Geteiltes Echo auf neue Google AdWords-Erweiterung
© Foto:Greenlight

Enhanced Campaigns | | von Annette Mattgey

Geteiltes Echo auf neue Google AdWords-Erweiterung

Willkommen im Multiscreen-Zeitalter: Google hat mit seiner Aktualisierung von AdWords den Weg für eine noch genauere Kampagnensteuerung freigemacht. Das Echo aus der Branche zu den "Erweiterten Kampagnen" ("Enhanced campaigns") ist geteilt. Ab sofort können Werbungtreibende über die neue Kampagnenverwaltung Suchwort-Anzeigen plattformübergreifend ausspielen und ihre Gebote je nach Gerät aussteuern. "Sie können Ihre Kampagnen und Budgets leichter verwalten und so die Nutzer erreichen, die verschiedene Geräte komplementär verwenden. Durch Gebotsanpassungen haben Sie die Möglichkeit, die Gebote der Anzeigen für mehrere Geräte, Standorte, Tageszeiten und weitere Optionen zu verwalten, und dies alles in einer einzigen Kampagne", erläutert Sridhar Ramaswamy, Senior Vice President Engineering bei Google.

“Googles neuestes Adword-Update bringt für Agenturen und Werbetreibende Vor- und Nachteile", findet Jens Bargmann, Country Director Marin Software DACH. Allerdings schwört es seine Nutzer noch stärker auf den Google-Kosmos ein, kritisiert Angela Knibb (Bild), Kampagnenmanager der Londoner Digitalagentur Greenlight. Sie begrüßt die Möglichkeit des geräteabhängigen Bidmanagements, fürchtet aber auch, dass damit das Kampagnenmanagement unübersichtlicher und schwerer zu kontrollieren sein wird. Sinnvoll findet sie den Einsatz beispielsweise für Läden, die gezielt Mobilfunk-Nutzer in der Umgebung ihrer Geschäfte ansprechen können.

Profiteure der "Enhanced campaigns" sieht Bargmann vor allem im Mittelstand: "Gewinner sind vor allem kleinere Unternehmen, die einfach nicht über die Ressourcen verfügen, um gesonderte Suchmaschinen-Kampagnen für mobile Nutzer zu fahren. Das Nachsehen haben jene, die bereits Endgeräte-spezifische Kampagnen aufgesetzt haben. Diese Unternehmen werden nun weniger Analyse- und Steuerungsmöglichkeiten für ihre mobilen Kampagnen haben." In Zukunft wird alles über einen Kamm geschoren, bemängelt Bargmann: "Der entscheidende Nachteil des neuen Updates ist, dass kein Unterschied mehr gemacht wird zwischen Tablets, PCs und Laptops. Dabei ergeben gesonderte Tablet-Kampagnen durchaus Sinn. Einer unserer Kunden, eine Automarke, hat beispielsweise herausgefunden, dass die Adwords für eines seiner Spitzenmodelle besonders gut bei den solventen Tablet-Nutzern ankamen. Mit dieser Erkenntnis hat er die Tablet-Kampagnen hochgefahren und die Gebots-Strategie entsprechend angepasst. Kunden wie diese werden nun neue Strategien entwickeln müssen.“

Mit dieser "Eine für alle"-Mentalität widerspricht Google all seinen bisherigen Kampagnenempfehlungen, AdWords für verschiedene Geräte separat zu bespielen. "Damit erschwert es die Optimierung der Kampagnen", so Knibb. So könnten auch die Cost per Clicks steigen, fürchtet sie. "Vermutlich werden wir nun höhere Gebote für Smartphones und Tablets abgeben. Ob aber auch der ROI steigt?"

Das neue Tool verdrängt die Messung der Keyword Performance zugunsten des Trackings der einzelnen Anzeige nach Geräten. "Als Agentur trennen wir unsere Kampagnen nach Device und tracken die Keyword-URLs separat, um den Beitrag jedes Geräts erfassen zu können. Um unter den neuen Gegebenheiten zwischen mobilen und Tablet- und Desktop-Ads zu unterschieden, müssten wir jede einzelne Anzeige tracken und verlieren dabei Informationen zur Keyword-Wirksamkeit."

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