Zukünftig zählt für Google auch die Performance auf mobilen Geräten.
Zukünftig zählt für Google auch die Performance auf mobilen Geräten. © Foto:iStock

Tipps | | von Annette Mattgey

Wie Sie das neueste Google-Update unbeschadet überstehen

Ab dem 21. April bewertet Googles neuer Algorithmus erstmals den Bedienungskomfort von Webseiten für mobile Nutzer. Webseiten mit langen Ladezeiten und einer schlechten Darstellung für mobile Geräte werden mit einer schlechteren Platzierung in Suchergebnissen bestraft. Dies ist eine einschneidende Änderung, die vor allem E-Commerce-Anbieter zu schaffen machen dürfte, wenn sie ihre Konversionsraten mindestens halten oder gar verbessern wollen. Schließlich geht Googles "mobile friendly"-Initiative mit wachsenden Zahlen im Mobile Commerce einher.

Viele von Googles Vorschlägen wie man einen "mobile friendly"-Status erhält, sind einfach umzusetzen, solange es um einen Blog geht. Der Dienstleister Sevenval erweitert diese Tipps mit Vorschlägen für Enterprise-Lösungen sowie komplexeren Webseiten und Shops von größeren Unternehmen.

Die Tipps für mehr Sichtbarkeit:
 
# Zoomen oder horizontales Scrollen vermeiden

Um Texte auf hunderten oder gar tausenden Seiten für mobile Geräte optimiert darzustellen, brauchen Konzerne einen Front-End-Server. Dieser ist u.a. in der Lage, Gerät und Browser zu erkennen und die passende Textdarstellung auszuspielen, die für das jeweilige Endgerät benötigt wird. Diese Device Detection ist zudem eine wesentliche Funktion für alle Performance Verbesserungen.

# Vorsicht bei Weiterleitungen und gegenseitigen Verlinkungen

Jede Seite muss mobil optimiert werden, d.h. eine mobile Landingpage, die auf Desktop-Seiten verlinkt, reicht nicht aus. Bei separaten mobilen Seiten (z. B. m.*.de) müssen zwingend die HTML Tags “Canonical & Alternate” (in der Desktop- und der mobilen Präsenz) integriert sowie ein entsprechendes Universal Domain Konzept für die Weiterleitung erarbeitet werden.

# Spezifische 404-Fehler von mobilen Seiten

404-Fehlerseiten sollten möglichst durch eine funktionierende Weiterleitung ausgeschlossen werden. Wenn Sie mit dynamischer Bereitstellung arbeiten, achten Sie darauf, dass die User-Agent-Erkennung richtig konfiguriert ist.

Die Weiterleitung lässt sich auf einen Front-End-Server verlagern. Dieser kann mit Hilfe einer Datenbank (CDR = Client Description Repository) die bereits genannte Device-Erkennung übernehmen und gewährleisten, so dass die Weiterleitung zuverlässig funktioniert. Zudem ist auch hier die Berücksichtigung des Universal Domain-Konzeptes wichtig.

# Mobile Webseiten vorantreiben

Wenn Smartphone- oder Tablet-Nutzer auf Desktop-Seiten verwiesen werden, führt dies zu einem schlechteren Ranking dieser Desktop-Version. Es gilt also, möglichst schnell mobile optimierte Seiten zu erstellen.

Wer schnell handeln will, kann mit Parsing der Desktopseite zügig zu einer mobilen Webpräsenz kommen. Dabei werden Inhalte aus der bisherigen Seite ausgelesen und möglichst automatisch für die Darstellung auf einer mobilen Seite aufbereitet. Parsing ist eine schnelle, taktische Lösung. Der Nachteil: Änderungen der Desktop-Seite müssen den Entwicklern der mobilen Webseite im Vorfeld bekannt gegeben werden, damit entsprechende neue Templates für die geplanten Änderungen zur Verfügung stehen.

Eine strategische und zukunftssichere Lösung ist die Umsetzung einer RESS- Lösung (Responsive Design with serverside Components). Auch hierfür wird ein Front-End-Server eingesetzt, der den Browser der mobilen Nutzer bei der Prozess- und Datenverarbeitung erheblich entlastet. Passend zum spezifischen Gerät werden z. B. kleinere Bilder ausgeliefert, HTML, CSS und JavaScript optimiert und für das Endgerät spezifisch aufbereitet. So findet eine minimale Dateiübertragung statt, ohne auf Inhalte zu verzichten.

# Langsame mobile Seiten nerven

Zu lange Wartezeiten frustrieren mobile Nutzer und tragen schon jetzt zu einem schlechten Ranking bei. Ladezeiten von über 4 Sekunden verursachen erhebliche Conversion Verluste.

Eine Lösung sieht in diesem Fall sehr komplex aus. Die wichtigsten Punkte sind z. B. asynchrones Laden von Above The Fold-Inhalten, das Einbinden (Inlining) von Scripten (JS und CSS) für diese zuerst angezeigten Inhalte. Externe JavaScript und CSS-Dateien sollten möglichst am Ende laden und wenn möglich alle Datenpakete komprimiert übertragen werden. Auch hier empfiehlt sich als langfristige Lösung ein Front-End-Server der die Performance auch für zukünftige Endgeräte, Browserversionen und OS-Updates gewährleisten kann.

Damit Sie die aktuelle Situation und die Risiken für ihr Unternehmen besser einschätzen können, bieten mehrere Dienstleister Checks an, Sistrix etwa den Sichtbarkeitsindex oder Sevenval Consulting den "Google Ranking Check".
 
 

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