Irmela Schwab, Autorin LEAD digital, blickt auf die Woche zurück.
Irmela Schwab, Autorin LEAD digital, blickt auf die Woche zurück. © Foto:privat

Rückblick | | von Irmela Schwab

Von Big Data bis AI: In Austin steht die Liebe zur Technologie im Fokus - aber auch Angst

Erfolg hat nichts mit Intelligenz zu tun. Was sich mancher schon insgeheim erhofft hat, ist nun erwiesen: Aufs Feuer kommt es an, die brennende Leidenschaft für eine Sache. So bringt es die amerikanische Psychologin und Science-Fiction-Autorin Angela Lee Duckworth auf den Punkt. „Es war diese Kombination aus Leidenschaft und Beharrlichkeit, die Überflieger besonders macht“, erklärt Duckworth in ihrem Buch „Grit: The Power of Passion and Perseverance“. Zum Thema hat sie viel geforscht und sogar mal einen Ted-Talk gehalten.  

Seine Leidenschaft eruieren - das konnte man diese Woche ausgezeichnet beim Southby Southwest-Festival im texanischen Austin. Waren es im vergangenen Jahr gut 800 Firmen, so sind es in diesem Jahr rund 1000 deutsche Firmen, die dafür extra ihre Koffer gepackt hatten, um sich vom amerikanischen "Let´s do it, Cowboys"-Spirit anstecken zu lassen. 

Der großen Buzz widmete sich Virtual Reality, Augmented Reality, Mixed Reality, Artificial Intelligence und Augmented Intelligence: also der Versuch AI so einzusetzen, dass der Mensch unterstützt wird statt von den Superhirnen überrollt zu werden. Wie Melanie Cook, Head of Strategy bei SapientNitro, eindringlich - auch sie brennt für ihr Thema - schilderte, geht es darum jetzt zu handeln. Jetzt! Nicht etwa später, wenn es zu spät ist. “Wenn in gut 30 Jahren die schlauen Maschinen unsere Jobs übernehmen, sollten sie dazu designt sein, uns bei unserer Arbeit zu unterstützen”, sagte Cook. Nur dann können wir lernen AI zu akzeptieren, anstatt zu fürchten. "Das Mensch und Maschine ist die Metrik für die Zukunft", so Cook. Damit das Tandem gut funktioniert, müssten auch menschliche Werte mit einspielen.

Mensch bleiben und seine Identität schützen: Ein Thema, das interessanterweise einen großen Anteil an den vielen Diskussionen des Tech-Festivals, das in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag feierte, einnahm. “Immer mehr Geräte sind mit dem Internet verbunden, das Auto, das Telefon oder die Uhr”, sagte Christopher Swanson, VP Research and Development US Bank. Die Identität wird also immer komplexer. Und Unternehmen und Regierungen sammeln diese Identitäts-Schnippsel via der vielen Datenspuren, die User in der digitalen Matrix hinterlassen. Da liegt die Gefahr des Missbrauchs nahe. Die Lösung: Menschen sollten wieder die Eigentümer ihrer Daten sein. Oder die Daten müssen dezentral gespeichert werden. Solche Überlegungen sollten Unternehmen dazu anhalten, den gesamten Umgang mit Daten nochmal auf den Prüfstand zu stellen.

Offen sein, sich mit dieser ganzen Bandbreite an Themen zu beschäftigen, und sie in einem größeren gesamtgesellschaftlichen Kontext zu sehen. Für Southby-Newbies gab Simon Harlinghausen, Lead Business Tranformation Publicis Media EMEA und CEO von Akom 360, Lufthansa-Passagieren des Flugs 440 Frankfurt-Houston kurz vor Beginn des Festivals noch letzte Tipps. Einer davon könnte von mir aus, aber natürlich mit gewissen Einschränkungen, nicht nur für die Dauer des Festivals gelten: “Niemals um Erlaubnis bitten, sondern um Vergebung.” Leidenschaft geht vor.

Von Big Data bis AI: In Austin steht die Liebe zur Technologie im Fokus - aber auch Angst

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!