Twitter: Keine Goldmedaille für deutsche Sportler
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Olympische Spiele London 2012 | | von Annette Mattgey

Twitter: Keine Goldmedaille für deutsche Sportler

Die Twitter-Bilanz der deutschen Olympia-Teilnehmer sieht recht mager aus, findet Ethority-CEO Sten Franke. Exklusiv für LEAD digital kommentiert er das Tweet-Aufkommen der deutschen Sportler und die Resonanz der Follower. 

Bereits zwei Tage vor der Abschlussfeier steht fest: es waren nicht nur die Olympischen Sommer-, sondern auch die Twitter-Spiele von London – nur nicht für die deutschen Athleten. Denn die Mannschaft mit dem Adler auf der Brust, ist zwar längst in der Web2.0-Ära angekommen, aber bei weitem noch nicht so fest verankert, dass die Schwimmer und Leichtathleten den Microblogging-Dienst so nutzen, dass ihre Tweets auch einen gewissen Impact hätten. Erinnern Sie sich an irgendein 140-Zeichen-Statement, das ein deutscher Sportler innerhalb der vergangenen zwei Wochen gepostet hatte? Nein? Sehen Sie, dass tun die wenigsten.

Der Grund dafür: Noch müssen die Athleten lernen, Twitter wirklich so zu nutzen, dass ihre Tweets auch einen gewissen Mehrwert bieten, dass sie interessant sind oder ein ernsthafter Beitrag zu einer sportlichen – oder aktuellen – Diskussion beitragen.

Zum Ende der Spiele von London hat sich Ethority einmal genauer die Zwitscher-Leistung des deutschen Twitter-Teams (die Daten wurden bis zum 7.8. erhoben) angesehen. Die wichtigsten Ergebnisse:
 

- Mit 180 Tweets seit Beginn der olympischen Spiele sind die beiden Beach-Volleyballer Erdmann & Matysik, die im Achtelfinale ausgeschieden sind, die aktivsten deutschen Sportler.

Sabine Lisicki (Tennis) folgt mit 75 Postings auf Position zwei.

-  Sie hat mit 55.166 die meisten Follower.

-  Insgesamt wurden in der Zeit vom 27. Juli bis zum 7. August 1.447 Tweets von den DOSB-Teilnehmern veröffentlicht.

-  Diese 1.447 Tweets erreichten 6.027.689 Bruttokontakte.

-  Seit Bekanntgabe der Drygalla-Affäre wurden auf Twitter 75 Posts veröffentlicht...

-  Diese erreichten eine Reichweite von 1.085.148 Kontakten.

Die Diskussion um die Ruderin Nadja Drygalla und ihre vermeintliche Nähe zur rechten Szene schaffte es zwar in die Trending-Topics. Allerdings wurden die Vorkommnisse um die Sportlerin von ihren Athleten-Kollegen nicht über Gebühr kommentiert. Als Beobachter hätte man sich vor allem in diesem Fall mehr Mut zur Meinung gewünscht.

Eine alte mediale Olympia-Regel besagt: Jedes Turnier schafft neue Shootingstars, die vorher niemand auf dem Zettel hatte. Auf einmal ist ein Gewichtheber oder Turner ein Star. Vor den Spielen hätte er unerkannt durch jede deutsche Fußgängerzone laufen können. Doch aufgrund einer speziellen Leistung während der Spiele, ist es damit auf einmal vorbei. Jeder Sportler, der zu Olympia reist, weiß das und hofft, einer der zwei oder drei Stars zu werden, deren Popularitäts-Stern aufgeht.

Twitter wäre eine wunderbare Möglichkeit gewesen, bei diesem Prozess  nachzuhelfen. Besonders pointierte Postings zum Turnier, zu der eigenen Sportart oder zum Fall Drygalla, wären ein probates PR-Mittel gewesen, die eigene Bekanntheit erheblich zu steigern und das eigenen Image zu schärfen.

2012 haben die deutschen Sportler diese Chance noch vertan. In vier Jahren haben sie eine neue Chance. Im Gegensatz zu Olympia reicht bei Twitter aber nicht der alte Leitspruch: Dabei sein ist alles.

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