Social PR | | von Annette Mattgey

Die Goldenen PR-Regeln für Wikipedia

Kurzen Prozess macht die englischsprachige Wikipedia-Gemeinde, wenn sie einen Hauch von PR wittert. Die deutsche Wikipedia ist da lässiger. "Wenn PR-Leute Inhalte in einem Artikel ändern, die neutral geschrieben und ausreichend belegt sind, kümmert das die meisten Autoren eher wenig", erklärt Markus Franz im LEAD digital-Interview. Unternehmen und bezahlte Schreiber sind in der Online-Enzyklopädie nach gewissen Regeln willkommen. Darüber hat die deutsche Wikipedia Ende Oktober abgestimmt. Franz, der sich mit seiner PR-Agentur Sucomo auf Wikipedia spezialisiert hat, hat zusammen mit Anja Floetenmeyer (Bild), Aufgesang Public Relations, einen aktuellen Leitfaden mit den wichtigsten Regeln rund um Wikipedia verfasst.

„Wer sich engagieren möchte, will nicht über Fallstricke stolpern – versteht aber schon das Wikipedia-interne Vokabular nur selten“, so Floetenmeyer, Mitautorin des 22-seitigen Guides, der in einem Glossar das Wikipedia-Sprech auch für Laien verständlich übersetzt. Wem die Relevanz von Wikipedia bisher noch nicht klar war, dem geben Franz und Floetenmeyer Nachhilfe: Wikipedia ist eine der meistgenutzten Websites. Wer hier präsent ist, erreicht alle seine Stakeholder gleichermaßen. Außerdem misst Google Wikipedia einen hohen Wert bei, so dass Wikipedia-Artikel regelmäßig unter den vorderen Treffern zu finden sind.

Zum Einstieg machen die Autoren die Leser mit den Goldenen Regeln von Wikipedia vertraut:

# Transparenz: Wikipedia garantiert jedem Autor uneingeschränkte Anonymität und befürwortet gleichzeitig Transparenz. Ein verifiziertes Konto ist daher am besten geeignet, um die Herkunft eines Autors auszuweisen und mit kommerziellem Hintergrund Artikel zu ändern.

# Quellenarbeit: Wikipedia ist eine Enzyklopädie – und nicht der verlängerte Arm der Website des Unternehmens. Der Leser soll in der Lage sein, sämtliche Angaben durch reputable Quellen zu überprüfen. In den meisten Fällen sind PR-Informationen, die Website des Unternehmens sowie Blogs nicht als Quelle geeignet.

# Lernfähigkeit: Wikipedia verlangt nicht, dass ein neuer Autor sämtliche Regeln und Richtlinien auswendig kennen muss. In der Regel belohnt die Community mutige Autoren und verzeiht gravierende Fehler – sofern sie nicht absichtlich geschehen.

In den folgenden Kapiteln geht es etwa um die Relevanzkriterien bei Wikipedia. In der Regel fallen darunter etwa Unternehmen, wenn sie mehr als 100
Millionen Euro Umsatz oder 1.000 Mitarbeiter aufweisen. Aktiengesellschaften werden ebenfalls als relevant eingestuft. Ausnahmen gibt es für Branchen, in denen üblicherweise eher kleinere Akteure agieren.

Warum ein verifiziertes Benutzerkonto sinnvoll ist, wann man bei Einträgen nachbessern muss und wie man mit Bildern und Lizenzen umgeht, sind weitere Themen. Der Leitfaden beschreibt zudem praxisnah, was das Support- und das Mentorenteam leisten können und sollen, welche Hilfe man auf Diskussionsseiten erhält und wie sich knifflige Situationen von vornherein vermeiden lassen.

Gegen Tweet oder Facebook-Share steht der 22 Seiten umfassende Guide „Public Relations in Wikipedia: Leitfaden für erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit“ kostenlos hier zum Download zur Verfügung.

Die Goldenen PR-Regeln für Wikipedia

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