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Nina Wolfsberger arbeitet als Digital Marketing Executive bei der Londoner SEO- und Digitalagentur Accura Cast.
Nina Wolfsberger arbeitet als Digital Marketing Executive bei der Londoner SEO- und Digitalagentur Accura Cast. © Foto:AccuraCast

Trends | | von einem Gastautor

Das sind die Top 5 Marketing- und Technologietrends für 2016

Sehnlichst erwartet werden in diesem Jahr Virtual-Reality-Gadgets wie etwa die Datenbrille Oculus Rift und neue tragbare Technologien. Aber auch die Weiterentwicklung der Sprachsuche, die Verbindung von physischen und digitalen Touchpoints und die vermehrte Mobilenutzung versprechen einiges. Wo ihre Potentiale fürs Marketing liegen, erklärt Nina Wolfsberger, Digital Marketing Executive bei der Londoner Agentur Accura Cast.

Sprachsuche

Apples Siri hat sich zumindest bei iPhone-Nutzern bereits etabliert. Immer mehr Inhalte werden bequem per Sprachsuche gesucht. Laut einer Umfrage von Google, bei der 1400 Amerikaner befragt wurden, nutzen heute bereits 55 Prozent der Teenager und 41 Prozent der Erwachsenen regelmäßig die Sprachsuche. Auch wenn es für viele Leute noch bis vor kurzer Zeit sehr seltsam war, mit einem Gerät zu sprechen, heute etabliert sich diese Art der Steuerung mehr und mehr.

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"Die Art, wie wir Informationen suchen wird mehr und mehr intuitiv und 'menschlich'. Onlinesuche wird mehr zu einer Unterhaltung als einem seltsamen Keyword-Ratespiel. […] Sprachsuchanfragen – welche einer Unterhaltung ähnlich sind – sind generell länger und spezifischer. Das Ranking einer Website und deren Visibility wird künftig davon abhängen, wie gut die Bedürfnisse der Konsumenten erkannt werden und wie mit ihren langen Key-Phrases umgegangen wird", so Digital-Marketing-Experte Luke Rees von Accura Cast.

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Für Brands heißt das, dass sie für ihre Suchmaschinenoptimierung (SEO) nicht mehr nur mit kurzen Keywords auskommen, sondern vor allem lange, 'natürliche' Sätze erkennen können müssen. "Eine Technik dafür wäre es, eine gut durchdachte FAQ-Sektion auf seiner Website zu haben, welche die wichtigsten Fragen zum Unternehmen beantwortet die ein Kunde haben könnte." Sagt Google dazu. Dafür müssen der Konsument und seine Bedürfnisse im Voraus so gut wie möglich eingeschätzt werden können.

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Quelle: Google

 

Tragbare Technologie & das Internet der Dinge

Spätestens nach der Veröffentlichung der Apple Watch (2015) und der ersten Google Glass (2013) wurde klar, dass es auch in der Entwicklung von tragbaren Technologien kein Zurück gibt. Einer Studie von Penna Powers zufolge werden tragbare Technologien das Smartphone bereits im Jahr 2019 überholen. Diese Studie besagt auch, dass die Werbeausgaben für tragbare Geräte momentan nur rund 1,5 Mio. Dollar betragen, für das Jahr 2019 mit ca. 68,7 Mio. Dollar gerechnet wird.

Der Umstieg vom Smartphone auf tragbare Geräte scheint auf den ersten Blick nicht sehr spektakulär, aber eine Änderung scheint dabei sehr wichtig: Durch die Sprachsuche und das kleine Display wird darauf zugesteuert, auf Suchanfragen bloß eine Antwort zu erhalten. Google arbeitet daran, immer genauer herausfinden zu können, was der Konsument sucht. Das heißt, dass es für Brands immer wichtiger wird, auf dem ersten Platz des Page-Ranking zu stehen, um überhaupt auf allen Gadgets sichtbar zu sein.

Mobile anstatt Desktop

Bis sich tragbare Technologien durchgesetzt haben, ist das Smartphone momentan auf seinem Siegeszug gegen den Desktop. Nachdem fortschrittlichere Unternehmen schon vor einiger Zeit auf Mobile umgestiegen sind, brauchten andere wie z.B. Banken und Handelsplattformen länger. Eine Studie der Online-Trading-Plattforn Anyoption ergab, dass mittlerweile rund ein Drittel des binären Handels per Mobile geschieht. Die mobile Suche nach binären Optionen stieg von 7,6 Prozent im Oktober 2013 auf 22,7 Prozent im Oktober 2015 an.

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Quelle: Anyoption

 Verbindung von physischen und digitalen Touchpoints

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt auch, dass in Zukunft nicht mehr nur ein Gadget verwendet wird, sondern verschiedene Geräte und Touchpoints kombiniert werden. Die Grenzen zwischen physischen und digitalen Touchpoints werden mehr und mehr verschwinden. Allein schon durch die intensive Nutzung des Smartphones kann Google sehr genau sagen, wer zu welcher Zeit und an welchen Ort wonach sucht. Wenn man also zukünftig vor einem bestimmten Geschäft steht, könnte man per Push-Nachricht über dessen aktuelle Angebote informiert werden. Die Verbindung von physischen und digitalen Touchpoints hat bereits vor einer Weile durch QR-Codes einen Anfang genommen, diese konnten sich aber nicht gänzlich durchsetzen.

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Quelle: Ricoh

Verbreitung von Inhalten über Dritte

Das höchste Ziel vieler Digital-Marketing-Teams war es bisher, potenzielle Kunden auf die Website eines Unternehmens zu leiten. Auch hier wird es 2016 eine große Änderung geben. Warum sollte man Kunden auf eine Unternehmenswebsite leiten, die sie noch nie vorher besucht haben und nicht stattdessen direkt zu Amazon, wo sie auch ihre restlichen Einkäufe tätigen? Trendsetter wie Buzzfeed machen das Verbreiten von Inhalten über Dritte momentan vor. Tom Rouse erläutert dieses Phänomen im Communications Trends Report 2016 von Hotwire:

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"Buzzfeed generiert jetzt 52 Prozent seiner Seitenansichten außerhalb der eigenen Website – durch Snapchat, Youtube und Facebook-Videos. Und wo Buzzfeed hingeht, folgt der Rest der Medienindustrie – wenn auch wiederwillig."

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Es macht durchaus Sinn, auch online dahin zu gehen, wo die Kunden sind und diese gezielt anzusprechen.

Fazit:

Was in der Zukunft – abgesehen von der rasanten technologischen Entwicklung einzelner Geräte – interessant sein wird, ist die Kombination aus den verschiedenen neuen Technologien. Die jeweiligen Gadgets werden ihre individuellen Rollen spielen, und auch der Nutzer wird immer individueller angesprochen. Auch wenn die Integration von Werbung bei jedem neuen Gadget neu angepasst werden muss und bisher noch nicht geklärt ist, wie wie das etwa bei der Google Glass 2 funktionieren soll, können wir davon ausgehen, dass Werbung clever eingebaut sein und sich mit Offline-Touchpoints verbinden wird, in welcher Form auch immer. Wenn man bedenkt, dass wir uns jetzt schon beinahe 'natürlich' mit Siri unterhalten können und digitale Werbung verstärkt die Produkte anzeigt, die wir sehen wollen, kann man sich nur vage ausmalen, welche Möglichkeiten sich in naher Zukunft noch ergeben werden.

Das sind die Top 5 Marketing- und Technologietrends für 2016

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Medienmacher misstrauen Snapchat und Pinterest

von Petra Schwegler

Werbung auf Pinterest, Instagram oder Snapchat ist angekommen, dort Inhalte zu verbreiten eher nicht. Die Medien- und Digitalindustrie glaubt dabei vielmehr an die Macht von Facebook. Das geht aus einer Umfrage hervor, die NextMedia.Hamburg in ihrem Digitalmagazin "Unified" zum Thema Aufmerksamkeitsökonomie veröffentlicht hat.

Klar wird demnach: Wer Inhalte produziert, glaubt nicht an Snapchat. Befragt nach dem wichtigsten sozialen Netzwerk für Inhalteersteller der Medienbranche stellen sie Facebook nach vorne, gefolgt von Youtube und Twitter. Google+ liegt auf dem vierten Platz. Instagram, Snapchat und Pinterest landen in der Abstimmung abgeschlagen auf den hinteren Rängen. Hier die Ergnisse im Überblick:

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Wenig überzeugt zeigen sich demnach die Umfrageteilnehmer von der Qualität des über die sozialen Netzwerke angebotenen Journalismus, obwohl jeder Zweite (51,74 Prozent, Mehrfachnennungen möglich) davon ausgeht, dass journalistische Inhalte künftig verstärkt über Facebook, Youtube oder Twitter ausgespielt werden. Fast drei von vier Befragten (72,64 Prozent) äußern die Sorge, dass die Güte der angebotenen Inhalte unter der Schnelllebigkeit leiden könne. Wenig Chancen räumen die Experten digitalen Kiosk-Anbietern wie Blendle.com ein: Nur 16,42 Prozent gehen davon aus, dass dort die Zukunft von Inhalten liegt.

Des Weiteren glaubt eine Mehrheit von knapp 44 Prozent, dass neue Formen von partizipativem Journalismus in den sozialen Netzwerken schon bald zum Standardwerkzeug der Schreibenden werden. Immerhin jeder Zehnte (10,95 Prozent) ist sogar überzeugt, dass interaktive Formen der medialen Vermittlung den klassischen Journalismus komplett verdrängen werden. Positiv sehen die Medienmacher übrigens auch Mobile Messaging, um als Medium den User zu erreichen: Rund 50 Prozent räumen den Angeboten über Whatsapp und Co. einen großen Stellenwert ein, während 34,33 Prozent die Wichtigkeit als "nicht erwähnenswert" klassifizieren.

Statista befragte im Auftrag von NextMedia.Hamburg, Standortinitiative für die Medien- und Digitalwirtschaft, im August 2015 insgesamt 201 Mitarbeiter der Medien- und Digitalbranche, von denen sich 123 Teilnehmer dem Bereich Medien und Journalismus, 78 Teilnehmer der IT- bzw. Digitalbranche zuordneten.

von Petra Schwegler - Kommentare Kommentar schreiben