Olympioniken proben Twitter-Aufstand
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IOC-Regularien | | von Annette Mattgey

Olympioniken proben Twitter-Aufstand

Dass sich das Internationale Olympische Kommittee (IOC) mehr um den Schutz der Sponsoren als um die Rechte der Sportler kümmert, beweist die aktuelle Twitter-Aktion #wedemandchange. Dahinter stecken vor allem US-Sportler, die sich nicht länger vom IOC den Mund verbieten lassen wollen. Die Athleten wollen mithilfe ihrer Social Media-Accounts Bilder und Nachrichten aus London versenden. Heikel wird es dann, wenn dabei Bilder mit Signets ihrer Sponsoren gezeigt werden, die keine Olympia-Sponsoren sind. Das verstößt gegen die Regel 40 der Olympischen Charta, wie sie etwa der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) auf seiner Website ausführlich darstellt. Dort heißt es:"Vorbehaltlich der Genehmigung durch die IOC-Exekutivkommission darf kein Wettkampfteilnehmer, Betreuer, Trainer oder Offizieller, der an Olympischen Spielen teilnimmt, gestatten, dass seine Person, sein Name, sein Bild oder seine sportlichen Leistungen während der Olympischen Spiele zu Werbezwecken genutzt werden."

Die IOC-Regeln sollen ausdrücklich die offiziellen Sponsoren vor so genanntem "Ambush Marketing" schützen. Pech für die US-Teilnehmer, dass nur zwei Prozent von einem der offiziellen Sponsoren gefördert werden. Die restlichen 98 Prozent, die größtenteils keine staatliche Unterstützung bekommen, sind auf die Gelder aus der Wirtschaft angewiesen. Den Zorn des IOC zog etwa 1500-Meter-Läufer Leo Manzano auf sich. Er musste ein Foto seiner Schuhe von seiner Facebook-Seite entfernen. gegen die strengen IOC-Regeln wettert auch 400-Meter-Läuferin Sanya Richards-Ross: “Leichtathleten sollten mehrer Logos auf ihrem Trikot tragen dürfen. Ich würde gerne auch den anderen sponsoren meine Dankbarkeit zeigen. So ist es ungerecht."

Das empfinden auch andere Athleten so und retweeten das Anliegen oder kommentieren es in ihren Blogs. Speerwerferin Kara Patterson‏ schreibt: “Ich bin stolze Olympionikin, aber ich darf nicht über meinen Sponsor twittern. Über den Wunsch und auch die Notwendigkeit, ihre sportlichen Leistungen zu Geld zu machen, schreibt Leichtathletin Lauryn Williams in ihrem Blog. Ihr und ihren Mitstreitern werde entweder mangelnder Patriotismus vorgeworfen oder Gier. Beides stimme nicht, wirbt sie um Verständnis. 

Ein 20 Seiten langes Schreiben zu den Ausführungsbestimmungen der Regel 40 hat das IOC vor den Wettkämpfen an die Sportler verteilt. Es rechtfertigt sein Verhalten damit, dass ohne Sponsoren die Durchführung der Olympischen Spiele gefährdet sei. Motive mit Sportlern, die an den Spielen teilnehmen, würden leicht den Anschein erwecken, die entsprechenden Unternehmen seien Olympia-Sponsoren. Das unterminiere die Exklusivität der Sponsorenverträge. Als Sanktionen droht das IOC schlimmstenfalls mit dem Ausschluss von den Spielen.

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