Das sind die lukrativsten Apps in Deutschland
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App Annie | | von Annette Mattgey

Das sind die lukrativsten Apps in Deutschland

Freemium-Modelle sind nach wie vor das Mittel der Wahl, wenn es um die Monetarisierung von Apps geht. Nutzerbindung und Branding spielen unter den Zielen für die Unternehmen nur untergeordnete Rollen. Das zeigt der aktuelle Monetarisierungsreport für App-Publisher des App-Analyse-Unternehmen App Annie. Das Freemium-Modell – Kombination aus kostenfreier und bezahlter Nutzung in allen seinen Varianten – ist die beliebteste Vermarktungsstrategie.

Lässt man die Gaming-Apps außen vor, dann steht das Dating-Portal Lovoo an der Spitze der App-Verdiener. Auf den Plätzen 2 und 3 liegen Tinder und Netflix. Eine Schlüsselrolle übernehmen Apps auch zunehmend für Banken, Einzelhandel, Tourismus, Gastronomie und Medien.

Umsatzstärkste Apps in Deutschland – außerhalb der Spielebranche:

1.           LOVOO

2.           Tinder

3.           Netflix

4.           Babbel

5.           Spotify

6.           Bild

7.           Google Drive

8.           Komoot

9.           Deezer

In-App-Käufe und Anzeigen dominieren

Für viele App-Publisher hat die direkte Monetisierung oberste Priorität. Bei der Frage nach der Generierung von Umsatz über App-Stores oder In-App-Anzeigen nannten 75 Prozent der Befragten mindestens eine dieser Methoden; 38 Prozent generieren sowohl Umsatz in App-Stores – etwa durch In-App-Käufe oder bezahlte Downloads – oder aus In-App-Anzeigen. 15 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Apps Umsätze über mobile Transaktionen außerhalb der App-Stores generieren. Deshalb prognostiziert App Annie, dass Mobile-Commerce in den nächsten Jahren kräftig wachsen wird.

In-App-Käufe (IAP) und In-App-Anzeigen sind die vorherrschenden Monetisierungsmethoden.  Danach folgen bezahlte Downloads. Dabei zeichnet sich jedoch ab, dass die direkt bezahlten Downloads in Zukunft abnehmen und Abonnenten-Modelle und M-Commerce zunehmen werden. App Annie vermutet, dass dieses Untersuchungsresultat auch mit der neuen Strategie von Apple zusammenhängt, denn Apple hat im vergangenen Jahr (2016) seine Abonnentenmodelle auf alle App-Kategorien ausgeweitet.

Das bringen die verschiedenen Ad-Formate

35 Prozent der Befragten außerhalb der Spielekategorie gaben an, dass statische Bannerwerbung den meisten Umsatz generiert, gefolgt von Videoanzeigen (18 Prozent) und nativen Anzeigen (16 Prozent).

App Annie

 

Kostenlos und kostenpflichtig kombiniert 

Das Freemium-Umsatzmodell – eine Kombination aus kostenloser und kostenpflichtiger Nutzung – kommt in vielen App-Branchen häufig zum Einsatz. 58 Prozent der Befragten, die aus ihren Apps Umsatz generieren, gaben an, dieses Modell zu nutzen.

Die geringste Nutzung von Freemium-Modellen verzeichnete App Annie in Branchen, in denen Apps als Front-End für traditionellere Vorgänge fungieren, beispielsweise bei Banking, Finanzen, Einzelhandel und Gastronomie.

Dabei jonglieren die App-Publisher mit einer variantenreichen Auswahl von Freemium-Techniken: entweder ist die kostenlose Nutzung eingeschränkt (wer mehr genießen will, hat zu zahlen), oder es gibt kostenlose Tests bzw. eingeschränkte Funktionalitäten. Eine weitere Technik: Kostenlose Downloads, die über Anzeigen finanziert sind, können im Nachhinein durch Bezahlung "Anzeigenfrei" gemacht werden (Stichwort: "Freemium-Technik Nutzererfahrung".) Kostenlose Testzeiträume und Kombinationsmodelle werden verstärkt in den Nicht-Spiele-Branchen gewählt. Vor allem Medien, Entertainment-Anbieter und Fitness-Apps bevorzugen kostenlose Testzeiträume.

Sonderrolle für Spiele-App-Publisher

Während sich im Durchschnitt 59 Prozent der Anbieter für die Methoden der In-App-Käufe und In-App-Anzeigen entscheiden, toppt die Spielebranche diesen Wert um gut 20 Prozentpunkte: 80 Prozent setzen auf diese Monetisierungsstrategie.

Auch beim Gebrauch von Freemium-Techniken unterscheidet sich die Spiele-Branche von allen anderen. Gaming-Publisher setzen eher auf Funktionalitäts-Einschränkung bzw. Freigabe (75 Prozent), während nur 54 Prozent der Unternehmen außerhalb der Spielekategorie diese Technik nutzen. Außerdem neigen Spiele-App-Hersteller eher zur Freemium-Technik der Nutzererfahrung, d.h. durch die Bezahlung eines Downloads kann die Anzeigenwerbung entfernt werden. 

Bei der Frage, welche Anzeigenformate den meisten Umsatz generieren, landeten Videoanzeigen mit weitem Abstand an der Spitze: Gaming-Unternehmen nutzen sie zu 57 Prozent als stärksten Umsatzgenerator. Allerdings überlegt die Mehrheit der Befragten (Spiele und Nicht-Spiele), ob sie sich – egal welches Anzeigenformat – möglicherweise auch negativ auf die Nutzererfahrung auswirken könnten.

Tipps zur Monetisierung Ihrer Apps: 

● Publisher müssen ihre Monetisierungsstrategien auf ihre jeweilige Branche abstimmen. Funktionalität als Freemium-Technik ist beliebt bei Spielen, eignet sich aber z. B. nicht für Banking.

● Da einige Freemium-Modelle noch immer zu sehr wenigen bezahlenden Nutzern führen, sollten Publisher andere Monetisierungsoptionen wie Anzeigen wählen, um zusätzlich zu In-App-Käufen (IAP) Umsatz zu generieren. Viele Entwickler nutzen bereits eine Kombination aus IAP und Anzeigen.

● Angesichts der Ausweitung von Abonnementmodellen auf mehr Kategorien sollten Entwickler diese Modelle nutzen.

● Unter dem Aspekt der Benutzungsfreundlichkeit ("Nutzererfahrung") sind Anzeigen weiterhin riskant. Entwickler sollten Format und Häufigkeit dieser Anzeigen sorgfältig abwägen, um eine geeignete Mischung aus Bindung und Monetisierung zu erzielen.

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