Blogs als Recherchequelle sehr geschätzt
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Umfrage | | von Annette Mattgey

Blogs als Recherchequelle sehr geschätzt

Raus aus der Schmuddelkinder-Ecke: Für Journalisten sind Blogs sind inzwischen zum festen Bestandteil der Redaktionsarbeit geworden. Zwei von drei Journalisten nutzen sie für Recherchen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die Pressesprecher und Blogger Jost Broichmann (Bild) durchgeführt hat. Ein Viertel der Befragten nutzt regelmäßig Blogs für Recherchen, 42 Prozent nutzen sie gelegentlich und 33 Prozent verzichten darauf. Broichmann betreibt selbst Blogs und ist für die Öffentlichkeitsarbeit des Ökostromanbieters Wemag veratwortlich. Mit Unterstützung des DJV wollter er herausfinden, ob und wie sich seine Kollegen auf der anderen Seite des Schreibtisches mit Blogs befassen. 

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Die Mehrheit der Pressevertreter – 83 Prozent – liest Blogs. 55 Prozent sind Gelegenheitsleser, 15 Prozent lesen sie regelmäßig und 13 Prozent haben gar einen oder mehrere Blogs im Abo. Bei der Arbeit sind die Journalisten etwas zurückhaltender mit Blogs: 67 Prozent nutzen sie für ihre Arbeit. Und etwas mehr als ein Drittel der Journalisten (36 Prozent) hat für einen Artikel oder Beitrag schon aus einem Blog zitiert. Die Erklärung für die geringe Quote lieferte Peter Steinfurth, Chefredakteur der Zeitschrift Oldtimer Markt: “Wenn Journalisten Blogs nicht nutzen, muss das ja nicht daran liegen, dass sie keine Blogs kennen oder lesen. Es ist vielmehr so, dass die inhaltliche Qualität von Blogs für Journalisten nicht sicher genug einschätzbar ist und deshalb grundsätzlich nachrecherchiert werden muss.”

Auch private Blogs sind bei Journalisten beliebt

Kein Wunder, denn sie schrecken auch vor privaten Blogs als Quelle für ihre professionelle Arbeit nicht zurück. Spitzenreiter mit 77 Prozent sind zwar Nachrichten- oder Themenblogs, aber dicht gefolgt von privaten Blogs mit 71 Prozent. Mit deutlichem Abstand folgen Micro Blogs wie Twitter, Facebook oder Tumblr mit 49 Prozent. Corporate-Blogs kommen auf 38 Prozent. Immerhin: die Blogs von Unternehmen genießen anscheinend mehr Vertrauen, als die von Nichtregierungs-Organisationen, diese kommen nur auf 30 Prozent.

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Das Ansehen von Corporate Blogs lässt sich auch an einem anderen Indikator deuten. Zwölf Prozent der Journalisten halten einen Mitarbeiter- oder Unternehmensblog sogar für relevanter als die Pressewebseite des jeweiligen Unternehmens.

Im Feuilleton sitzen die Blog-Verweigerer

Die Nachrichtenressorts Wirtschaft, Finanzen und Politik lassen sich von Blogs inspirieren, bei den Kollegen aus der Kultur werden diese Quellen allerdings mit spitzen Fingern angefasst.

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