Am liebsten sind Adler die Kunden, die online und offline Spuren hinterlassen.
Am liebsten sind Adler die Kunden, die online und offline Spuren hinterlassen. © Foto:Adler

Modemarkt | | von Annette Mattgey

Mehr als 30 Prozent Plus: Onlineshop soll Adler retten

Die Modemarke Adler hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis 2020 soll der Online-Anteil 10 Prozent vom Umsatz betragen. Die Zeichen dafür stehen günstig. Schon jetzt wächst dieser Vertriebskanal um rund 30 Prozent jährlich. Zehn Prozent der Neukunden kommen über online - und sind zudem wesentlich jünger als die bisherigen Adler-Käufer.

Die Branchenflaute machte 2016 auch vor der Adler Modemärkte AG nicht halt: Der Umsatz 2016 sank um 1,2 Prozent auf 454,9 Mio. Euro. Auch das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen) ging zurück, und zwar von 19,1 Mio. Euro auf 5,8 Mio. Euro ( - 69,6 Prozent).

Adler ist erst relativ spät in den E-Commerce eingestiegen. Seit 2010 ist www.adlermode.com im Netz. Dabei versucht Adler möglichst viel über seine Käufer zu erfahren. Schon lange werden die Daten der hauseigenen Kundenkarte ausgewertet.

Positiv sind auch die Erfahrungen mit den Touchpad-Befragungsterminals, die das Hamburger Unternehmen Qualitize in allen Filialen aufgebaut hat. Binnen eines Jahres gaben rund 700.000 Menschen hier ihre Meinung ab. "Angesichts des herausfordernden Marktumfeldes ist es für den stationären Vertrieb ein echter Wettbewerbsvorteil, den Nerv der Kunden jederzeit zu treffen und auf ihre Wünsche einzugehen. Qualitize bietet uns hierfür ein Instrument, das schnelle Ergebnisse liefert und von den Kunden gut angenommen wird. Vor allem überzeugt mich, dass unsere Mitarbeiter die einfach aufbereiteten Erkenntnisse unmittelbar vor Ort anwenden können", sagt Leif Heppner, Vertriebschef der Adler Modemärkte.

Für Adler sind diejenigen, die sowohl online als auch offline kaufen, besonders wertvoll. Sie geben im Durchschnitt 80 Prozent mehr aus als jene, die nur einen Vertriebskanal nutzen. "Durch die Informationen aus der Adler-Kundenkarte kennen wir unsere Kunden bereits jetzt fast genauso gut wie ein reiner Online-Händler", sagt Ralf Reckmann, Bereichsleiter E-Commerce bei Adler. "Dieses Wissen wollen wir kanalübergreifend zielgerichtet nutzen, um die Relevanz der Angebote und damit auch die Nutzererfahrung zu verbessern." Wer offline eine bestimmte Marke aus dem Sortiment bevorzuge, bekomme sie etwa auch online herausgehoben präsentiert. 

Außerdem will Adler mehr für Mobile tun. Rund 40 Prozent der Online-Bestellungen stammen von Mobilgeräten. Im Frühjahr 2017 wird das digitale Vertriebsangebot durch die Einführung einer Adler-App komplettiert.

Unterstützt wird die E-Commerce-Strategie durch einen entsprechend aufgerüsteten Onlinemarketing-Etat, insbesondere durch Performance Marketing (SEO, SEA, Affiliate und Display-Marketing) und Newsletter.

 

Mehr als 30 Prozent Plus: Onlineshop soll Adler retten

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