Sängerin Adele verweigert sich dem Streaming.
Sängerin Adele verweigert sich dem Streaming. © Foto:Adele/Columbia

Tübingen | | von Annette Mattgey

Uni-Forscher: Streamingdienste pushen Musikgeschäft

Kostenpflichtige Musik-Streamingdienste aus dem Internet können nach Einschätzung von Wirtschaftswissenschaftlern das Geschäft der Musikbranche fördern. Zwar verdrängen Online-Dienste wie etwa Spotify oder Deezer etablierte Musikformate wie CDs oder Downloads und mindern somit den Umsatz der Branche, wie aus einer Studie von Wirtschaftswissenschaftlern der Universität Tübingen und der Wirtschaftsuniversität Wien hervorgeht. Unterm Strich könne die Branche mit diesen bei einigen Musikern umstrittenen Online-Diensten jedoch sogar mehr verdienen, so die Marktforscher.

Sie hatten für ihre Studie über ein Jahr lang mehr als 2500 Musikfans nach ihren Nutzungsgewohnheiten befragt. Die Ergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift "International Journal of Research in Marketing" veröffentlicht. Es zeigte sich, dass Nutzer der kostenlosen, werbefinanzierten Dienste ihre Ausgaben für CDs und Co. um etwa 11 Prozent reduzierten. Bei Kunden von Bezahl-Streamingdiensten lag der Einbruch bei 25 Prozent. Die Erlöse der Streamingdienste - etwa durch Werbung oder Abo-Gebühren - sorgten allerdings insgesamt für mehr Umsatz. Ob das Geld auch bei den Musikern ankommt? Vermutlich nicht, sonst würden sich Sängerinnen wie Adele oder Taylor Swift nicht so konsequent gegen das Streamin wehren. Neuestes Beispiel: Das aktuelle Adele-Album "25" gibt es nur als CD oder Download.

Dass digitale Angebote dem Umsatz durchaus zuträglich sind, zeigen auch die Marktdaten der Produzentenvereinigung IFPI. 2014 stagnierte der Markt mit weltweiten Umsätzen von 14,97 Mrd. Dollar zwar insgesamt, die digitalen Erlöse wuchsen jedoch um knapp 7 Prozent auf 6,85 Mrd. Dollar. Dabei übersteigen die Streaming-Umsätze in 37 Ländern erstmals die der Downloads. Mit Streaming wird 23 Prozent der Umsätze der gesamten Musikbranche gemacht. Wenn man einzelne Märkte intensiver betrachtet, erkennt man einen Trend vom Musikbesitz zur Musiknutzung, den Boom mobiler Geräte und eine Parallelnutzung aus lizenzierten und unlizenzierten Quellen.

am/dpa

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