Social Media: Firmen bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück
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McKinsey & Company | | von Annette Mattgey

Social Media: Firmen bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück

Zumindest sind sie realistisch in der Selbsteinschätzung:Nur zehn Prozent der deutschen Unternehmen glauben, dass sie mit ihren jetzigen Social Media Aktivitäten ihr Ergebnis steigern. Ganze fünf Prozent sind der Meinung, bereits heute ihr volles Potenzial in Social Media auszuschöpfen. Diese Fakten zeigt eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey & Company. "Die Unternehmen sehen ihren Erfolg mit Social Media eher nüchtern", konstatiert Karel Dörner, McKinsey-Partner und einer der Autoren der Studie "Turning Buzz into gold".

Selbst wenn die Umsätze dank Social Media sprudeln, so merken es die meisten Unternehmen noch nicht mal: 60 Prozent sehen sich nicht in der Lage, den Einfluss von Social Media zu messen. Nur 37 Prozent haben KPIs (Key Performance-Indikatoren) für ihren Social Media-Einsatz festgelegt. 20 Prozent messen den ROI ihrer Social Media-Maßnahmen. Die Chancen sehen sie dagegen recht deutlich: 71 wittern "signifikantes Gewinnpotenzial". McKinsey befragte knapp 200 Unternehmen verschiedener Branchen. Zur detaillierten Analyse teilten die Autoren die Firmen in Vorreiter (u.a. mehr als zwei Jahre Social Media-Erfahrung) und Anfänger ein. Während bei den Vorreitern 70 Prozent ein eigenes Budget für Social Media haben und 74 Prozent eine umfassende Social Media-Strategie, ist das nur bei etwa 20 Prozent der Anfänger der Fall. Bei den Vorreitern ist das Thema Social Media bereits auf der Vorstandsebene angekommen, Anfänger haben hier noch Nachholbedarf. Durch die Bank sind Marketing, externe Kommunikation und Sales die Haupteinsatzgebiete von Facebook, Twitter & Co.

Vor Shitstorms muss Unternehmen nicht bange sein, beruhigen die Autoren Karel Dörner und Dennis Spillecke, ebenfalls McKinsey-Partner. "Wer mit diesen Empörungswellen richtig umgeht, trägt keinen nachhaltigen Schaden davon." Als vorbildlich werten sie etwa den Umgang von McDonald's, FedEx und INGDiba mit entsprechenden Angriffen aus dem Social Web. Positive Beispiele stellen die Autoren auch auf anderen Gebieten vor: So ist es etwa einem Nonfood-Anbieter gelungen, mithilfe einer Social Media-Kampagne seinen Umsatz um 16 Prozent zu erhöhen. Beim Recruiting schaffte McKinsey es, die Qualität der eingehenden Bewerbungen für den Kunden zu erhöhen (gemessen als Anteil der Einladungen zu Bewerbungsgesprächen zur Gesamtzahl eingegangener Bewerbungen). Gleichzeitig waren für die Personal-Kampagne geringere Ausgaben (TKP) nötig. Auch in einem dritten Feld machte sich Social Media bezahlt: Ein McKinsey-Klient möbelte seine Logistik mit Social Media auf und reduzierte prompt seinen Aufwand für das Bestandmanagement (z.B. Inventur).

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