Flixbus fährt in den USA vor
Flixbus fährt in den USA vor © Foto:Flixbus

Expansionsstrategie | | von Irmela Schwab

Flixbus-Chef: "Die Customer Happinez ist entscheidend"

Bei Daniel Krauss sticht eines gleich ins Auge: seine Schuhe. In Grasgrün gehören sie zur Corporate Identity von Flixbus. Krauss, ehemaliger Microsoft-Manager, hat das Unternehmen vor fünf Jahren mitgegründet - und sich dabei Konkurrenten wie Mein Fernbus und Megabus einverleibt sowie die Bahn-Tochter BerlinLinienBus in die Flucht geschlagen. Ein Sieg auf ganzer Linie, nachdem der Fernbusverkehr in Deutschland 2013 liberalisiert wurde. Selbst der europäische Markt, in dem Flixbus in 26 Ländern agiert, wird dem Bus-Unternehmer allmählich zu klein: Von Berlin aus expandiert er jetzt in die USA.

Krauss ist überzeugt, dass auf dem amerikanischen Mobilitätsmarkt viel zu holen ist. “Öffentliche Verkehrsmittel und nachhaltiges Reisen gewinnen zunehmend an Bedeutung.” Mit einer preiswerten und umweltfreundliche Mobilitätsalternative will FlixBus Teil dieser Veränderung sein. In Los Angeles sind zunächst fünf Mitarbeiter stationiert. In Deutschland gilt er mit rund 1000 Mitarbeitern als Mittelständler. “Es kommt nicht auf Größe an sondern auf Schnelligkeit”, sagt Krauss. Auf seiner Visitenkarte steht: Founder und CIO. 

Ein klassischer Busunternehmer ist er nicht. Die Busse gehören schließlich nicht ihm - er stellt sie nur zur Verfügung. Gut 6500 Fahrer verschiedener Bustransporteure arbeiten in seinem Auftrag. Die gemieteten Busse werden grün beklebt - und los geht´s. Dahinter steckt Technologie auf Basis feinster Daten. Rund 20 Prozent seiner Angestellten sind “Tekkies”, sagt Krauss. Über Tools des Software-Anbieters Salesforce stellt Flixbus seine Kunden in den Mittelpunkt. Dazu zählen die Marketing Cloud, Service Cloud und Sales Cloud. Darüber werden Informationen generiert, etwa welche Preise sie zu zahlen bereit sind und auf welche sonstigen Features die Buskunden wert legen. 

“Die Customer Happinez ist entscheidend”, sagt der Flixbus-Manager.  Aus der Vielfalt an Daten und Insights kreiert er  Personas, um die Kunden genau anzusprechen und die Customer Journey auszusteuern. Von Email bis hin zu Facebook. Auch unternehmensübergreifende Entscheidungen werden aus den Daten abgeleitet. Krauss ist es wichtig, dass jeder auf die Daten zugreifen kann, um Silos zu vermeiden. Das hat sich ausgezahlt: Das Streckennetz in Deutschland und Europa wächst weiter. Allein im deutschsprachigen Raum kommen demnächst rund 140 neue Halte hinzu.

Krauss führt das nicht zuletzt auf die grünen Schuhe zurück. Die trägt jeder Mitarbeiter - freiwillig. Das zahlt auf die DNA des jungen Startups ein. Wie die Partner und Angestellten miteinander umgehen, strahlt auch nach außen - davon ist der Unternehmer überzeugt. Um das Wir-Gefühl zu stärken sollen die Kunden künftig noch stärker über eine eigene Community angesprochen werden. Auch Virtual Reality ist ein Thema in Berlin - die Vision: Durch VR-Simulatoren können die Busfahrer ihre Fahrzeuge bald von zuhause aus steuern. Möglicherweise gleich mehrere zugleich. Erste Use Cases soll es in den kommenden Jahren dazu geben.

Flixbus-Chef: "Die Customer Happinez ist entscheidend"

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