Deshalb scheiterte Digg.com
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Engagement-Strategien | | von Irmela Schwab

Deshalb scheiterte Digg.com

Einst ein strahlender Stern am Social Media-Firmament, wurde die Plattform Digg nun für schlappe 500.000 Dollar verkauft. Noch vor vier Jahren war das Portal, auf dem User ihre eigenen News aus dem Web zusammenstellen können, etwa 160 Millionen Dollar wert. Gründer Kevin Rose nennt im Gespräch mit dem "Wall Street Journal" seine größten beiden Fehler. Erstens, zu spät auf User-Kritik auf den Relaunch der Website 2010 reagiert zu haben. Und zweitens, zu viele Bestandteile anderer Portale kopiert zu haben - wie Twitter und Facebook. Denn auch wenn Digg die erste wirkliche Social Media-Website war, hatte Rose doch große Furcht vor der aufkeimenden Konkurrenz.

Dass Angst ein schlechter Ratgeber ist, weiß der Digg-Gründer heute. "Wir haben zu viele Dinge gemacht, die gegen die DNA unseres Produkts war." Das sorgte letztlich für dessen Aus: künftig lebt das Portal unter dem Dach von News.me weiter, dem Digital Media-Start-up des Technologie-Entwicklers Betaworks

Die Kunst, ihre eigene DNA zu finden, ist für die digitale Strategie einer Marke jedoch das A&O. Doch inmitten der vielfältigen Optionen mutig die richtige Strategie für sich rauszupicken, ist nicht leicht. Auch für werbungtreibende Unternehmen gibt es - im Gegensatz zur klassischen Werbung - kein Schema F, an dem sich Brand- und Marketingstrategen orientieren können. Der vielversprechende Trend geht jedoch eindeutig in die Richtung, die Trennung von analog und digital aufzuheben, den Konsumenten dabei mit den Schlüsselwerten der Marke interagieren zu lassen, und dadurch Mehrwert zu schaffen.

Wie das funktionieren kann, zeigt derzeit Kraft Foods in den USA. Für sein Nudelprodukt Macaroni & Cheese hat das Unternehmen die iPad-App Dinner, Not Art gelauncht, die seine Konsumenten spielerisch mit den Nudeln interagieren lässt. Auf einem virtuellen Bogen Papier können sie ihre eigenen Nudelkreationen erstellen und bemalen und ihre Kunst anschließend bei der Macaroni Masterpiece Gallery auf Facebook einreichen. Für jede digitale Nudel spendet Kraft zehn reelle Nudeln für die Hilfsorganisation Feeding American

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