Fifa Fußball-WM | | von Annette Mattgey

Wie Big Data das DFB-Team zum Weltmeister machte

SAP ist Weltmeister - zumindest hat die Software des Unternehmens maßgeblich zur Spielanalyse des deutschen Fußball-Teams beigetragen. Spickzettel - wie noch bei Jens Lehmann - sind old school, heute kann jeder Spieler per App ausgefeilte Analysen am Tablet vornehmen. Grundlage dafür ist das Programm SAP Match Insights. Auch Finalgegner Argentinien hat sich mit Technikunterstützung vorbereitet: Sportstec heißt die Analyse-Software, die nur auf Apple-Produkten läuft. Daher stilisierte das Fachblatt Giga das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft zum Kampf der Betriebssysteme Linux vs. OS X

Grundlage der Analyse sind Spiele der deutschen Nationalmannschaft sowie von Gegnern, die ins System eingepflegt wurden. Jedes Match wird von acht Kameras aufgezeichnet, jeder Spieler bekommt eine eigene Kennung, um sein Verhalten während des Spiels nachvollziehen zu können. So leicht wie ein Videospiel sei die Bedienung, erklärt Chris Burton, Sponsoring-Chef bei SAP, gegenüber dem britischen Telegraph. Im DFB-Scouting-Team ist dafür Chef-Analyst Christopher Clemens zuständig, der mit einem Knopfdruck relevante Spielszenen aus dem System filtern und auf dem Tablet anzeigen kann. Jeder Spieler könne die App selbständig nutzen, nicht nur Trainer oder Scouts, so Clemens: "Die Spieler nutzen diese Möglichkeit auch hier im Trainingslager in Campo Bahia oder beim Transfer zu den Spielstätten."

Schnelleres Passspiel lautete eines der Ziele der deutschen Mannschaft für die WM in Brasilien. Mithilfe der SAP-Technologie gelang es, den durchschnittlichen Ballbesitz vor dem Abspiel von 3,4 Sekunden auf 1,1 Sekunden zu verkürzen.

Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der Weltmeisterschaft in Brasilien eine Vorabversion von SAP Match Insights einsetzen. Als Erweiterung des Produktangebots der SAP-Branchenlösung für Sport und Entertainment soll SAP Match Insights später auch weiteren Vereinen und Fußballverbänden angeboten werden. "Mit Hilfe der Technik wollen wir künftig verschiedene Disziplinen wie Psychologie, Medizin mit den Spielanalysen verbinden und alle Daten in eine Lösung integrieren“, sagte Stefan Wagner von den SAP Labs Brasilien. Hier gehe es um die Aufnahme von Daten für die Langzeitfußballforschung, beispielweise Gesundheitsdaten, Trainingspläne der Spieler, aber auch die Auswertung der Gegner.

Wie Big Data das DFB-Team zum Weltmeister machte

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