Casper verkauft seine Matratzen auch in Deutschland - bisher allerdings nur Online.
Casper verkauft seine Matratzen auch in Deutschland - bisher allerdings nur Online. © Foto:Unternehmen

Expansions-Strategie | | von Irmela Schwab

Wie man Digital als Testballon fürs große Geschäft nutzt

Sie heißen Casper, Harry's und Warby Parker: Als schlanke digitale Startups in den USA gestartet, fokussieren sich die Händler auf jeweils ein Kernprodukt. Bei Casper kommen die Matratzen des Etailers nett verpackt in einer Box. Bei Warby Parker sind es Brillen. Und bei Harry's geht es um Rasierklingen: die günstigen Klingen kommen als eine Art Flatrate per Abo ins Haus.

Neue Konzepte, die in den vergangenen Jahren den Markt umgekrempelt haben - doch jetzt wollen die Gründer mehr. Während sich das Geschäft online gut und vergleichsweise preisgünstig aufbauen lässt, erhofft sich Philipp Krim, Co-Founder und CEO von Casper, laut "Wall Street Journal", im physischen Geschäft mehr Käufer anzusprechen. Digital war somit eine Art Testballon. Wenn der fliegt, scheint der Weg richtig zu sein -  und man kann weiter expandieren.

Genauso wie Harry's verkauft Casper seine Produkte künftig auch im stationären Geschäft: Bei der amerikanischen Gemischtwarenkette Target, die Produkte von Lebensmitteln bis hin zu Spielzeug führt, zieht der Online-Händler mit seinem Produkt nun als exklusiver Matratzenanbieter ein. Harry hat den Schritt zu Target schon im vergangenen Jahr getan - und dort einen Marktanteil von 50 Prozent unter den Rasier-Produkten im Laden erzielt. Die Profitmargen sind laut Jeffrey Raider übrigens die selben, Online wie Offline. Daher sieht der Co-Gründer die Zukunft des Handels auch als einen Mix aus beidem. 

Ähnlich sieht es auch Dave Gilboa, der vor sieben Jahren den Brillenladen Warby Parker im Netz gestartet hat. Bald darauf ließ er die Produkte in eigenen Ladengeschäften verkaufen. Hätte er weiterhin nur auf Digital gesetzt hätte er wohl nur drei Prozent Anteil am Brillenmarkt gehabt, schätzt er. In der Tat: Obwohl der Online-Handel in den vergangenen 20 Jahren stark gewachsen ist, beträgt er noch immer nur zehn Prozent am Gesamtgeschäft in den USA.

Beworben hat Casper sein Matratzen-Business übrigens mit Video-Ads: Das gefällt vor allem jungen Zielgruppen, die den Matratzenkauf vorher nicht sexy fanden. Dazu gab es Plakate mit hübschen Kartons darauf, Ads auf Instagram und Facebook und gesponserten Podcasts.

Wie man Digital als Testballon fürs große Geschäft nutzt

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht