Das Smartphone ist unverzichtbar.
Das Smartphone ist unverzichtbar. © Foto: Bernhard Huber/W&V

Studie von B2X | | von Susanne Herrmann

Ein Viertel der Millennials ist smartphonesüchtig

Nicht nur die Intensität der Nutzung hat B2X gemeinsam mit Experten der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) untersucht*, sondern auch das Leid und die Opferbereitschaft von Millennials und Babyboomern, was den Verzicht angeht. Ohne ihr Smartphone, so geben weltweit 27 Prozent der Befragten an, fühlen sie sich frustriert, weitere 14 Prozent sind dann traurig. In Deutschland sagen das nur zusammen 18 Prozent - aber weitere 15 fühlen sich verloren, 14 Prozent gestresst ohne ihr Mobiltelefon.

Dafür steigt die digitale Abhängigkeit massiv - und mit ihr die fast schon zwanghafte Smartphone-Nutzung.

  • Ein Viertel der Millennials weltweit überprüft mehr als 100-mal am Tag das Smartphone - von den Babyboomern nur jeder Zehnte.
  • Rund die Hälfte aller Millennials checkt mehr als 50-mal am Tag das Smartphone (Babyboomer: 15,9 Prozent). In Deutschland ist dieser Zwang weniger ausgeprägt: 40 Prozent der Millennials und knapp 5 Prozent der Babyboomer schauen öfter als 50-mal am Tag auf den kleinen Bildschirm.
  • 25 Prozent der Millennials verbringen mehr als 5 Stunden am Tag auf ihrem Smartphone und 55 Prozent zumindest 3 Stunden, verglichen mit16 Prozent respektive 27 Prozent der Babyboomer. In Deutschland sind es 40 Prozent der Millennials, die 3 Stunden und mehr mit dem Handy verbringen (Babyboomer: 10 Prozent).
  • 85 Prozent der 2600 weltweit befragten Nutzer haben ihr Smartphone immer griffbereit, ein Viertel sogar in der Nacht (Deutschland: 74 und 18 Prozent).

Abhängigkeit führt zu Erwartungen

Natürlich geht mit dieser ständigen Erreichbarkeit auch ein Anspruch einher: 57 Prozent der Smartphone-Nutzer erwarten von ihren Freunden und ihrer Familie auf Nachrichten eine sofortige Reaktion oder zumindest eine Antwort innerhalb weniger Minuten. Aufatmen: Nur 23 Prozent der deutschen Befragten sehen das auch so.

Erwartungen haben die Nutzer nicht nur an Freunde, sondern an den Kundenservice: Denn ein Smartphone, das nicht funktioniert, bedient die Bedürfnisse der Handysüchtigen natürlich nicht. "Unsere Studie bestätigt, wie sehr wir Menschen von Smartphones und IoT-Geräten abhängig sind und welche Bedeutung exzellenter Kundenservice in diesem Zusammenhang hat", sagt Rainer Koppitz, CEO von B2X, Anbieter von Customer-Care-Lösungen für Smartphones und IoT-Geräte.

Lieber Smartphone als Clooney

Um die Abhängigkeits-These zu überprüfen, stellten die Autoren der Studie die Befragten vor einige knifflige Entscheidungen. Einmal wurden Belohnungen für den Verzicht in Aussicht gestellt, einmal nach den Opfern gefragt, die Nutzer bringen würden, um ihr Smartphone behalten zu können.

Ein Monat ohne Smartphone und dafür ...

  • ein ganzer Tag mit dem Lieblingsstar? Smartphone behalten, sagen 77 Prozent der Deutschen.
  • eine Gehaltserhöhung von 10 Prozent? Smartphone behalten, sagen 52 Prozent der Deutschen.
  • eine zusätzliche Woche Urlaub nehmen? Smartphone behalten, sagen 43 Prozent der Deutschen.

Was würden Menschen tun, wenn sie dafür ihr Smartphone ein Jahr behalten dürfen?

  • 25 Prozent der Deutschen würden ihr Auto dafür aufgeben, genauso viele jeden Tag ein Stunden Joggen.
  • 18 Prozent würden auf ihr Lieblingsessen verzichten.
  • 14 Prozent der Deutschen wären bereit, sich den Kopf dafür zu rasieren.
  • 3 Prozent würde sogar für ihr Smartphone ins Gefängnis gehen.

Teure Anschaffungen

Fast 10 Prozent der weltweiten Konsumenten planen, mehr als 750 Dollar für ihr nächstes Smartphone auszugeben. 26 Prozent haben vor, mindestens 500 Dollar auszugeben, während gerade einmal 9 Prozent diesen Betrag für ihr derzeitiges Gerät ausgegeben haben. In Deutschland wird dieser Anteil von heute 15 auf künftig 30 Prozent der Befragten steigen.

Wichtig für die Kundenzufriedenheit sind Smartphone-Kundenservice, technische Ausstattung und die Qualität der verarbeiteten Materialien. Den deutschen Kunden kommt es eher auf die Ausstattung, dann auf die Qualität und an dritter Stelle aufs Design an.

Weitere Geräte, die zum Kosmos des "Internet of Things" (IoT) gehören, stehen bereits auf dem Wunschzettel: In Deutschland wird voraussichtlich die Zahl der Smart-Home-Geräte, Sicherheitssysteme, VR-Headsets und Assistenten stark ansteigen; Drohnen bleiben ebenfalls gefragt (siehe Grafik). Prof. Thomas Hess, Direktor des Instituts für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien an der Ludwig-Maximilians-Universität München. "Menschen wollen alles in ihrem Leben digital vernetzen: Sie wollen ihr Zuhause automatisieren, Virtual Reality erleben und Smart Digital Assistants verwenden - und all das passiert genau jetzt."

Vernetzte Geräte werden in Deutschland ihren Absatz steigern. (Grafik: B2X)

Vernetzte Geräte werden in Deutschland ihren Absatz steigern. (Grafik: B2X)

Die derzeit am weitest verbreiteten vernetzten Geräte neben Smartphones sind GPS-Geräte, WiFi-Lautsprecher und Set-Top-Boxen für Streaming-Anwendungen.

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"Gartner geht davon aus, dass bis zum Jahr 2020 14 Milliarden IoT-Geräte in Privathaushalten betrieben werden - zusätzlich zu den 6 Milliarden Smartphones, die laut IHS dann im Einsatz sein werden." Prof. Thomas Hess, LMU

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*) Die Studie "Smartphone- und IoT-Verbrauchertrends 2017" basiert auf Interviews mit mehr als 2600 Menschen in Brasilien, Deutschland, Indien, Russland und den Vereinigten Staaten und wurde von Facit Research in Kooperation mit Prof. Anton Meyer vom Institut für Marketing und Prof. Thomas Hess vom Institut für Neue Medien an der Ludwig-Maximilians-Universität München durchgeführt. B2X bietet End-to-End-Customer-Care-Lösungen für mobile und IoT-Geräte an. Gegründet 2007, ist das Unternehmen heute mit 1000 Mitarbeitern und über 500 Servicepartnern in weltweit 140 Ländern vertreten.

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