Eine Ausnahme bleibt bestehen: die Product Listing Ads (PLA) stehen weiter auf der rechten Seite.
Eine Ausnahme bleibt bestehen: die Product Listing Ads (PLA) stehen weiter auf der rechten Seite. © Foto:Google

Google Adwords | | von Annette Mattgey

Google räumt auf: Rechte Seite wird (fast) anzeigenfrei

Frühjahrsputz bei Google: Der US-Konzern passt die Anzeige von Suchmaschinenergebnissen auch auf dem Desktop der Mobile-Experience an. Rechts erscheinen keine Anzeigen mehr. Das hat Auswirkungen auf die SEA- und SEO-Strategien von Unternehmen und Dienstleistern.

Die rechte Seitenleiste neben den Suchergebnissen wird in Zukunft keine Werbung mehr zeigen und in den meisten Fällen komplett leer bleiben. Stattdessen soll es in Ausnahmefällen - wenn es bei der Suche vorwiegend um ein Konsuminteresse geht - eine vierte Top-Position geben. Allerdings hat das Google Watch Blog ermittelt, dass das in rund einem Fünftel der Fälle so sein wird - so selten also auch wieder nicht. Was weiterhin rechts zu sehen sein wird, sind die Product Listing Ads (PLAs). Auch der Knowledge Graph hat dort weiter seinen Platz.

Für Unternehmen bekommt das Thema SEO wieder eine wichtigere Bedeutung, folgert Search Engine Watch. Ebenso erwarten die Experten des Branchen-Blogs steigende Werbepreise (CPC, Costs per Click). Die sollen wohl auch den Ausschlag gegeben haben für Google, das sich von der Änderung langfristig steigende Umsätze erwartet. Die Performance der Right-Hand-Ads war zudem eher unterdurchschnittlich.

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Die steigenden Kosten sind für Marc Rüsing, Director SEA PerformicsAKM3, der entscheidende Unterschied: "Durch die Verknappung der Werbefläche von 10 auf max. 4 Anzeigen werden die durchschnittlichen CPCs durch intensiveren Wettbewerb weiter ansteigen. Werbungtreibende, die bisher auf den Positionen 5-10 profitabel geworben haben, sehen sich gezwungen, höhere CPCs zu bezahlen, oder auf Klicks und Conversions zu verzichten. Umso wichtiger wird es daher, die Google Shopping Anzeigen auszubauen, sowie die Content- und SEO-Maßnahmen zu intensivieren, um die drohenden Verluste zu kompensieren." Insbesondere kleinere Unternehmen würden von dieser Änderung überproportional stark betroffen, meint Rüsing. Bei großen Marken fallen höhere CPCs in der Regel weniger ins Gewicht. Als Ausweg schlägt Rüsing Amazon als Alternative vor: "Wer seine Produkte auch auf Amazon gelistet hat, sollte darüber nachdenken, mehr Budget in die Optimierung und Werbung auf Amazon und anderen Marktplätzen zu investieren. In diesem Bereichen ist derzeit noch ein sehr guter ROI zu erzielen." Und Performics hat in seinem Blog noch eine weitere Empfehlung: Schluss mit dem Mittelmaß! Denn Google legt jetzt noch stärker Wert auf Anzeigen mit hohem Qualitätsfaktor.

Wie sich die Änderungen tatsächlich auswirken, lässt sich erst nach dem globalen Rollout, der diese Woche stattfinden soll, messen. Erste Testläufe zeigen, "dass es keine signifikanten Veränderungen bei den Klickzahlen der bezahlten, aber auch organischen Suche gibt", teilt der Dienstleister Explido iProspect in seinem Blog mit. Timo Harsch, Senior Marketing Manager, sieht "die Veränderung als positiven Schritt für die Nutzer". Ganz anders dagegen bei den Werbungtreibenden, unter denen Harsch Gewinner und Verlierer ausmacht. "Schwer wird es für die Werbetreibenden, die ein breites Angebot bewerben und sich bisher über eine günstige Anzeigenposition rechts Traffic eingekauft haben. Natürlich kann es passieren, dass diese Werbetreibenden nun die Gebote spürbar erhöhen, um sich die Top-4-Positionen zu sichern." Seiner Meinung nach kommt es nun darauf an, "dass sich die Teams aus SEO und SEA intensiv abstimmen." Fachwissen ist auch bei der bezahlten Suche gefragt: "Nutzung von Zielgruppendaten, lokales Targeting, innovatives Messaging und der Ausbau des Longtails" sind einige der Empfehlungen von Harsch.

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