E-Payment | | von Irmela Schwab

iBeacons schaffen persönlicheres Einkaufserlebnis

Studien belegen es: Viele Verbraucher brechen den Kauf schlicht ab, wenn sie ihre bevorzugte Zahlungsmethode am Ende nicht vorfinden. Ralf Krauss, Checkout Manager bei Rakuten.de, sieht die richtigen Bezahlsysteme daher als ausschlaggebend, um Kunden zum Kaufabschluss zu bringen. Im Interview mit LEAD digital erklärt er, welche Bezahlsysteme sich künftig durchsetzen werden.

Was sind die Trends bei digitalen Bezahlsystemen - sowohl bei Online-Shops als auch im stationären Handel?

Wir beobachten zwei wesentliche Entwicklungen: Einerseits sorgt die Durchdringung des Marktes mit Smartphones und Tablets für mehr Mobile Shopping und damit auch für eine erhöhte Nachfrage nach passenden Bezahlsystemen. Laut den jüngsten Zahlen des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels machten Bestellungen über mobile Internetzugänge im Jahr 2013 bereits mehr als zehn Prozent des Gesamtumsatzes der Branche aus. Unsere eigenen Marktforschungsdaten bestätigen das. Auf der anderen Seite ziehen inzwischen auch ältere Nutzer zunehmend digitale Payment-Services in Betracht, was sich positiv auf die Entwicklung bei der Nachfrage nach Bezahldienstleistern allgemein auswirkt. Der Markt ist aber stark fragmentiert und PayPal ist der einzige Anbieter, der als fest etablierte Größe gelten darf. Im Mobile-Bereich konnte sich bislang ebenfalls kein System nachhaltig durchsetzen und wir bezweifeln, dass sich das in diesem Jahr grundlegend ändern wird.

Welche Systeme werden von den Kunden bevorzugt, welche funktionieren weniger gut?

Die Deutschen sind im internationalen Vergleich sehr konservativ was die Präferenz von Bezahlmethoden betrifft. So bunt der Markt für digitales Bezahlen im Moment auch aussieht, die bestimmenden Zahlungsmethoden sind nach wie vor der Kauf auf Rechnung, per Kreditkarte und per Lastschrift. Dass PayPal als einziger Payment-Dienstleister ebenfalls vorne mitspielt, liegt wohl daran, dass es dem Anbieter gelungen ist, sich das Vertrauen über einen längeren Zeitraum zu erarbeiten – wer Erfolg haben will, muss vor allem in diesem Bereich einen langen Atem haben. Seriosität und Sicherheit sind laut Erhebungen des E-Commerce-Center Köln für deutsche Verbraucher am wichtigsten. Wenn ein digitales Bezahlsystem diese Kriterien erfüllt und das auch glaubwürdig vermitteln kann, stehen die Chancen gut, dass es sich am Markt halten wird. Innovation allein hat in Deutschland keinen ausreichend hohen Stellenwert.

Wie hängt der Modus des Bezahlsystems mit dem finalen Kaufabschluss zusammen?

Für den Kaufabschluss sind die angebotenen Bezahlsysteme immens wichtig. Viele Verbraucher brechen den Kauf schlicht ab, wenn sie ihre bevorzugte Zahlungsmethode am Ende nicht vorfinden. Das ECC Köln schätzt, dass etwa ein Viertel aller Abbrüche darauf zurückzuführen ist. Gerade weil der deutsche Markt so stark fragmentiert ist, stellt das Onlinehändler vor Herausforderungen: Welche Systeme muss ich unbedingt anbieten? Wie sichere ich mich gegen Zahlungsausfälle ab? Wie gehe ich mit unterschiedlichen Gebührenmodellen um? Um die beliebtesten Bezahlmethoden am Markt kommt kein Händler herum. Als Faustregel gilt: Je mehr Optionen, desto besser für die Conversion. Komfort und Transparenz für den Kunden müssen aber immer gewahrt bleiben.

Welche Technologien sind für die Zukunft wegweisend, konkret: Wird iBeacon tatsächlich den Handel revolutionieren?

iBeacon ist Teil einer viel größeren Entwicklung und gleichzeitig eine logische Konsequenz: Mit ihren Smartphones tragen Kunden das Internet in Ladengeschäfte. Wegweisend sind damit alle Ideen und Technologien, die auf eine Verschmelzung von On- und Offline setzen. Dazu gehören auch kanalübergreifende Zahlungssysteme wie Yapital. Übrigens ist die Bluetooth-Beacon-Technologie kein alleiniges Apple-Produkt: Auch PayPal und Yapital entwickeln hier eigene Lösungen. Verbraucher profitieren von einem besseren, persönlicheren Einkaufserlebnis über verschiedene Kanäle hinweg. Händler profitieren von einer besseren Datenlage, die genaueres Targeting und effizienteren Service erlaubt. Das Internet der Dinge steht als Megatrend am Ende dieser Entwicklung – iBeacon ist nur ein kleiner, aber sehr wahrnehmbarer Schritt in diese Richtung. Ob sich das Produkt in der Fläche in diese Form durchsetzt, bleibt abzuwarten.

Mehr zum Thema E-Payment lesen Sie in LEAD digital 7/2014 (ET: 2.4.2014) - zum Abo geht es hier.

iBeacons schaffen persönlicheres Einkaufserlebnis

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht