Heftige Angriffe gegen Marlboro-Kampagne
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Leo Burnett | | von Annette Mattgey

Heftige Angriffe gegen Marlboro-Kampagne

"Maybe a failure" - so könnte man angesichts der neuen Marlboro-Kampagne texten, die derzeit heiß im Netz diskutiert wird. Alternative Plakatideen verkehren die Aussage von Marlboro ins Gegenteil. Nicht derjenige, der aufs Rauchen verzichtet, ist vielleicht ein Weichei, sondern der, der seine Gesundheit und die seiner Kinder riskiert. Eine Facebook-Seite veröffentlicht Fotos von Plakatwänden, die per Spraydose die Marlboro-Aussage abwandeln oder ergänzen. So hat ein findiger Kopf unter den Text "Maybe never writes a song" den Text gepinselt "without coughing" ("ohne zu husten"). Gestaltet hat die Kampagne für die Marke aus dem Hause Philipp Morris die Agentur Leo Burnett, Frankfurt. Seit mehreren Wochen ist sie bereits in der Öffentlichkeit. Zuerst mit Teaser-Plakaten (Maybe) ganz ohne Produkt-Abbildung, dann mit der Schachtel Marlboro (Be Marlboro) und jetzt mit Fotografien und Sprüchen wie "Maybe never fell in love" oder "Maybe never will be her own boss" und der Folgerung "Don't be a maybe".

Grundsätzlich lässt sich ja über ausschließlich englische Werbetexte streiten, aber Agenturchefin Gabi Lück hat vor allem einen anderen Punkt zu bemängeln. Die Strategie, vor allem junge Frauen als Raucherinnen anzusprechen, gehe nicht auf. Lück, die sich mit ihrer Agentur thinknewgroup unter anderem auf "female marketing" spezialisiert hat, fasst es als "Beleidigung des Intellekts" auf, wenn sich Marlboro als "starker Partner" aufführe. Frauen wollen sich "bestimmt nicht mit einer Zigarettenschachtel identifizieren", schreibt sie in ihrem Kommentar. Einen anderen Aspekt hebt Hendrik Spree hervor: Diesel hatte im vergangenen Jahr mit seinen "Be stupid"-Sprüchen und Plakaten einen kreativ ähnlich gelagerten Auftritt.

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