Das Wetter per Messenger.
Das Wetter per Messenger. © Foto:Wetter.com

Case Study | | von Annette Mattgey

So pushen Whatsapp und Messenger Wetter.com

Muss ein Unternehmen jeden neuen Trend mitmachen? Was bewirken zusätzliche Kanäle überhaupt? Das fragten sich die Macher von Wetter.com, einem Unternehmen der ProSieben-Gruppe. Sie entschieden sich für den Whatsapp und Facebook Messenger als Nachrichten-Plattformen - mit sehr guten Ergebnissen.

Ausgangslage:

Für Wetter.com sind Webseite und App seit Jahren die wichtigsten Plattformen mit enormer Reichweite. Allerdings sind diese Kanäle mittlerweile gesättigt und es lässt sich ganz allgemein eine abnehmende Bereitschaft messen, mobile Browser oder Apps zu verwenden. Stattdessen haben zunächst soziale Netzwerke und in den letzten Jahren Messenger wie Whatsapp und Facebook Messenger stark an Bedeutung gewonnen. Das gilt nicht nur für die jüngere Zielgruppe, in der Messenger flächendeckend eingesetzt werden, sondern über alle Altersgruppen hinweg bis zu den Senioren.

Auf der Suche nach neuen Kanälen ist Wetter.com auf diese Messenger-Plattformen gestoßen, die sich jetzt zügig für Unternehmen öffnen. Whatsapp und Facebook decken dabei die Kommunikationsebene zwischen Unternehmen und Nutzern ab. Dienstleister wie das Münchner Unternehmen WhatsBroadcast, das neben 500 anderen Kunden auch Wetter.com bedient, ermöglichen eine komfortable und effiziente Nutzung für Unternehmen. Schließlich will man als Wetter.com nicht die Wetter-Nachrichten über ein Smartphone versenden, sondern benötigt eine Browser-Oberfläche, die auch von einem Team genutzt werden kann.

Strategie:

Welche Dienste bietet Wetter.com über Messenger an? Nach einer kurzen Anmeldung bei dem Service erhalten die Nutzer jeden Tag einen aktuellen Wetterbericht zugestellt, der das nationale Wetter darstellt. Schon dieser Service hat viel Interesse gefunden und schnell einen großen Verteiler aufgebaut.

Noch spannender wird es aber, wenn man den Messenger nutzen kann, um sich individuelle Infos zu besorgen. Dafür gibt es die sogenannten Bots, in diesem Fall den Wetter-Bot, der die Chats der Nutzer entgegen nimmt und sofort darauf reagiert. Wenn der Nutzer beispielsweise "Wetter in Hamburg" eingibt, so versteht der Bot diese Eingabe und beschafft über eine Schnittstelle von Wetter.com die entsprechenden Daten, die er dem Nutzer über den Messenger zur Verfügung stellt. Besonders beliebt sind die Webcam-Bilder, die der Wetter-Bot für viele Orte zustellt.

Der Nutzer kann aber auch dem Bot mitteilen, zu welcher Zeit und für welchen Ort ihm regelmäßig Wetterinfos gesendet werden sollen. Man kann also beispielsweise festlegen, dass jeden Morgen um 7:15 Uhr das Wetter für München geschickt werden soll. Noch hat der Wetter-Bot ein eingeschränktes Vokabular. Aber er versteht bereits viele Zeitangaben wie "nächstes Wochenende" und "morgen Abend". Der Bot lernt ständig dazu und wird irgendwann auch komplexere Fragen wie "Wann soll ich in den nächsten 2 Wochen mein Grillfest planen?" beantworten.

Die Umsetzung:

WhatsBroadcast hat viele standardisierte Services wie z.B. Newsletter-Versand, 1:1-Chat und Statistiken als fertige Pakete im Portfolio. So ein Paket verwendet auch Wetter.com zum täglichen Newsletter-Versand.

Der Wetter-Bot wurde in Zusammenarbeit von Wetter.com und WhatsBroadcast entwickelt. Während der Wetter-Anbieter die Schnittstellen für die Wetter-Datenbank bereitstellt, die z.B. Temperaturinfos oder Webcam-Bilder für viele Orte liefern, hat der Dienstleister WhatsBroadcast den Bot, die Messenger-Anbindung und das Bot Content Management System beigesteuert.

Das Projekt wurde in wenigen Wochen umgesetzt und ist im August 2016 live gegangen.

Das Ergebnis:

Das neue Angebot wird von Wetter.com über bestehende Kanäle beworben, wobei den Nutzern ein Anmelde-Widget zur Verfügung gestellt wird, über das man sich registrieren kann. Messenger-Services orientieren sich rechtlich an E-Mail-Newslettern, d.h. es gibt ein Double-Optin, klar definierte Datenschutzregeln und eine einfache Möglichkeit, sich jederzeit abzumelden. Der Service gewinnt jeden Tag viele Nutzer dazu, die innerhalb von wenigen Minuten nach Versand die Wetter-Infos zugestellt bekommen.

Die Öffnungsraten liegen bei 92 Prozent und auch die Klickraten auf mobile Links sind mit 24 Prozent außergewöhnlich hoch. Die Abmelderaten betragen nur einen Bruchteil der üblichen E-Mail-Newsletter-Werte. "Wir bieten unsere Wetterdaten dort an, wo die Nutzer sie haben wollen. Ab sofort sind das auch die Messenger-Kanäle", sagt Gina Wagner, Social Media Manager bei Wetter.com

Nach Einführung des interaktiven Bots haben sich ca. 45 Prozent der Newsletter-Abonnenten zusätzlich dort gemeldet, Tendenz steigend. Viele lassen sich morgens den aktuellen Wetterbericht für ihren Wohn- oder Arbeitsort zusenden. Aber auch die direkten Anfragen finden permanent statt, selbst mitten in der Nacht wird der Bot beschäftigt.

Die Messenger-Dienste sind heute in einer Phase, die mit der Anfangszeit der Apps um 2009 vergleichbar ist. Mittlerweile verbreiten sich neue Kanäle ja immer schneller, so dass viel Experten erwarten, dass innerhalb von wenigen Jahren die Messenger die wichtigsten Plattformen auch für die Unternehmen-to-Consumer-Angebote werden. Darauf hat sich Wetter.com gut vorbereitet und will nach diesen ersten Angeboten weiter lernen, wie dieses neue Medium optimal eingesetzt werden kann.

So pushen Whatsapp und Messenger Wetter.com

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht