Markus Sekulla | | von Markus Sekulla

Blogger Relations: Der nächste Schritt ist fällig

Viel wird dieser Tage über das Thema Blogger Relations geschrieben. Ich lese es schon lange nicht mehr. Warum auch? Das meiste ist eh Gejohle, dass Firmen und Agenturen Blogger noch nicht richtig behandeln oder dass Blogger zu schlecht zu fassen sind oder sich nicht professionell verhalten. Diese Thesen befinden sich gefühlt in einer Endlosschleife.

Mein Kollege Johannes Lenz hat neulich einen thesenreichen Artikel geschrieben. Man solle sich vom Wort Blogger Relations trennen, und sich stattdessen in Richtung Influencer Relations bewegen. Ich meine, das schließt sich nicht unbedingt aus. Als PRler suche ich nach Onlinern mit großer Reichweite, Influencer eben. Ob diese nun ihre „Gefolgschaft“ mit einem Blog, via Youtube, Facebook oder auch Instagram erreichen, ist mir ziemlich egal.

Den besten Titel der letzten Zeit fand ich: „Können wir aufhören, über das Thema Blogger-Relations zu reden?“ von Gilly, also einem der es wissen muss. Und er hat so recht... Wie oben schon angedeutet, dreht sich das Thema im Kreis. Diskussionen sind immer gut, aber es kommen kaum neue Argumente  und das auch schon seit Monaten nicht mehr. Eigentlich braucht es nichts weniger, als noch einen Artikel zu diesem Thema, daher hier nur ein paar Ansätze, die mir wichtig scheinen. Der letzte Artikel von mir zu dem Thema auf unbestimmte Zeit. Versprochen.

Anmerkung: Ich vermarkte eines der größten deutschen Blogs (Tech) und werde von Firmen und Agenturen für Blogger Relations gebucht.

Klassische Blogger Relations – Zeit für neue Ufer

Blogger Relations sind im letzten Jahr ins Zentrum meiner Dienstleistung gerutscht. Ähnlich wie vor drei Jahren jedes Unternehmen unbedingt Facebook haben wollte. Dabei ist mir wichtig, dass man sich von den klassischen Blogger Relations verabschiedet.

Was sind klassische Blogger-Relations? Ganz einfach, man schickt Blogger xy ein Produkt mit den besten Wünschen: „Bitte liebe(r) xy, schau dir doch mal unser Produkt an und wenn du möchtest, dann schreib doch darüber, gerne auch positiv, aber bitte objektiv“. Und am besten sind es nicht nur ein paar Blogger, sondern 20+. Klar, es soll schließlich auch Reichweite erzielt werden, doch je mehr Ausendungen es waren, desto mehr wurde vor negativen Artikeln gezittert.  Nettes Konzept, aber damit ist auf lange Sicht nichts mehr zu holen. Diese Form der Zusammenarbeit bildet (in dosierter Form, siehe nächster Absatz) eine gute Basis der Online-Berichterstattung, mehr nicht. Wir müssen weiter, nicht zuletzt aus dem Grund, dass auf diese Idee natürlich schon fast alle Firmen und Agenturen gekommen sind.

Als reichweitenstarker Tech-Blogger bekommt man Geräte und Zubehör von so gut wie allen Firmen, die auch nur im erweiterten Bereich Technik zu verorten sind. Dabei werden Geräte an viele Blogger verschickt, oft auch solche, die eigentlich keine Reichweite haben und das Geld (hart gesagt) nicht wert sind, außer man möchte diese langfristig und strategisch aufbauen.

Ich würde mir als Firma einen Kreis von drei bis fünf Bloggern mit entsprechend attraktiver Reichweite suchen, die in meinem Bereich relevant sind und mit diesen längerfristig kooperieren. Diese bekommen dann Geräte und berichten. Vielleicht fließt noch ein wenig Geld, muss aber nicht, denn diese Blogger werden als Erste die Geräte testen können und damit guten und uniquen Content bekommen. Es braucht also oft noch nicht einmal Geld, frischer Content ist oft Bezahlung genug.

Darüber hinaus könnte man diese Blogger jedes halbe Jahr einladen und mit ihnen zum Beispiel die Unternehmensrichtung der nächsten sechs Monate besprechen. Vielleicht gibt man ihnen auch etwas,  bei dem sie sich einbringen oder mitentscheiden können. Auch das gibt es schon lange, ist für mich aber in der Dosierung ein guter Kooperationsweg, den man hegen und pflegen sollte.

Worauf kommt es in Zukunft also an?  Zurück in die Vergangenheit?

Eigentlich hatten wir Blog-Sponsorships doch schon mal und ich dachte, die seien schon längst wieder out. Doch nochmal, trennen müssen wir uns von 20 Paketen an 20 Blogger, die oft sowieso überlappende Zielgruppen haben. Was wir unbedingt brauchen, sind unauffälligere, pfiffige Möglichkeiten, am Schaffen der Blogger zu partizipieren.

Beispiel: Viele Blogger machen Fotos oder Videos. Ziel wäre es dort mit einem kleinen Hashtag in der Ecke aufzutauchen „shot with a #productname“. Dafür wird das Gerät und ggf. ein kleines Honorar für jedes Foto oder Video gestellt. Die Zuschauer werden sich leichter an eine Firma gewöhnen, die konstant in einem Foto oder einem Video auftaucht, als wenn es ständig neue Firmen gibt, die in Texten/Fotos/Videos als Advertorial oder noch schlimmer, in gefärbten Inhalten auftauchen. Klar kann man über viele Produkte schreiben, doch Geld fließen sollte meiner Meinung nach nur von einigen wenigen Unternehmen.

Mit derartigen Sponsorships habe ich jetzt mehrfach (und ausschließlich) positive Erfahrungen gemacht. Nichts ist schlimmer, als wenn man als Blogger für zu viele Produkte wirbt und damit nicht klar ist, wofür man steht. Ist für den Blogger vielleicht nicht so lukrativ, wie sich von mehreren Firmen Advertorials oder Sponsored Videos bezahlen zu lassen, man kann solche Projekte aber natürlich auch mit zwei oder drei Firmen machen. Nur am besten sollte die Werbung gut eingebunden sein. Nicht zu auffällig sein. Hashtags in Videos, unter Instagram Bildern, Produkte in kreativen Produkttests,... Möglichkeiten gibt es viele.

Reichweitenstarke Blogger sind begehrt. Leicht ist es nicht, mit ihnen eine Kooperation von Null auf zu starten, es ist sogar fast unmöglich sie exklusiv zu bekommen. Trotzdem geht es für mich in Richtung cleverer Sponsorships.  Nicht unbedingt à la „Powered by ...“, sondern um pfiffige Einbindung in die Kanäle des Bloggers.

Markus Sekulla ist einer der "Digital Leader", einer festen Gruppe von Bloggern, die ihre Meinungen und Kommentare via LEAD digital verbreiten. Mehr zum Autor und den weiteren Mitgliedern der "Digital Leader" lesen Sie hier auf der Übersichtsseite.

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