Interview: Carsten Szameitat, LBMA | | von Kerstin Mattys

Wie revolutionär sind die iBeacons?

Es muss sich noch erweisen, ob Beacons Leuchtfeuer im mobilen Marketing sind. Schon werden Stimmen laut, iBeacon werde die Art und Weise verändern, wie iPhone-Nutzer etwa mit Läden, Veranstaltungsorten und Museen interagieren. Carsten Szameitat sagt: „keine Revolution“, hat aber immerhin so viel Fantasie, sich auszumalen, dass das Auto über Beacons mit der Waschanlage kommuniziert.

Machen Beacons der Near Field Communication (NFC) den Garaus, bevor sie  überhaupt zur Geltung kam?

Nein. NFC ist wesentlich vielseitiger als Beacons. Letztlich reden wir über Bluetooth–Technologie mit ihren Vor- und Nachteilen. 

Wann lohnen sich Beacons hinsichtlich Aufwand und Kosten?

Das ist derzeit schlecht abzuschätzen, da gerade erst die Developer–Kits verfügbar sind. Sicher ist aber, dass Beacons immer im Gesamtkontext einer Kampagne sinnvoll verwendet werden müssen. Alleinstehend kann der Erfolg in der nächsten Zeit nur sehr begrenzt sein. 

Aus den Staaten kamen bereits Meldungen über den Einsatz von iBeacon im Handel, in Deutschland soll es in diesem Jahr losgehen, auch Paypal setzt auf Beacon. Was bringt Beacon Handel und Marken?

Es ist eine großartige Möglichkeit, direkt am Point of Sales Werbebotschaften, Produktinformationen oder Gutscheine zu verteilen. Auch kann der Handel so die Wirkung von Kampagnen und Aktionen direkt am Point of Sales messen.

iBeacon ist ein geschlossenes System. Obendrein positionieren sich die unterschiedlichsten Player im Markt. Das ist nicht überzeugend…

Am Ende entscheidet sich der Kunde nur für Produkte oder Beacons, welche Nutzen bringen und einfach in der Handhabung sind. Diesen Beweis müssen alle Beteiligten jetzt erbringen. Vor einigen Jahren wurden zahlreiche Bluetooth–Werbe–Installationen umgesetzt. Diese stehen heute noch, konnten aber meist die Erwartungen nicht einmal ansatzweise erfüllen. Die Location Based Marketing Association (LBMA) möchte sichergehen, dass dies nicht noch einmal geschieht und dem Handel die Potenziale der Beacons entgehen.

Muss iBeacon fortan im Marketing und im Geschäftskonzept mitgedacht werden?

Derzeit sollte man jede Möglichkeit nutzen, sich mit diesen neuen Tools vertraut zu machen. Man muss bewerten, ob dies in der Kommunikation, im Service oder als Kanal dem eigenen Geschäft helfen kann. Sicher ist, dass Apple über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, jedem Nutzer beizubringen, was iBeacon ist und welche Vorteile die Nutzung haben kann. Dies kann auch zum Vorteil für jedes Unternehmen gemacht werden.

Ist iBeacon der nötige Katalysator fürs Mobile Payment?

Beacons stellen eine weitere Schnittstelle zwischen POC (Point of Cash) und Kunden dar. Also auch eine Möglichkeit für Payment.

Sie sehen sogar Chancen für Automotive & Co.Inwiefern?

Innerhalb unserer globalen Verbandsarbeit ist dies ein Thema, welches kontrovers diskutiert wird. Ich persönlich kann mir mit ein wenig Fantasie einige Usecases vorstellen. Warum kann mein Auto nicht mit einer Waschanlage kommunizieren? Oder mit Ladestationen von Elektromobilen?

Carsten Szameitat ist in der DACH-Region der Location Based Marketing Association (LBMA) Vorstandsvorsitzender und seit elf Jahren Geschäftsführer der Erdinger Agentur 11 Prozent Communication. Der 37-Jährige bringt die GFM Nachrichten heraus und gründete 2005 die Kongress-Messe M-Days, die 2010 an die Messe Frankfurt  veräußert wurde.

Wie revolutionär sind die iBeacons?

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