Content Marketing - oder lieber doch nicht?
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Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Content Marketing - oder lieber doch nicht?

Content Marketing - oder lieber nicht: Das war die heiß diskutierte Frage, auch noch in dieser Woche. Den Auftakt machte Thomas Strerath, Vorstand bei Jung von Matt, der sich vernichtend über Content Marketing äußerte: Zu viele Inhalte bei E-Commerce-Anbietern hielten "eher von der Auseinandersetzung mit ihrem Angebot und vom Kauf" ab. Matthias Schrader, Gründer und CEO Sinner Schrader, hält nun dagegen: "Um in der Relevanz-Logik des Netzes Aufmerksamkeit zu finden, braucht es große Content-Mengen. Nur so besteht überhaupt eine Chance, in die Alltagsstreams der Nutzer zu gelangen."

Der Schradersche Dagegen-Argumentations-Content lässt wiederum Kerstin Hoffmann nervös zusammen zucken. Die Strategie- und Kommunikationsberaterin erklärt im aktuellen W&V-Beitrag: Zuviel Content nervt. Wenn alle Pegel steigen, sei keinem geholfen. Das "Unfollow" sei schließlich nur einen Klick entfernt. Schlagkräftige Argumente. Eventuell werden sie von einem weiteren Content-Experten gekontert? Freiwillige vor!

In der aktuellen Ausgabe von LEAD digital geht es ebenfalls darum, dass - im Hoffmanschen Sinne gesagt - endloses bloßes Gelaber allein nichts bringt. Vielmehr geht es ums aktive Machen: Damit sind nicht nur Unternehmen und Agenturen gemeint, die Tools und Technologien zu einer unikaten Kommunikationsmaschine zusammenführen sollten. Sondern auch die User, die Konsumenten, die am Ende aktiv ins Storytelling einschalten können, um daraus Storymaking zu betreiben. Äh... - was bitte?

Einfacher erklärt sich das mit einem handfesten Beispiel: Beim Eye Ride von BMW etwa konnten über Virtual Reality selbst Konsumenten ohne Führerschein das BMW R nineT probefahren - und sich dabei sogar den Wind um die Nase wehen lassen. Hinterher konnten sie ihren Freunden von ihrem persönlichen Erlebnis auf den sozialen Medien erzählen.

Dass dieser Mix - Event plus Social Media - derzeit eine Traumkombi ist, hat nicht nur der Super Bowl gezeigt. Auch während der Fashion Week in New York setzten die Modehändler diese Woche auf ihre soziale Community: Auf Snapchat verbreiteten Händler wie Neiman Marcus oder Saks Fifth Avenue Behind the Scene-Material bevor die Schauen überhaupt losgingen.

Während Snapchat als aufstrebender Stern am Social Media-Himmel gilt, erlischt der von Twitter immer mehr. Kurz und gut: Der Kurnachrichtendienst hat es versäumt neue spannende Produkte einzuführen, die den Traffic anheizen. So wie das Facebook gemacht hat, oder auch Amazon. Bei den Best Brands in München wurde der Etailer in dieser Woche als "beste wachstumsstärkste E-Commerce-Marke" ausgezeichnet. Zu Amazons Wachstum beigetragen haben Neuprodukte wie Amazon Prime Music und Amazon Fire TV sowie der Ausbau von Amazon Prime als Content-Schnittstelle. 

Lebensmittelhändler Rewe hat es als E-Commerce-Marke übrigens an die zweite Stelle geschafft. Für Serviceplan-Chef und Best Brands-Veranstalter Florian Haller ein Zeichen, "dass klassische Händler das Thema Omnichannel endlich ernst nehmen".

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