Adknowledge-Chef Pigo: „Facebook muss noch einige Hürden nehmen“
© Foto:

Mobile Sponsored Stories | | von Irmela Schwab

Adknowledge-Chef Pigo: „Facebook muss noch einige Hürden nehmen“

Mobile Vermarkter sind begeistert: Mit dem Coup, Sponsored Stories nur fürs Mobiltelefon anzubieten, sei die Social Media-Plattform Facebook auf eine Goldader gestoßen. Zahlen belegen von Social Media-Agenturen wie TBG Digital und Nanigans,die eine Untersuchung über die Effizienz zur Werbeform veröffentlicht haben, belegen das. Auch Fabio Pigo, Vice President Europe von Adknowledge, ist vom Siegeszug der sozialen Mobil-Werbung überzeugt. Adknowledge, mit seinem Hauptsitz in Kansas City/USA, gilt als das größte unabhängige Ad-Netzwerk der Welt. Im Interview mit LEAD digital weist Pigo allerdings auch darauf hin, welche Hürden es bei der mobilen Social Werbeformen noch zu nehmen gibt.

Social Ads oder Display Ads - was ist effizienter? 

Der heilige Gral für jeden Marketer ist es, aus Konsumenten Evangelisten zu machen, die ihre Dienste oder Produkte in den Freundeskreis weiterempfehlen. Sponsored Stories können das bewerkstelligen - denn eine Produktempfehlung eines Freundes erreicht mehr als traditionelle Formen des Push-Marketing. Das zentrale Element dabei heißt: Vertrauen. Word of Mouth ist bekanntlich die effizienteste Waffe im Marketing. Und Social Media ist potenziertes Word of Mouth.

Lässt sich das mit Zahlen belegen?

Daten zufolge, die AdParlor über die Analyse einzelner Kampagnen, die über mehrere Verticals geschaltet waren, gewonnen hat, haben Sponsored Stories eine 17 Prozent höhere Klickrate und eine 38 Prozent höhere Konversionsrate als reguläre Ads. 

Facebook bietet die Sponsored Stories nun auch nur füs Smartphone an. Ist Facebook damit aus dem Schneider? 

Die Sponsored Stories zusammen mit feinstem Targeting fürs Mobilgerät anzubieten, ist definitiv ein geschickter Schachzug. Immerhin nutzen nun mehr als 500 Millionen User ihren Facebook-Account über ihr Mobilgerät. Dennoch gibt es noch einige Faktoren, die das volle mobile Potenzial der Plattform einschränken:

  1. Es gibt keinen Raum für die Ad-Spalte, die im Web auf der rechten Seite angebracht ist. Stattdessen erscheinen die Anzeigen im Newsfeed als Sponsored Stories - wo sie von Facebook vorsichtig und daher noch sehr sparsam eingesetzt werden. Ist die Testphase beendet, könnte Facebook das Volumen der Ads erhöhen, um die dortigen Wachstumsraten zu steigern.
  2. Um User zu targeten, muss man momentan zwischen mehreren Gerätesoftwaretypen wie Android und iOS wählen. Das heißt, eine Anzeige erreicht einen User nur dann, wenn er Facebook über das zuvor ausgewählte Gerät aufruft. Allerdings nicht notwendigerweise im Zeitraum, wenn die Anzeige gerade ausgespielt wird, weil er seinen Account dann eventuell gerade über ein anderes Gerät oder das Web besucht. Indem Facebook geräteübergreifendes Targeting zulassen würde, stünde ihm ein riesiger lukrativer Markt offen.

Ganz allgemein: Was sind die größten Herausforderungen beim mobilen Werben? 

Die größte Herausforderung ist der kleine Screen. Facebook hat seine Impression-Levels im Web ja auch dadurch gesteigert, dass sie Platz für mehr Werbemöglichkeiten geschaffen haben. Diesen Luxus gibt es auf dem Smartphone nicht. Das geringere Volumen an Ads würden jedoch angesichts der guten Performance und genauen affinitätsorientierten und lokalen Aussteuerungs-Möglichkeiten einen höheren CPC rechtfertigen.

Was bringt die Zukunft: Wird in zehn bis 20 Jahren alles social sein?

Genauso schwer wie es uns heute fällt uns an die Zeit zurückzuerinnern, als es im Web noch keine Suche gab, so wird Social im Web in zehn bis 20 Jahren nicht mehr wegzudenken sein. Der Einfluss, den Social auf unser persönliches und berufliches Leben ausübt, ist atemberaubend. Die Zeit vor Facebook, Twitter, LinkedIn, Pinterest und Instagram erscheint nun so unvollständig. Keiner weiß genau, was die Zukunft bringt, aber ich bin mir sicher, dass sich Menschen immer mehr persönlich zugeschnittene Inhalte wünschen - daher wird Social im großen Teilen  unseres Lebens eine Rolle spielen. Die Digitalität wird dabei für eine zunehmend hohe Qualität exakt auf uns zugeschnittener Inhalte und Erlebnisse sorgen.

Mehr zum Thema "Mobile Advertising: Display versus Social" lesen Sie in LEAD digital, Ausgabe 14.

Adknowledge-Chef Pigo: „Facebook muss noch einige Hürden nehmen“

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht