AR kann Shopping verändern.
AR kann Shopping verändern. © Foto:Dzmitry Stankevich/Fotolia

| | von Annette Mattgey

Zeitersparnis und Bequemlichkeit: Das spricht für virtuelle Ankleiden

Mit Augmented Reality kann man mehr als Monster à la Pokémon Go jagen: Die User wünschen sich zum Beispiel virtuelle Ankleideräume. Das würde das Online-Shoppingerlebnis stark verbessern. Denn wer online Kleidung und Accessoires kauft, geht immer auch das Risiko ein, dass die bestellten Waren in Größe, Farbe oder Schnitt nicht den Wunschvorstellungen entsprechen. Für die Rücksendung gehen Zeit und Geld drauf, dabei lässt sich das Problem mit einem Virtual Dressing Room lösen.

Während nur 27 Prozent in Augmented Reality einen spielerischen Nutzen sehen, würden fast zwei von drei potenziellen Nutzern (62 Prozent) damit gerne ihren Alltag erleichtern. Als wichtiges Anwendungsgebiet wird der Bereich des virtuellen Anprobierens gesehen. Mehr als die Hälfte der potenziellen AR-Nutzer können sich dies vorstellen. Vor allem Online-Shopper (59 Prozent) würden eine virtuelle Umkleide nutzen. 40 Prozent der potenziellen Virtual-Dressing-Room-Nutzer würden zudem seltener in stationären Geschäften einkaufen.

"Wenn Kunden schnell und bequem Kleidungsstücke virtuell anprobieren können, ist die Notwendigkeit geringer, bei der Konkurrenz nach Alternativen zu suchen", betont Markus Braun, Head of Business Unit Reports bei Yougov. Gerade Kundenbindung ist für Online-Händler ein wichtiger Ansatzpunkt. Wie die aktuelle Yougov-Studie "Spieglein, Spieglein auf dem Smartphone" ergab, sind Online-Shopper besonders häufig der Meinung (87 Prozent), dass sich ein Anbieterwechsel lohnt.

Auch wenn die technische Umsetzung kein Kinderspiel ist, sollten sich Handelsunternehmen mit der Thematik beschäftigen. Die Kunden sind nämlich recht aufgeschlossen: Jeder Fünfte (22 Prozent) kann sich mit virtuellen Ankleiden anfreunden. Vor allem unter 35-Jährige (37 Prozent) und jene, die lieber im Internet statt im Laden einkaufen, sprechen sich dafür aus. Die Mehrheit (52 Prozent) dieser potenziellen Augmented-Reality-Nutzer (AR-Nutzer) zeigt zudem Interesse daran, Kleidung und Accessoires via Smartphone virtuell anzuprobieren.

Ein weiteres Argument für virtuelle Ankleiden: Mit ihrer Hilfe lassen sich Offline-Shopper für den Onlinehandel begeistern. Auch wer bereits Kunde ist, zieht Vorteile aus der Technik - und bleibt seinem Stammladen womöglich länger treu. Die Gefahr, dass ein Käufer den Shop wechselt,  ist relativ hoch, sobald er eine Webseite mit vergleichbarem Sortiment findet, der Einkauf dort jedoch günstiger, schneller oder einfacher vonstatten geht.

Wer virtuell testen kann, ob Kleidung oder Accessoires passen, spart vor allem eines: Zeit. Das ist für mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Online-Shopper ein wichtiger Pluspunkt der virtuellen Umkleide. Onlinehändler können ihren Kunden auf diese Weise ein neues Shopping-Erlebnis bieten und sich von anderen Shops abheben.

Der Yougov-Studie zufolge eignen sich bestimmte Marken besonders, um Kunden für die virtuelle Umkleidekabine begeistern. Einen außerordentlich positiven Eindruck haben potenzielle Nutzer von Virtual Dressing Rooms beispielsweise von Adidas, C&A, Deichmann, H&M, Jack Wolfskin, Nike und Puma. "Nutzen Sie attraktive Marken in der Werbung, um von deren positivem Image zu profitieren und damit die Bekanntheit und Anziehungskraft Ihrer virtuellen Umkleidekabine zu erhöhen", rät Braun Online-Händlern.

Yougov
Zeitersparnis und Bequemlichkeit: Das spricht für virtuelle Ankleiden

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