Gute Wachstumsprognose für mobile Zusatzdienste
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Over-the-Top-Dienste | | von Annette Mattgey

Gute Wachstumsprognose für mobile Zusatzdienste

Bis zu 30 Milliarden Dollar sind im Geschäft mit so genannten Over-the-Top (OTT)-Diensten zu holen. Das besagt eine internationale Studie des britischen Analystenhauses Mobilesquared im Auftrag des deutschen Telekommunikationsdienstleisters Tyntec. Zu den OTT-Diensten zählen Anwendungen wie WhatsApp, Skype und VoIP. Obwohl die neuen Sprach- und Messaging-Dienste für Endkunden oft kostenfrei oder sehr günstig sind, wird der mit ihnen generierte Umsatz bis 2016 auf rund 30 Milliarden US-Dollar weltweit steigen. Der Grund hierfür liegt nicht zuletzt in der rasanten Verbreitung von Smartphones und den Nutzungsmöglichkeiten für OTT-Dienste. Sind es in Deutschland aktuell erst knapp 15 Millionen Nutzer, die OTT-Messaging-Services auf ihren Smartphones einsetzen, soll die Zahl bis 2016 auf über 51 Millionen steigen. Im weltweiten Vergleich wird dies knapp 10 Prozent der für 2016 erwarteten knapp 535 Millionen Verbraucher von OTT-Messaging-Diensten ausmachen. Für Sprachangebote sehen die Analysten ein internationales Potenzial von rund 435 Millionen Nutzern. Jedoch haben die meisten Mobilfunkanbieter die sich daraus ergebenden Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft.

Immerhin haben die Netzbetreiber das Potenzial der Konkurenz erkannt: 79 Prozent fürchten, dass die OTT-Dienste ihnen das Geschäft vermasseln, insbesondere im Bereich SMS (siehe Grafik unten). Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der befragten Mobilfunkanbieter erwartet in den nächsten fünf bis zehn Jahren einen Rückgang um über 20 Prozent bei der Nutzung von SMS und anderen klassischen mobilen Sprachanwendungen. Im Jahr 2016 sind elf Prozent ihrer Kunden dabei, OTT-Dienste zu nutzen. 42 Prozent der Befragten geht sogar davon aus, dass 40 Prozent ihrer Kunden diese neuen Services anwenden.

Um dem Abwärtstrend entgegen zu wirken, sperren derzeit rund 10,5 Prozent der Provider diese Dienste. 15,8 Prozent der Mobilfunkbetreiber verlangen für die Nutzung von OTT-Services eine Extragebühr. Für die Verbraucher sehr unangenehm ist die Abgrenzung der verschiedenen Anbieter untereinander. Das führt dazu, dass der Sprach- und Nachrichten-Markt zunehmend fragmentiert wird. So können Verbraucher bislang nur dann untereinander kommunizieren, wenn sie dieselbe App oder denselben Service verwenden. „Anstatt die Kommunikation komplizierter zu machen, sollten Mobilfunkanbieter den Nutzern ermöglichen, unabhängig vom verwendeten Gerät oder einer App miteinander in Verbindung zu treten“, betont Nick Lane, Chief Strategy Analyst von Mobilesquared. „Um das Potenzial von OTT-Services wirklich ausschöpfen zu können, sollten sich die Anbieter nach Möglichkeiten umsehen, wie sie möglichst effektiv mit Vertretern der OTT-Industrie zusammenarbeiten können.“ „Statt OTT-Dienste zu blockieren oder parallele Systeme gegeneinander aufzubauen, besteht die Lösung darin, OTT-Services mit der klassischen Mobilfunkwelt zu verbinden“, ist Thorsten Trapp, CTO von Tyntec, überzeugt. Vorreiter und Marktführer unter diesen Diensten sind Skype und WhatsApp.

Das ausführliche Whitepaper mit weiteren Zahlen trägt den Titel „OTT: How Operators can overcome the Fragmentation of Communication“ und steht kostenlos zum Download zur Verfügung.

Grafik: Welche Anwendungen schrumpfen zugunsten von OTT-Diensten?

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