "Ich bin so weit gekommen, weil ich schon in einem sehr frühen Stadium aktiv auf der Plattform unterwegs war sowie viel Zeit und Liebe in meine Community und meine Fotografie investiert habe", erklärt Bath. Sie fokussiert sich in ihrer Arbeit auf Reisen sowie die Vermarktung von Reisezielen – und sieht sich deshalb auch eher als Reisefotografin oder Marketing-Expertin, weniger als reine Instagrammerin.

Kürzlich hat Lauren Bath eine eigene Instagram-Kampagne gestartet und eine Reise mit 25 Personen nach Dubai organisiert. Sie betreibt Projektmanagement, Beratung und Schulungen in den Bereichen Social-Media-Marketing sowie Fotografie für Social-Media-Kanäle. "Instagram ist mit Abstand die wichtigste Plattform für mich, hieraus schöpfe ich meine Inspiration. Meine Community ist sehr engagiert, deshalb ziehe ich Instagram jeder anderen Plattform vor. Ich fühle mich richtig schuldig, weil ich kürzlich meine bisher längste ‚Insta-break‘ von fast zwei Wochen genommen habe und hasse es regelrecht, der Plattform so lange fernzubleiben. Es gibt mir das Gefühl, von der Community abgeschnitten zu sein, und ich weiß, dass ich eine Menge verpasse. Denn das Besondere an Instagram ist die Community – das sagen wir alle, weil es einfach stimmt", sagt Bath.

Auch wenn Instagram nur eine App sei, habe das Foto-Netzwerk ihr Leben verändert und sie habe dadurch viele tolle Menschen kennengelernt. Bath meint sogar, sie könne ehrlich von sich behaupten, durch Instagram ein anderer, besserer Mensch geworden zu sein. Ein typischer Tagesablauf sieht für Lauren Bath so aus: Abhängig von der Jahreszeit, fotografiert sie zwischen 4:00 und 6:00 Uhr morgens den Sonnenaufgang. Beim Frühstück bearbeitet sie die ersten Fotos und lädt sie hoch. Anschließend fotografiert sie die Motive, die weniger vom Licht der Morgensonne abhängig sind. Während des Mittagessens editiert sie erneut ihre Fotos und lädt sie bei Instagram hoch. Dabei verbringt sie jedes Mal rund 30 bis 45 Minuten damit, sich mit anderen Usern bei Instagram auszutauschen und andere Fotos in ihrem Stream zu liken. Am Nachmittag geht Bath ihrer Arbeit abseits des Fotografierens nach oder ruht sich aus, bevor sie abends den Sonnenuntergang fotografiert und nach dem Abendessen manchmal noch für Nachtaufnahmen rausgeht. Der letzte Upload bei Instagram erfolgt aus dem Bett, bevor sie schlafen geht.

Wenn sie nicht für Reisekampagnen unterwegs ist, verbringt sie außerdem viel Zeit am Schreibtisch mit E-Mails, dem Austausch mit Kunden, der Erstellung von Marketing-Reportings sowie dem Editieren von Fotos. Dabei arbeitet Lauten Bath gar nicht so häufig mit Unternehmen zusammen: "Die einzige Ausnahme sind Reiseunternehmen. Es ist gar nicht so, dass ich nicht wollen würde, aber viele Unternehmen in Australien sind einfach noch nicht so weit. Meine Reichweite auf Instagram habe ich aufgebaut, indem ich meinem Bauchgefühl und meiner Fotografie vertraut habe. Jedes Mal, wenn ich von meinen normalen Botschaften oder Fotos abweiche, bekomme ich eine negative Reaktion von meinen Followern. Ich versuche immer sehr ehrlich zu sein und es auch mitzuteilen, wenn ich an bezahlten Reisen teilnehme, sodass meine Follower wissen, dass ich immer noch fotografiere, was ich möchte, und meine Erfahrungen auf natürliche Art und Weise teile. Deshalb funktionieren Reisen und Reiseziele auch gut für mich. Es tut niemandem weh, dass ich meinen Traum lebe, und meine Begeisterung und Liebe für das Reisen kommen dabei gut rüber."

Lauren Bath kritisiert, dass Unternehmen häufig Influencer dazu zwingen wollen, Produktfotos zu schießen und mit werblichen Beschriftungen zu versehen. Das könne sowohl dem Influencer als auch dem Unternehmen selbst schaden. Sie selbst setzt Instagram für Marketing-Zwecke ein, indem sie auf eine natürliche Brand Awareness setzt – etwa indem sie Fotos schießt, die das Auge des Betrachters fesseln, und die Marke dann nur in der Bildunterschrift erwähnt. Sie arbeitet gerne mit Marken aus den Bereichen (Abenteuer-)Reisen und Fotografie zusammen, da diese zu ihr passen. Für sonstige Kooperationen ist sie aufgeschlossen, solange das Unternehmen dazu bereit ist, ihre Ideen anzuhören und ihr auch zu vertrauen.

Hiroaki Fukuda, Japan

Hiroaki Fukuda alias Hirozzzz kommt aus Tokio, Japan, und hat rund 335.000 Follower auf Instagram. Auch für ihn ist das Foto-Netzwerk vor allem ein wichtiger Kanal, um seine Arbeit zu zeigen. Fukuda hatte keinerlei Erfahrung als Fotograf, bevor er zu Instagram kam – die Plattform half ihm erst dabei, seine Karriere als Fotograf ins Rollen zu bringen. Instagrammer zu sein hieße für ihn auch, nahezu in Echtzeit zu posten. Fukuda dagegen wählt seine Inhalte lieber sorgsam aus, um seinem eigenen Stil möglichst treu zu bleiben. Er orientiert sich dabei an Fotografen, die es schaffen, die Grenzen der Fotografie zu verschieben und permanent hohe Qualität abzuliefern. Gleichzeitig versucht er, mit seiner Arbeit nah an den Dingen dranzubleiben, die um ihn herum passieren – auch wenn das vielleicht bedeutet, dass er seine Inhalte erst mit Verzögerung bei Instagram hoch lädt.

Das Foto-Netzwerk hat für ihn eine große Bedeutung. Fukuda: "Instagram wird für mich immer etwas Besonderes sein – aus vielerlei Gründen. Die Plattform hat mir dabei geholfen, meine Leidenschaft für das Fotografieren zu entdecken. Wenn das nicht passiert wäre, hätte ich niemals Teil dieser großartigen Instagram-Community werden können, hätte nicht all diese talentierten Menschen aus der ganzen Welt kennengelernt oder die Möglichkeit gehabt, die Erde auf diese Art zu sehen und zu bereisen. Die Unterstützung aus der Community ist einfach unglaublich. Sie ist der wesentliche Grund dafür, dass ich so motiviert war, dranzubleiben und immer besser zu werden. Es geht mir weniger darum, Interaktion zu erzeugen, sondern vielmehr darum, die besten Momente für meine Community festzuhalten. Ich glaube, das hat wesentlich dazu beigetragen, dass ich mich als Fotograf weiterentwickeln konnte. Ich liebe es, dass Instagram die Welt ein Stück kleiner macht und uns die Möglichkeit gibt, Inhalte von überall nahezu in Echtzeit zu verfolgen."

Andere Social-Media-Kanäle spielen für Fukuda kaum eine Rolle. Twitter nutzt er kaum und Facebook überwiegend privat, sodass das Netzwerk für seine Arbeit nicht relevant ist. Lediglich Tumblr ist für ihn hierfür wichtig, da er dort seine Bilder in hoher Auflösung hoch lädt, ebenso wie Fotos, die er mit seiner Spiegelreflex-Kamera (DSLR) aufgenommen hat. Deshalb empfiehlt er den Tumblr-Auftritt auch seinen Followern auf Instagram. Wenn er nicht für Kampagnen unterwegs ist, nimmt sich Fukuda viel Zeit, um Fotos zu schießen und diese zu editieren. Für ihn ist es ein Traum, seine Arbeit mit dem Reisen verbinden zu können. Doch auch wenn das Fotografieren für ihn zum Beruf wurde, betrachtet er es weiterhin auch als Hobby, um seine Neugier zu befriedigen. Deshalb ist er häufig in Japan unterwegs und erkundet Orte, an denen er vorher noch nie gewesen ist.

Bei der Zusammenarbeit mit Unternehmen ist er sehr wählerisch: "Ich denke, Unternehmen nutzen Instagrammer vor allem als digitale Influencer. Aber sie fangen auch an, den Wert der Zusammenarbeit mit Kreativen und Künstlern zu erkennen. Auch wenn ich oder andere Instagrammer viel Einfluss haben, glaube ich, dass der kreative beziehungsweise künstlerische Aspekt eine große Rolle im Rahmen von Kampagnen spielt und auch beeinflusst, mit wem man arbeitet. Ich selbst wäge sehr genau ab, welche Unternehmen und Kampagnen ich auf Instagram begleite. Ich würde niemals meinen Stil verändern, nur um eine Kampagne zu rechtfertigen. Glücklicherweise durfte ich bisher mit Unternehmen arbeiten, die meinen Stil zu schätzen wissen und nicht versuchen, ihn zu beeinflussen. Ich sehe die Zusammenarbeit mit Unternehmen gerne als ein gemeinschaftliches Bestreben, etwas Besonderes zu kreieren – und ich denke, so sollte es auch sein. Denn mir selbst und meiner Community treu zu bleiben steht für mich an erster Stelle." In Zukunft würde Fukuda gerne einmal einen Roadtrip durch Japan im Rahmen einer Automotive-Kampagne machen.

Jeder der fünf vorgestellten Instagrammer hat eine eigene Geschichte zu erzählen und setzt in seiner Arbeit unterschiedliche Schwerpunkte.

Dennoch lässt sich ein Fazit ziehen:

  • Wer als Fotograf auf Instagram seine Reichweite erhöhen möchte, muss sich voll auf die Community einlassen – nur mit ihrer Hilfe werden aus Fotografen echte Influencer. Zudem ist es als Fotograf wichtig, einen eigenen Stil zu kreieren und diesen auch konsequent beizubehalten. Der kontinuierliche enge Austausch mit der Community ist unabdingbar, auf jedes Feedback zu Bildern sollte immer auch reagiert werden. Man braucht Durchhaltevermögen, muss am Ball bleiben und dauerhaft sehr aktiv sein. Die konsequente Nutzung von Hashtags erhöht die Sichtbarkeit von Bildern. Mit etwas Glück landet man vielleicht irgendwann auf der "Search & Explore-Page" bei Instagram, und die eigenen Bilder erreichen eine größere Sichtbarkeit – und die Anzahl der Follower steigt plötzlich rapide an.
  • Unternehmen, die mit Instagrammern zusammenarbeiten wollen, sollten deren künstlerische Freiheit respektieren. Keiner profitiert davon, wenn die Influencer zu werblichen Posts genötigt werden und dadurch an Glaubwürdigkeit einbüßen. Zudem sollte man nur eine Zusammenarbeit mit Instagrammern anstreben, die wirklich zur Marke und zum Unternehmen passen, anstatt nur ihre Reichweite zu betrachten. Schlechte Bilder bleiben schlechte Bilder, auch wenn sie von vielen gesehen werden. Einflussreiche Instagrammer lassen sich mittlerweile Posts für Unternehmen von diesen mit Tausenden von Euro bezahlen – ob das für Unternehmen wirklich Sinn macht, ist zumindest fragwürdig. Im Einzelfall kann es durchaus interessanter sein, einem Influencer im Rahmen einer Kampagne den Unternehmens-Account für eine bestimmte Zeit zu übergeben, um von dessen kreativem Input sowie Wissen rund um die Plattform zu profitieren. Es kann sich zudem auch lohnen, Instagrammer schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt in die Planung einzubinden, anstatt sie in eine bereits komplett durchorganisierte Kampagne zu integrieren. Die kreativen Fotografen wissen häufig am besten, was auf der Plattform funktioniert und wie sich eine Marke gut inszenieren lässt, ohne diese zu sehr in den Vordergrund zu stellen und dadurch User womöglich abzuschrecken.
  • Auf Instagram ist überwiegend die junge Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen vertreten, während die Zielgruppe ab 50 Jahren dem Netzwerk kaum etwas abgewinnen kann. Zudem wird das Foto-Netzwerk mehr von Frauen als von Männern sowie häufiger von Stadtbewohnern genutzt. Es bleibt deshalb für jedes Unternehmen im Einzelfall genau abzuwägen, ob Instagram die passende Plattform für eine geplante Kampagne ist.
Die müssen Sie kennen: Fünf Instagrammer von fünf Kontinenten

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht