OnTheWay.TV-Gründer Khan: Wie Mobile Video im B-to-B-Bereich funktioniert
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Mobile Businessmodelle | | von Irmela Schwab

OnTheWay.TV-Gründer Khan: Wie Mobile Video im B-to-B-Bereich funktioniert

Mobile ist die neue Wundertüte für Startups: Redken hat etwa eine App entwickelt, über die Frisöre Unterricht und Assistenz zu Farbtönen bekommen. Socialcam bietet Live-Streaming von User generierten mobilen Videos. Businessmodelle sind sowohl im B-to-C bis hin zum B-to-B-Bereich reichlich vorhanden. Was man bei der Ansprache von B-to-B-Zielgruppen beachten muss, erklärt Jamal Khan, Geschäftsführer UnityLivestream, im Gespräch mit LEAD digital. Der ehemalige Kreativgeschäftsführer bei Euro RSCG 4D hat im Februar die B-to-B-App OnTheWay.TV gegründet, mit der er weltweit expandieren will.

Herr Khan, laut einer Hochrechnung von Strategy Analytics sollen bis zum Jahresende weltweit 280 Milliarden Videos über Mobilgeräte abgerufen werden. Was bedeutet der Trend für mobile Video-Werbung?

Bereits in den letzten Jahren hat Bewegtbild im Internet am stärksten von der wachsenden Nachfrage nach aufmerksamkeitsstarken Werbeformen profitiert. Eine Botschaft durch ein Video zu transportieren, involviert eben stärker als das ein Text oder Bild kann. Hinzu kommt das besondere Leistungsvermögen durch die Emotionalisierung. Die mobile Video-Werbung wird deshalb weiter zunehmen und es werden weitere Mittel und Wege gefunden, um die Streuverluste zu minimieren.

Wie können Sie als B-to-B-Anbieter davon profitieren?

Mit OnTheWay.TV bieten wir Unternehmen die Möglichkeit, ihre Streuverluste mit Bewegtbild zu minimieren. Mit unserem Service bieten wir auch Kommunikation außerhalb von One-to-One: Beispielsweise wenn eine Pressekonferenz oder eine Vertriebstagung als Livestream aufs Smartphones übertragen werden soll und man gleichzeitig von der Einladung bis zum Zugang die Kontrolle über seine Zuschauer behalten möchte.

Gibt es Besonderheiten, die man bei  der Ansprache einer B-to-B Zielgruppen - im Gegensatz zu B-to-C - beachten muss?

Man sollte bei seinem Bewegtbild nicht vergessen, mit welcher B-to-B-Zielgruppe man kommunizieren möchte. Spreche ich zum Beispiel mit Ingenieuren, dann werden meine Botschaften sicherlich anders aussehen, als wenn ich mit dem Einkauf kommuniziere. Des Weiteren sollte man sich zu viel "Werbe-ChiChi" sparen und eher faktenorientiert auf den Punkt kommen. Und nicht vergessen: "What's in for me?" gilt bei Zielgruppen, die wenig Zeit haben, ganz besonders.

Wie lange dürfen Videos sein, damit sie die Aufmerksamkeit nicht überstrapazieren?

Grundsätzlich gilt: So kurz wie möglich. Wenn man aber ein interessantes Thema hat und es dazu einiges zu erzählen gibt, dann darf das Video auch ruhig einmal länger sein. Gerade auf dem Smartphone glaube ich aber nicht, dass jemand länger als 5 Minuten ein einzelnes Video anschaut. Im Gegensatz dazu kann ein Livestream auch den ganzen Tag gehen - solange der Zuschauer "gefesselt" ist.

Was würden Sie sagen: Haben Sie bisher bei OnTheWay.TV alles richtig gemacht - oder werden Sie noch nachjustieren?

Die ersten Monate haben wir als kleine „Lernkurve“ gesehen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sowie Verbesserungsvorschläge unserer Kunden fließen in unsere derzeitige Überarbeitung ein – sichtbar wird das in Kürze an der neuen Einstiegsseite für PCs mit besserer Erklärung aller Vorteile sowie an großen und kleinen Funktionen im nichtöffentlichen Bereich. Zwar lag deshalb unser bisheriges Augenmerk nicht ganz so stark auf Neukundengewinnung, trotzdem nutzen bereits 36 Unternehmen OnTheWay.TV – allerdings überwiegend den nichtöffentlichen Bereich. Die meisten unserer Kunden kommen aus den Bereichen Dienstleistung, Pharma und Medizin sowie Banken.

Wieviele Nutzer des Angebots gibt es bisher?

Im öffentlichen Bereich gab es seit Februar etwas mehr als 800 Video-Abrufe. Da man sich fürs Anschauen nicht registrieren muss, können wir aber nur die Benutzerzahl nennen, die sich wegen weiterer Service-Leistungen - wie z.B. Erinnerung an einen in Kürze startenden Livestream oder direkten Zugriff zu Unternehmen, dessen Videos sie anschauen - registriert haben: 68 Benutzer.

Junge mobile Video-Plattformen wie Viddy, Mobli und Socialcam aus den USA haben den Vorteil, dass sie über eine Facebook-App schnell eine hohe Bekanntheit erzielt haben. So hat Socialcam schon mehr als 80 Millionen User. Haben Sie ein virales Konzept?

OnTheWay.TV hat keinen eigenen Facebook-Auftritt, weil uns das mit Hinblick auf Business-Zielgruppen derzeit noch nicht sehr gewinnbringend erscheint. Viddy, Mobli und Socialcam verlangen überdies als Facebook-App den Zugriff auf die Daten des jeweiligen Users, was bei B2B-Zielgruppen eher auf Ablehnung stoßen dürfte. Das Vertriebskonzept von OnTheWay.TV basiert auf Empfehlungsmarketing: Jeder, der Business-Kontakte hat und diese nebenher monetarisieren möchte, empfiehlt unseren Service. Dafür trägt man in einem geschlossenen Bereich auf OnTheWay.TV, zu dem man nur per Einladung und Passwort-Vergabe unsererseits gelangt, die Unternehmen ein, denen man persönlich, schriftlich oder telefonisch OnTheWay.TV empfohlen hat. Unsere Vertriebsmitarbeiter gewinnen wir durch Postings auf Vertriebsseiten und Blogs. Außerdem ist geplant, demnächst auch auf Facebook dazu Anzeigen zu schalten und auf eine extra Microsite zu verlinken.

Mehr zum Thema "Mobile Video: Neue Businessmodelle" lesen Sie in LEAD digital Ausgabe 15.

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