Die Anzeigenplätze am Ende der Seite (Bottom Ads) kommen auf erstaunlich gute Klickwerte (19,1 Prozent).
Die Anzeigenplätze am Ende der Seite (Bottom Ads) kommen auf erstaunlich gute Klickwerte (19,1 Prozent). © Foto:Intelliad

Google | | von Annette Mattgey

Nach Googles Frühjahrsputz: Was jetzt zu tun ist

Die rechte Seitenleiste ist seit etwa einem Monat anzeigenfrei, dafür tummeln sich jetzt die Textanzeigen vor und nach den Suchergebnissen. Wie hat sich das jüngste Google-Update auf Klickvolumen und Preise ausgewirkt? Wie sollten Werbungtreibende darauf reagieren?

Statt bisher drei Anzeigen über den organischen Suchergebnissen und einer flexiblen Anzahl von Ads rechts daneben, werden nun wie auf Tablets und Smartphones bis zu vier Anzeigen über und bis zu drei unter der organischen Suche angezeigt. Damit passte Google seine Anzeigenausspielung am Desktop an die mobile Suche an. Die daraus resultierende Verknappung der Anzeigen auf der ersten Ergebnisseite hat bisher nicht zur befürchteten Verteuerung geführt: Die neuen Platzierungen erzielen zwar deutlich höhere Klickanteile, aber der Durchschnittspreis von Desktop-Ads stieg nur minimal. Das zeigt die Analyse einer Stichprobe von 3 Mio. Klicks auf Suchmaschinenwerbung (SEA) durch das Münchner Technologieunternehmen Intelliad und die Performance Marketing Agentur Ad Agents.

Hauptsache Seite 1: Bottom Ads werden gut geklickt

Rund 19 Prozent des gesamten Ad-Klickvolumens am Desktop fallen auf die am unteren Rand platzierten Anzeigen. Damit sind sie mehr als würdige Nachfolger der bisherigen Anzeigen, die seitlich platziert waren: Das Ergebnis ist nämlich rund dreimal so hoch.

Tatsächlich war die Position Bottom 1 mit nahezu 10 Prozent der Klicks noch vor der Position Top 2 die am zweithäufigsten geklickte Anzeigenposition. Insgesamt entfielen 86 Prozent des Klickvolumens auf die sieben Top- und Bottom-Positionen der ersten Suchseite. Somit hat sich das Traffic-Monopol der Anzeigen auf Seite 1 weiter verschärft – vor der Umstellung erzielten die Anzeigen über und neben den organischen Ergebnissen zusammen 71 Prozent der Klicks.

Anzeigenpreise wenig verändert

Die Verknappung der Anzeigen auf Seite 1 führte im Untersuchungszeitraum nach der Umstellung zu einem Anstieg des durchschnittlichen Preis pro Anzeigenklick (CPC) um lediglich zwei Prozent. Damit ist der befürchtete starke Preisanstieg bisher ausgeblieben. Noch geringer ist der Preisanstieg sogar für die Top 3 Positionen ausgefallen – hier stieg der Preis nur um 1 Prozent. Auch das Klickvolumen der Top Platzierungen blieb von der Umstellung quasi unberührt (65 Prozent Gesamtanteil nach der Umstellung in KW 8 vs. zuvor 66 Prozent in KW 7).

09032016_ganz_Infografik_Auswirkungen Google Umstellung

Klickverhalten an Desktop und Mobile weiter angeglichen

Egal ob per Finger am Smartphone oder per Maus am Desktop: Die Verteilung der Anzeigenklicks ähnelt sich nach der Vereinheitlichung der Anzeigenausspielung geräteübergreifend stark. Allerdings sind Desktop-Anzeigen für Werbetreibende deutlich teurer als mobile Anzeigen (CPC +14 Prozent). "Der Preisunterschied zwischen Mobile und Desktop ergibt sich vor allem daraus, dass am Desktop höherer Wettbewerb herrscht als im mobilen Bereich. Die Conversion Rates am Rechner liegen deutlich höher als am Handy: Zum Kaufabschluss wechseln viele Kunden noch immer auf den PC – und kluge Marketer berücksichtigen dies bei der Gebotsoptimierung", erklärt Frank Rauchfuß, CEO bei Intelliad.

Das Fazit für Werbungtreibende:

Rauchfuß sieht vor allem die erste Seite in ihrer Bedeutung weiter ansteigen: "Für Werbungtreibende bedeutet die Umstellung vor allem zwei Dinge: Erstens, wer Traffic will, muss zwangsläufig auf der ersten Seite platziert sein. Mehr als die Hälfte des Traffics entfällt allein auf Position 1. Zweitens, das Feld dahinter ist näher zusammengerückt. Wer seine Bietstrategie auf Position 2-7 ausrichtet, erhält zwar weniger Traffic – aber dafür oft deutlich günstiger."

Anja Heinrich, Head of SEA bei den Ad Agents, prophezeit allerdings auch den Shopping-Anzeigen einen neuen Boom: "Am Desktop kann man sich jetzt nur noch über Shopping- Anzeigen eine Position rechts neben den Suchanzeigen sichern. Mit der gewachsenen Bedeutung der Seite 1 und der Übersichtlichkeit der rechten Seite treten sinnvoll optimierte Shopping-Kampagnen somit mehr in den Vordergrund. Wir beobachten nun, wie sich die Umstellung auf die Shopping-Anzeigen auswirkt."

Die genauen Daten der Analyse finden Sie hier oder hier zum Nachlesen.

Nach Googles Frühjahrsputz: Was jetzt zu tun ist

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht